Themenbereich: Schlafen

"was braucht es für einen Tagesrhythmus?"

Anonym

Frage vom 23.04.2011

Guten Morgen!

Meine kleine Tochter ist am 14. Dezember 2010 geboren, 6 Wochen und 3 Tage zu früh. Sie ist also jetzt über 4 Monate alt. Sie musste noch 4 Wochen im Krankenhaus bleiben, bevor wir sie mit nach Hause nehmen durften. Die ersten 2 Wochen waren sehr anstrengend, weil sie nachts alle 2 Stunden Hunger hatte, das Trinken aber jedes Mal bis zu 1 1/2 Stunden gedauert hat. Tagsüber hat sie fast nur geschlafen. Sie war selten wach.

Jetzt ist es so, dass sie ab dem Vormittag bis abends oder sogar nachts schreit. Ich kann sie nur sehr schwer beruhigen, es dauert oft mehrere Stunden, bis sie erschöpft einschläft. Den Schnuller muss man lange halten, bis sie ihn nimmt, wenn überhaupt. Und man muss ständig in Bewegung sein, das ist ein Problem für mich, weil ich ständig Rückenschmerzen habe.
Ich habe schon das Gefühl, dass sie vor Müdigkeit schreit. Sie schläft nämlich tagsüber so gut wie gar nicht mehr. Nur wenn ich mit ihr Auto fahre und mit dem Kinderwagen unterwegs bin, ist sie sofort ruhig. Momentan geh ich täglich mit ihr spazieren, damit sie ruhig ist. Allerdings schläft sie da auch immer nur kurz, ansonsten schaut sie viel rum.
Zwischendurch wird sie natürlich öfter gewickelt und gefüttert, sie lacht auch viel und brabbelt. Also sie ist nicht allgemein unzufrieden.

Nachts schläft sie teilweise schon durch, aber nur, seit sie tagsüber so viel schreit. Ansonsten kommt es vor, dass sie 1x nachts noch kommt. Das ist super so!

Einen Rhythmus haben wir auch überhaupt noch nicht. Sie bekommt die Nestle BEBA HA 1, tagsüber kommt sie alle 4-5 Stunden, teilweise ist sie aber viel zu müde um zu trinken... sonst trinkt sie pro Mahlzeit 165 ml bis auf den letzten Tropfen aus. Morgens trinkt sie jetzt meist so gegen 5-6 Uhr, dann im 4-5 Stunden-Rhythmus. Nach der ersten Flasche um ca. 5 Uhr morgens schläft sie 2-4 Stunden bis zur nächsten Mahlzeit. Ist die Mahlzeit vorüber, fängt sie wieder an zu weinen und ich leg sie mir auf die Brust und versuche sie zu beruhigen. Oder ich trage sie rum und wiege sie sanft.
Für Spielzeug interessiert sie sich kaum. Sie hat eine Activitydecke und Rasseln. Sie greift auch noch nicht. Ich lege sie zwar öfter auf die Decke, aber da weint sie auch i-wann. Ich kann nix mehr machen, weil sie immer gleich anfängt zu weinen und ich sie nicht schreien lassen kann.

Wir waren schon 2x beim Arzt. Das erste Mal hatte sie so schlimme Bauchschmerzen, das haben wir aber mittlerweile gut im Griff. Sie hat auch wieder öfter Stuhlgang und muss sich nicht mehr quälen. Die Ärztin meinte, dass sie so unruhig ist, weil wir eine sehr schwere Geburt hatten und das ein traumatisches Erlebnis für sie war. Aber warum macht sich das dann erst jetzt mit 4 Monaten erkenntlich?? Vorher hat sie nie so geschrien. Sie war immer ruhig.

Ich habe jetzt einen Pucksack bestellt, denn wenn ich sie eng in eine Decke einwickle, dann wird sie etwas schneller ruhig, aber eine normale Decke ist bei diesen Temperaturen viel zu warm, sie schwitzt dann immer. Ich muss sie dann aber noch mindestens 30-60 Minuten halten, ehe ich sie hinlegen kann und sie weiterschläft - sie schläft nur auf dem Bauch, anders schläft sie gar nicht ein!

Es ist wirklich sehr anstrengend und auslaugend für mich/uns, ich bin die meiste Zeit allein mit ihr... mein Freund arbeitet sehr viel und nachts und braucht tagsüber auch seinen Schlaf...

Ich weiß oft nicht mehr weiter, könnte mit ihr mitschreien... ;-(

Ich hoffe, dass ich so alle Infos beschrieben habe, die Sie evtl. wissen müssen, um uns zu helfen... Wie kann ich ihr einen Rhythmus angewöhnen und ab wann sollte sie einen festen Rhythmus haben? Wie kann ich sie tagsüber zum Schlafen bringen? Ist das alles normal und geht von alleine wieder vorbei? Wie lange müssen wir noch durchhalten?

Müde Grüße... und danke im Voraus! :)


Antwort vom 25.04.2011

Hallo!
Ich möchte Ihnen empfehlen, über eine Woche hinweg einen Plan zu machen vom Ablauf der Tage. Darin sollten in einer 24-Stunden-Auflistung die Mahlzeiten Ihres Kindes, die Schlafenszeiten, die zufriedenen Spiel- und Pflegezeiten, die unruhigen Zeiten und die Schreiphasen verzeichnet sein in Häufigkeit und Länge. Damit erhalten Sie einen Überblick, welchen familiären Rhythmus Sie schon haben und zu welchen Tageszeiten der Alltag mühsamer ist und wann gut zu gestalten. In Kombination mit Ihren Alltagsaktivitäten können Sie damit besser nachvollziehen, was vielleicht Unruhe reinbringt und welche Aktivitäten hilfreich sind. Vielleicht ist es dann auch leichter rauszufinden, wo Sie noch Hilfe von aussen brauchen. Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, dass Sie nicht mehr alleine in dieser Situation bleiben. Sehr hilfreich ist es auch, sich von einer Fachperson begleiten zu lassen, wenn Sie z.B. Ihr Kind beruhigen oder mit ihr spielen. Bitte wenden Sie sich z.B. auch an die ehemalige Frühgeborenenstation Ihres Krankenhauses, an den sog. Bunten Kreis oder Frühe-Hilfe-Stellen, deren Hilfsangebote Sie in Anspruch nehmen können. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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