Themenbereich: Stillen

"Schlaf in der Nacht und nächtliches Stillen"

Anonym

Frage vom 08.07.2011

Liebes Team der Hebammensprechstunde,
meine Tochter ist jetzt 8 Monate alt und ich möchte gern wissen,ob der Speiseplan so in Ordnung ist.Sie wird gegen 6 Uhr gestillt,nochmals so gegen 9 Uhr,bekommt dann um ca.12 Uhr ihren Mittagsbrei mit etwas Obst zum Nachtisch,gegen 15 Uhr Getreide-Obst-Brei und gegen 18.30 Uhr ihren Milchbrei.Gegen 23 Uhr will sie wieder an die Brust und wacht nachts noch oft auf um kleine mengen zu trinken.lässt sich ansonsten nicht wieder zum schlafen bringenWie kann ich ihr das nächtliche trinken abgewöhnen?biete ihr alternativ oft wasser an,richtig?Müsste sie nicht schon durchschlafen?soll ich,statt vormittags zu stillen lieber eine Zwischenmahlzeit anbieten und wenn ja,was?Sie trinkt morgens unterschiedlich lange und ich habe angst,dass sie nicht genug Milch bekommt,also lieber Folgemilch anbieten oder Pre-nahrung?
Ich hoffe,ihr könnt mir weiterhelfen,bin im Moment sehr verunsichert!
Liebe grüsse

Antwort vom 11.07.2011

Hallo!
Ihr Plan sieht doch prima aus und ich sehe nicht, was Sie zur Zeit dahingehend ändern müssten. Sie haben bisher drei Stillmahlzeiten ersetzt und für das Alter Ihrer Tochter ist das ganz in Ordnung so. Die Empfehlung für den Ersatz der Muttermilch im ersten Jahr lautet nach wie vor PreMilch, welche bis zum 12. Lebensmonat ausreichend und günstig ist. Sicher, Sie sehen nicht, wieviel Milch Ihr Kind über das Stillen erhält bei unterschiedlicher Trinkdauer, aber wenn Ihr Kind bisher gleichmässig zugenommen hat, gibt es keinen Grund daran zu zweifeln, dass sie sich holt, was sie braucht. Einfach Vertrauen! Ein Durchschlafen „müssen“ gibt es nicht (Durchschlafen ist ein Entwicklungsschritt und hat nichts mit Erziehung zu tun, lassen Sie sich bitte nicht von anderen Geschichten beeinflussen); Stillkinder melden sich erfahrungsgemäss häufiger in der Nacht als Flaschenkinder. U.a. liegt es sicher an einer Art „positiver Gewöhnung“; Stillen ist ja nicht nur Hunger und Durst stillen, sondern auch Kuscheln, Trost, Geborgenheit, Körperkontakt. Um einem Kind das nächtliche Stillen abzugewöhnen, braucht es Geduld und Unterstützung. Meistens macht es Sinn, den Partner einzuschliessen und ihn in die nächtliche Betreuung zu integrieren. Wieviel Hunger oder Durst bei dem nächtlichen Stillen dabei ist, ist oft nicht leicht zu unterscheiden, wäre aber völlig normal. Selbstverständlich können Sie Ihrem Kind Wasser anbieten und wenn sie es nimmt, wunderbar. Je nachdem, wo Ihr Kind schläft, sollten Sie beobachten, ob es Faktoren gibt, die Ihren Familienschlaf stören oder was hilfreich ist, um ihn zu fördern (z.B. gemeinsames oder getrenntes Zimmer/Bett etc.). Wenn Ihr Partner zunehmend die Aufgabe übernimmt, Ihre Tochter abends ins Bett zu bringen und das Stillen zu ersetzen weiss, spielen sich beide aufeinander ein und das hilft in der nächtlichen Betreuung. Sicher sind wir Mütter auch nachts noch lange ausschliesslich gefragt, und dieses Bedürfnis variiert von Kind zu Kind. Ich persönlich halte nichts davon, ein Kind schreien zu lassen und da, wo Ihre Tochter stillen möchte, fordern andere Kinder ihren Nuggi ein. Ausser, Sie möchten dringend abstillen, dürfen Sie Ihrem Kind ruhig seinen Rhythmus lassen. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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