Themenbereich: Beginn der Beikost

"trinkt seine Flasche nur mit Zappeln und Meckern"

Anonym

Frage vom 04.07.2011

Hallo liebes Hebammenteam,

mein Sohn ist jetzt 5 1/2 Monate alt und bekommt seit einer Woche Mittags einen Gemüsebrei. Ansonsten trinkt er Milch (Aptamil Comfort). Wir hatten jedoch von Anfang an Schwierigkeiten mit den Flaschenmahlzeiten. Ich musste nach einer Woche abstillen und dann sind wir nach zwei Sorten Fertigmilch bei Aptamil Comfort gelandet. Er hat bis zu diesem Zeitpunkt ca. 10 Wochen lang rund um die Uhr gebrüllt (wg. Koliken und das wurde erst mit der Aptamil besser bwz. war weg) und war durch nichts zu beruhigen. Seine Flaschen hat er immer schon nicht so gut getrunken. Mengenmäßig hat er sich eingependelt bei ca. 120 ml. Abends auch mal 200 ml. Mit Vollendung des 4. Monats haben wir abends zwei Löffel Reisflocken in die Milch gemacht, was er gut vertragen hat. Auch sein Trinkverhalten ist sehr oft zum Haare raufen. Bei unserem ersten Sohn war das alles gar kein Thema. Der hat getrunken wie eine eins und auch dann wann er sollte. Jetzt haben wir ja vor einer Woche mit dem Mittagsbrei angefangen und seit diesem Zeitpunkt trinkt er noch schlechter die Milchflaschen. Er zappelt und meckert rum oder er verweigert die Flasche. Trinkt mit Glück vielleicht knapp 100 ml, wenn überhaupt soviel. Sein Brei isst er wirklich gut. Wir mussten vorgestern ein komplettes Gläschen geben, weil er noch Hunger hatte. Tagsüber trinkt er zwischendurch Tee. Wir haben das Gefühl, dass er die Milch nicht mehr möchte. Er ist irgendwie kein Flaschenkind. Er ist sehr interessiert am Geschehen am Familientisch und macht die Mundbewegungen mit und so. Nachmittags hat er immer so um drei bis halb vier ne kleine Milchflasche getrunken und dann abends die große Milchflasche mit Reisflocken. Jetzt macht er das gar nicht mehr gut und es ist ein Kampf. Ich kann doch aber nicht jetzt auch schon die Nachmittagsflasche mit Obstbrei ersetzen nur eine Woche nach Anfang Beikost, damit er abends die Milchflasche wieder anständig trinkt. Uns ist halt wichtig, dass wir abends beide im Bad fertig machen und der Kleine so um sieben/halb acht im Bett liegt, damit wir noch Zeit für den Großen (4 Jahre) haben. Anfangs war das ganz schlimm mit der Schreierei und da kam der Große oft zu kurz. Die ganze Zeit hat das abends super geklappt. Da war der KLeine um sieben im Bett und hat geschlafen und der Große um halb acht. Aber diese Flaschentrinkerei ist wirklcih nervenaufreibend....Wir haben Angst, dass wir mit einem Obstbrei am Nachmittag dem Körper zuviel zu muten nach einer Woche. Aber wir streiten uns dann, weil wir nicht mehr wissen was wir machen sollen. Die einzigste Flasche die unser Sohn ohne Zappeln und meckern und so trinkt, ist die nachts um zwei. Das ist so angenehm. Tagsüber eine Katastrophe. Wie schnell kann man mit Beikost umstellen? Muss das immer im vier Wochen Rythmus erfolgen. Solle wir das mit dem Obstbrei nachmittags einfach versuchen? Gibt es das, dass ein Kind kein Flaschenkind ist und man besser mit Brei direkt weitermacht?
Vielen Dank für eine Mitteilung

Liebe Grüße
BW22

Antwort vom 06.07.2011

Hallo!
Zum Trost möchte ich Ihnen schreiben, dass es vielen Eltern so geht wie Ihnen, wenn es um den Übergang von Flasche zu Beikost geht. Gleichzeitig empfehle ich Ihnen, so ruhig wie möglich zu bleiben. Ihr Kind wird nicht verhungern und es wird sich auch alles wieder ändern. Und im Interesse Ihrer beiden Kinder empfehle ich Ihnen auch, die beiden in ihrer Entwicklung und Art nicht zu streng zu vergleichen, weil es wahrscheinlich keinem gerecht wird. Vielleicht können Sie es irgendwann wieder mehr geniessen und beobachten, wie spannend es ist, dass z.B. Geschwister bei gleicher Erziehung ganz unterschiedlich sein können. Meine erste Vermutung ist übrigens, dass Ihr zweites Kind insbesondere seinen grossen Bruder beobachtet und ihm nachtun möchte. Beobachten Sie doch mal, zu welchen Tageszeiten bzw. Familienereignissen es am mühsamsten ist. Somit könnten Sie eine Alternative zur Flasche suchen, um Ihrem Kind Flüssigkeit anzubieten oder allgemein einen anderen Rhythmus finden. Und ansonsten würde ich Ihren Sohn die Menge trinken lassen, wie er es gerade macht und damit den Druck rausnehmen. Sicher widerspricht es den allgemeinen Empfehlungen, einem Kind in so schneller Reihenfolge die Milchmahlzeiten zu ersetzen. Es ist am ehesten das Verdauungssystem, was da nicht hinterher kommt. Wenn Ihr Sohn bisher keine Verdauungsbeschwerden zeigt, die ihn plagen und mühsam sind, dann steht einem Versuch mit dem Gläschen nachmittags nichts im Weg. Bleiben Sie flexibel und schauen Sie, wann Ihr Sohn bereit wäre, auch wieder eine Milchflasche bzw. Milch aus einem anderen Trinkbehälter zu nehmen. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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