Themenbereich: Stillen allgemein

"Gebe ich zu wenig Brei?"

Anonym

Frage vom 19.04.2011

Hallo,

ich habe eine Frage bezüglich Beikost, bzw. bräuchte eine individuelle Einschätzung für meinen Fall, ob ich es richtig mache, oder etwas ändern muss.

Mein Sohn ist Mitte April 7 Monate alt geworden. Und wurde bis er 5 Monate alt war voll gestillt. Mit der Beikost habe ich mit dem vollendeten 5. Monat angefangen, d.h. ich habe wie er 6 Monate alt war 1 Mahlzeit (den Mittagsbrei) ersetzt gehabt.

Diesen isst er auch gerne und gut, wir sind heute ca. bei einer Menge von 190g Brei + 2-3 Esslöffel Fruchtgläschen pro Mahlzeit. Das isst er immer leer. Ich variiere mit Karotte/Kartoffel/Rind (selbsteingekocht) und Kürbis/Kartoffel/Rind (Gläschen). Er is(s)t da eigentlich unkompliziert.

Wie er dann 6 Monate alt war, habe ich den nächsten Brei eingeführt. Ich bekam den Rat den Milch/Getreide/Obst-Brei abends zu füttern und dann nach 1 h noch nachzustillen bevor er ins Bett geht, damit er schön satt ist und vielleicht etwas länger durchschläft (er hatte eine Phase, wo er alle 1,5h kam und stillen wollte, das hat sich allerdings inzwischen von allein gegeben - also hier besteht kein problem mehr). Als ich den Rat befolgte und die Breimenge langsam steigerte + Stillte, hat er mir 1-2 x eine sehr große Menge der Muttermilch nach dem Stillen wieder ausgespuckt, so dass ich beschloss ihn abends nicht mehr zu stillen nach dem Brei.

Mengenmäßig liegen wir jetzt abends bei ca. 110-130g Milch/Hirsebrei (ich bereite ihn mit Pre-Milch zu) + nochmal ca. 60g Obstgläschen.
Die Menge passt meistens ziemlich genau, so mit den letzten Löffeln merke ich dann dass er entweder satt ist oder keine Lust mehr hat (Mund geht nicht mehr so weit auf).

Er ist nun 7 Monate und 1 Woche ca. alt und ich bin seit 1 Woche daran den Nachmittagsbrei einzuführen. Und hatte eigentlich vor die ersten 2-3 Wochen noch nachzustillen (auch damit sich meine Brust langsam an den geänderten Milchbedarf durch die lange Pause von morgens bis abends gewöhnt).

Jetzt hatte ich vorgestern die Situation, dass ich ihm seinen Brei bereitet hatte (dürften so ca. 50g Wasser/Reis-Brei + ca. 40-60g Obst gewesen sein) und ihn danach noch stillte. Und wie ich ihn abdockte brach er mir wirklich alles wieder aus. Das war nicht nur ein bisschen gespuckt, das war schon richtig gebrochen :( Ein Teil vom Mittagsbrei von vor ca. 2,5 h vorher dürfte auch dabei gewesen sein, zumindest roch man noch den Kürbis...

Ich habe einfach das Gefühl, dass es zuviel für ihn war, bzw. zu viel Brei für den kleinen Magen und habe jetzt gestern nach dem Nachmittagsbrei nicht mehr gestillt. Bin mir aber sehr unsicher, ob es zu schnell ist die Mahlzeit nach 1 Woche zustillen schon komplett zu ersetzen?

Außer bei der Mittagsmahlzeit hört er immer von selbst zu essen auf, Mittags würde er noch mehr essen, aber ich denke die von mir oben beschriebene Menge ist genug, oder?

Unser Ernährungsplan sieht momentan folgendermaßen aus:

ca. 6 Uhr: Stillen
ca. 9 Uhr: Stillen
ca. 12 Uhr: Mittagsbrei
ca. 15 Uhr: Nachmittagsbrei
ca. 18 Uhr: Abendbrei (gegen 19 Uhr geht er ins Bett)
ca. 23 Uhr: Stillen
ca. 3 Uhr: Stillen

Er war bei der U5 (mit 6,5 Monaten) vor einigen Wochen 66 cm groß und wog 7800g - damit war er im Vergleich zu der vorausgegangenen Untersuchung (mit 3,5 monaten) leicht von seiner Wachstumskurve (die immer bei ca. 50% Perzentile lag) nach unten abgewichen. Die KÄ meinte aber, dass das nicht schlimm wäre.

Was er augenblicklich wiegt weiß ich nicht, da ich keine Waage habe.

Ich hätte nun gerne eine Einschätzung von Ihnen, ob es so richtig ist, wie ich es mache, oder ob ich zuwenig Brei gebe? Und ob ich die Nachmittagsbreimahlzeit zu schnell komplett ersetzt habe? Ich werde die Menge jetzt versuchen weiterhin langsam zu steigern.

Wie soll ich vorgehen? Und wieviel muss ein Kind in dem Alter trinken? Er trinkt sehr gerne Wasser, aber über 200 ml pro Tag kommen wir eigentlich nie. Das ist zuwenig, wenn er tagsüber nicht mehr gestillt wird, oder?

Bin echt sehr unsicher und möchte keinen Fehler machen!

Vielen lieben Dank im Voraus für Ihre Hilfe. Finde diesen Service, den es hier gibt echt toll und lese regelmäßig in den Antworten, was mir auch schon so manche Frage beantworten konnte!

Viele Grüße,
Sandra



Antwort vom 24.04.2011

Hallo!
Ich finde, Ihr Essensplan sieht doch gut aus. Ich empfehle Ihnen nur, noch genauer auf die Hunger- und Sättigungszeichen Ihres Kindes zu achten. Wenn er mit abwehrenden Händen, geschlossenem Mund und Wegdrehen des Körpers zeigt, dass er nichts mehr möchte, dann ist es das Zeichen für Sie, dass die Menge jetzt reicht. Genau wie Sie und ich haben auch Säuglinge nicht jeden Tag denselben Hunger zu selben Zeit, sondern das variiert. Das bedeutet, dass die Mengen, die Sie beschreiben und wo Sie vermuten, dass Ihr Kind sie essen sollte, jeden Tag ein bisschen anders aussehen können. Wenn Ihr Kind zur Mittagszeit also gerne noch einige Löffelchen gegessen hätte, dann spricht überhaupt nichts dagegen, ihm diese zu geben. Die andere Mahlzeiten werden entsprechend anders ausfallen und überhaupt werden Sie immer wieder feststellen, dass Ihr Kind sehr hungrige Tage haben wird und dann wieder mal weniger am Essen interessiert ist. Ich finde auch, dass Sie ihn nicht zwangsläufig abends nach dem letzten Brei mehr Stillen müssen, wenn Ihr Kind eigentlich gesättigt ist. Das Stillen zu den Mahlzeiten macht bei kleineren Portionen besonders zu Beginn Sinn, weil dann erstens verdauungsfördernde Enzyme mit dabei sind, auch das Eisen aus dem Essen mit der Muttermilch zusammen besser aufgenommen wird und die Milchbildung weiter angeregt wird. Zu den Breien gilt weiterhin, ihm einfach die zusätzlich Flüssigkeit anzubieten. Insbesondere im Nachmittagsbrei ist auch Flüssigkeit über reichlich zugegebenes Obstmus vorhanden. Ansonsten trinken viele Säuglinge einfach mehrere Schlucke an der Brust und stillen damit ihren Durst bis zur nächsten Mahlzeit. Bzgl. der neuen Breimahlzeit empfehle ich Ihnen auch einfach zu horchen, was Ihrem Kind behagt und nicht auf eine konkrete Menge, sondern auf sein Bedürfnis und Verhalten zu schauen. Möglicherweise wird es den ein oder anderen Tag wieder geben, wo er nur gestillt werden möchte.

Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme


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