Themenbereich: Milchmenge

"Zeit für ersten Brei?"

Anonym

Frage vom 04.08.2011

Zeit für den ersten Brei?
Liebe Hebammen,
mein Sohn ist inzwischen knapp 5 Monate alt (am 13.3.2011 geboren) und wird bisher voll gestillt. Er war schon immer ein recht sensibles Kind, das viel Nähe braucht (und auch bekommt - der Kinderwagen steht meist in der Ecke, stattdessen tragen wir ihn viel im Baby Carrier und Tragetuch).
Nachts hat er bisher schon so seine 7 bis 10 Stunden durchgeschlafen bis zum ersten Füttern und dann noch einmal 3 bis vier Stunden weitergeschlafen, je nachdem, wie lange er vorher geschlafen hatte.
Seit einigen Tagen habe ich das Gefühl, tagsüber dauerzustillen. Ich komme auf 10 bis 12 Mahlzeiten am Tag (incl Nacht, wobei ich tagsüber alle eineinhalb bis 2 Stunden stille, nachts (ab 7, halb 8) meistens zweimal. In der Nacht hält er nur noch höchstens vier Stunden durch. Dazu kommt, dass ich ihm tagsüber auch zum Einschlafen immer noch eine Brust geben muss und er auch kräftig trinkt. Abends werden die Abstände immer kürzer und er macht einen unzufriedenen und nicht satten Eindruck.
Am Familientisch schaut er mir "sehnsüchtig" jeden Bissen in den Mund und will auch danach greifen.
Er war von Geburt an ein langes Kerlchen (54 cm und 3830g), hat laut Hebamme und Kinderärztin gut und ausreichend zugenommen (mein letzter Termin liegt jetzt allerdings schon wieder 6 Wochen zurück) und ist inzwischen schon über 70cm groß (circa 7kg schwer).
Ich bin inzwischen dreifache Mutter und sollte eigentlich etwas gelassener sein, aber mein kleiner Mann macht doch einiges anders als die Mädels. Ich wollte sehr gerne 6 Monate voll stillen, bevor ich Brei zufüttere, habe aber das Gefühl, meine Milch ist nicht mehr ausreichend. Das ständige Stillen zehrt an meinen Nerven (und denen meines Mannes und auch an meinen körperlichen Kräften.
Sehen Sie eine Möglichkeit, weiterhin voll zu stillen oder sehen Sie eher die Zeit gekommen für den ersten Brei? und ist es dann sinnvoll, mit Gemüse mittags zu beginnen oder vielleicht doch eher einem Abendbrei?
Vielen Dank für Ihre Antwort
Nadine Arnold

Antwort vom 09.08.2011

Hallo!
Wenn Sie über einige Tage hinweg den zunehmenden Bedarf Ihres Kindes durch vermehrtes Stillen nicht decken konnten, ist das (in diesem Alter) möglicherweise ein Anzeichen mit der Beikost zu beginnen. Auch die anderen Zeichen für den Beikostbeginn sollten zu einem Teil vorhanden sein (reichlich Speichel, sehr gute Kopfkontrolle, Zeichen von Abwehr und Zustimmung können gezeigt werden, der Zungenstreckreflex ist mindestens abgemildert etc.).
Da aber zu Beginn der Beikost die Säuglinge das Löffeln erst lernen müssen und entsprechend noch keine grossen Mengen essen, bleibt das Stillen zu allen Mahlzeiten die wichtigste Nahrungsquelle. Das bedeutet, dass es sich auch lohnt mit milchbildungsfördernden Mitteln die Milchmenge nochmals zu stimulieren. Dazu gehört ausreichende Ernährung, Schlaf und Entspannung, aber auch Milchbildungskugeln helfen manchen Frauen, homöopathische Mittel etc..

Zu Beginn wird die Einführung des Mittagsbreis empfohlen mit einem Gemüse (ausser z.B., Sie alle in der Familie essen grundsätzlich erst abends warm), welchem nach 2-3 Tagen Öl zugeführt werden kann und somit sättigender wird (dann können z.B. Kartoffeln, Fleisch, Getreide in Abständen folgen). Sie werden entsprechend sehr schnell merken, ob Ihr Sohn Interesse und gute Koordination zeigt; falls nicht, lohnt es sich, nochmals z.B. eine Woche zu warten, um dann einen erneuten Versuch ohne Zwang zu starten. Eine Gewichtskontrolle könnte Ihnen mehr Gewissheit geben, ob Ihr Kind wirklich eher Hunger hat oder einfach nur eine unruhige Phase (erfahrungsgemäss bringt die Einführung von Beikost sowieso Unruhe rein). Wenn Ihr Sohn körperlich sehr aktiv ist (z.B. aktiver sprich anders als es z.B. seine Schwestern waren), ist es gut möglich, dass er mehr Kalorien braucht. Horchen Sie auf Ihr mütterliches Gefühl.

Alles Gute,
Inken Hesse, Hebamme

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