Themenbereich: Fehlgeburt

"Muss ich mich auf eine Fehlgeburt einstellen?"

Anonym

Frage vom 29.06.2011

Liebes Hebammen-Team,

ich wäre dankbar für Eure persönliche Stellungnahme in meinem "Fall": ich bin 45 Jahre alt, habe bereits 4 gesunde Kinder und der erste Tag meiner letzten Regel war am 26.04.2011. Am ca. 02.06.11 zeigte ein Schwangerschaftstest aus der Apotheke ein positives Ergebnis. Am 07.06. war ich das erste mal beim Frauenarzt (SSW 7+0), der zu meinem Erstaunen gleich einen Ultraschall machte mit dem Ergebnis: 2 Fruchthöhlen. Er bestellte mich 14 Tage später wieder ein, es wurde wieder nur Ultraschall gemacht (SSW 8+6) : 1 leere Fruchthöhle (die gewachsen ist), Verdacht auf nicht intakte Schwangerschaft, es wurde Blut genommen zur Feststellung des HCG-Wertes und Einbestellung in 1 Woche. An diesem Termin (SSW 9 +6) wurde wieder Ultraschall gemacht: Fruchthöhle ist gewachsen, evtl. Dottersack erkennbar (Arzt war sich nicht sicher), Verdacht auf nicht intakte Schwangerschaft und Blutentnahme. Heute habe ich nun erfahren, dass der HCG-Wert binnen einer Woche von ca. 12.000 nur auf 13.500 angestiegen wäre und somit eine nicht intakte Schwangerschaft diagnostiziert wäre, da auch die US-Bilder "nicht passen" würden. Eine Ausschabung habe ich erst einmal abgelehnt um mich zu sammeln. Weitere Untersuchungen und Blutentnahmen hält der Arzt für nicht mehr notwendig, abgesehen von der Ausschabung natürlich.

Bei meiner letzten Schwangerschaft wurde ich ab der 20. Woche verrückt gemacht, das Kind würde sich nicht richtig entwickeln, wäre retartierend etc. und dann bekam ich mit (rechnerischer) 3-wöchiger Verspätung ein gesundes Kerlchen mit über 4,5 kg. Dies gepaart mit meinem Bauchgefühl, dass ich schwanger bin und ein Kind in mir wächst, nährt natürlich meine Zweifel, dass meine Schwangerschaft auch dieses mal intakt ist, entgegen den Aussagen des Arztes. Andererseits möchte ich mich nicht an etwas klammern, was unrealistisch ist, weil dies auf Grund meines Alters höchstwahrscheinlich meine letzte Chance war, noch einmal schwanger zu werden. Wenn ich die Beiträge hier richtig verstehe, dann bedeutet ein sinkender HCG-Spiegel das sichere Ende für eine Schwangerschaft, während ein zu langsam ansteigender lediglich ein Zeichen dafür sein könnte?

Mir ist klar, dass ich jetzt erst einmal abwarten muss aber mir ist nicht so klar, wie ich mich verhalten soll, wenn z.B. bis in einer Woche keine Blutung einsetzt? Wäre es vernünftig, dann wieder den HCG-Wert zu kontrollieren oder zu schallen oder sollte ich mich jetzt am besten damit abfinden, dass ich kein Kind bekommen werde?

Vielen lieben Dank für Eure Einschätzung!

Grüße von Mia2012



Antwort vom 29.06.2011

Hallo, zunächst mal besteht derzeit überhaupt kein Grund für eine schnelle Entscheidung oder einen Eingriff. Normalerweise setzen bei einer Fehlgeburt von alleine Blutungen ein, wenn die Schwangerschaft nicht intakt ist und der HCG-Wert abfällt. Bei "nicht genug gestiegenen" Werten bin ich immer etwas vorsichtig in der Prognose, weil ich oft genug erlebt habe, dass nachher noch völlig normale Babys geboren wurden.Sie haben ja selbst auch schon die Erfahrung gemacht, dass der US nicht unfehlbar ist. Es ist völlig in Ordnung, wenn Sie solange davon ausgehen, dass die Schwangerschaft intakt ist, bis Sie selbst merken oder sicher sind, dass das nicht der Fall ist. Ich würde mich jetzt nicht festlegen wollen wann es sinnvoll ist welche Untersuchung machen zu lassen, zumal wir uns nicht kennen und die Empfehlung auch wesentlich davon abhängen würde wie sich alles in der nächsten Zeit entwickelt. Meine derzeitige Empfehlung wäre tatsächlich erst mal abzuwarten und darauf zu vertrauen, dass Sie sich der aktuellen Situation entsprechend auch selbst gut entscheiden können welche weiteren Untersuchungen Sie brauchen und welche nicht. Hilfreich ist es dabei nicht allzu viel über den Tag hinaus zu denken "was wäre wenn in einer Woche" sondern eher bei dem zu bleiben was aktuell an Informationsstand und Gefühl vorhanden ist. Wenn in einer Woche keine Anzeichen einer Fehlgeburt zu bemerken sind, werden Sie wissen, ob Sie lieber noch mal nachschauen lassen möchten oder weiter abwarten. Solange nichts sicher ist, können und müssen Sie sich auch auf nichts "einstellen".
Ich wünsch Ihnen alles Gute, Monika

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Kommentare zu "Muss ich mich auf eine Fehlgeburt einstellen?"
Mia2012
Gelegenheitsclubber (0 Posts)
Kommentar vom 30.06.2011 12:24
Danke!
Hallo,
ich habe die Kommentarfunktion eben erst gesehen und möchte mich auf diesem Weg noch einmal recht herzlich für Ihre Mut machenden Worte bedanken. Ich fühle mich nun wirklich besser und frage ich mich, warum ich mich dermaßen habe verunsichern lassen.
LG Mia
Kommentar vom 30.06.2011 13:04
Verunsicherung
Hallo, freut mich, wenn Sie sich jetzt besser fühlen:-)
Mir ist noch aufgefallen, dass ich auf die angegebenen Schwangerschaftswochen gar nicht eingegangen bin. Alles was Sie angeben kann nicht damit übereinstimmen, dass Sie in der 9. Woche sind. Dafür gibts aber auch gar keinen Hinweis, eher im Gegenteil: Auch beim letzten Kind scheint es so, als ob nur ein rechnerischer Termin bestimmt wurde, bei dem sich am Ende rausgestellt hat, dass das Kind wahrscheinlich erst später gezeugt wurde. Möglich wäre, dass Sie auch diesmal erst später schwanger geworden sind (z.B. weil Sie einen verlängerten Zyklus haben?) und dass Ihr Arzt einfach keine Korrektur an der Rechnung vornimmt, obwohl alles darauf hinweist, dass die Rechnung falsch ist. Dementsprechend erwartet er mehr zu sehen, als zu sehen sein kann. Aber immerhin hat sich in der Zet ja was entwickelt (der Dottersack), was aber viel eher einer späteren Entstehung zuzuordnen wäre. Falls Sie bei der letzten Geburt den gleichen Arzt hatten, würde ich Ihnen vor weiteren Maßnahmen unbedingt eine "zweite Meinung" empfehlen.
Alles Gute, Monika
Mia2012
Gelegenheitsclubber (0 Posts)
Kommentar vom 01.07.2011 06:54
Schwangerschaftswochen
Hallo Frau Selow,

es ist gut möglich, dass mein Zyklus länger war, zumal meine Periode in letzter Zeit immer mal wieder unregelmäßig kam. Ich habe keine Temperatur gemessen etc. und weiß daher nicht, wann mein Eisprung war. Der letzte GV vor dem rechnerischen Eisprung liegt ungefähr 6 Tage zurück und ich halte es auch für unwahrscheinlich, dass es da noch zu einer Befruchtung gekommen sein soll, sondern denke auch, dass es eher später zur Zeugung kam. Fakt ist, dass am 2. Juni der Schwangerschaftstest (Femtest) positiv war. Wenn ich richtig gerechnet habe, dann müsste ich beim letzten US mindestens SSW 7+1 gewesen sein.

Der Arzt war sich nicht sicher, ob es sich um einen Dottersack handelt, aber nach meiner Erfahrung war es schon einer. Für den Arzt war er im Verhältnis zur Fruchthöhle zu klein, allerdings habe ich im Netz Dutzende ähnlicher US-Bilder gefunden, die als "normal" galten. Jedes Gerät ist auch nur so gut wie sein Anwender und man kann de Bilder auch immer so und so deuten - wenigstens ist das meine Erfahrung. Kurz vor der Geburt meines 3. Kindes wurde mir mitgeteilt, dass dieses Kind verhältnismäßig klein wäre im Gegensatz zu den beiden älteren Geschwister und ob ich in der Schwangerschaft geraucht hätte. Es wurde ein Geburtsgewicht von knapp unter 3 kg festgestellt und wenige Stunden später kam meine Tochter mit 3.900 g zur Welt. So viel dazu ....

Es handelt sich bei dieser Schwangerschaft nicht um den selben Arzt wie bei der letzten Geburt, sondern quasi um dessen Nachfolger. Den letzten Arzt habe ich nicht mehr konsultiert, sondern habe damals die restlichen Vorsorgeuntersuchungen von meiner Hebamme machen lassen, abgesehen von einer Untersuchung im KKH als ich 14 Tage über dem Termin war. Damit bin ich sehr gut gefahren. Auch jetzt im Moment habe ich irgendwie die Schnauze voll von Arzt und US und möchte erst einmal warten, wie es sich entwickelt. Diesen Arzt werde ich ganz sicher auch nicht mehr aufsuchen, da mich von Anfang an das Gefühl beschlichen hat, dass ich auf Grund meines Alters nicht ins "Praxisschema" passe. Es kamen da ein paar Anmerkungen sowohl von den Helferinnen als auch von ihm, die ich unpassend und anmaßend fand, auch wenn sie mit einem Lächeln gesagt wurden.

Ich mache es so, wie Sie gesagt haben: ich warte erst mal ab und dann werde ich je nach "Sachlage" entscheiden. Noch bin ich guter Hoffnung ;-)

Liebe Grüße
Mia


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