Themenbereich: Stillen allgemein

"Abschaltprobleme_kann nicht alleine einschlafen"

Anonym

Frage vom 11.09.2011

Liebes Hebammenteam,

unsere Tochter, mittlerweile 12 Wochen alt, ist ein süßes aufgewecktes und gesundes Mädchen die uns viel Freude bereitet. Allerdings bin ich bald mit meinen Kräften am Ende durch die Einschlaf-Abschaltproblemen des Kindes und das mehrstündige tägliche Tragen im Tragetuch. Hin und wieder treten hierdurch auch Stillschwierigkeiten auf.

Vom Geburt an ist sie zwieernährt und wir haben ca. 6 Wochen kämpfen müssen damit es mit dem Wechsel zwischen Trinken an der Brust und an der Flasche klappt. Wir benutzen hierfür die Tee-Muttermilchsauger von Nuk (und die von Avent nachts, damit die Flasche nicht ausläuft). Mittlerweile trinkt sie tagsüber, und wenn sie wirklich Hunger hat, gut an der Brust und wird auch für 2-3 Stunden satt. Wir füttern dann erst abends und nachts zu und dann bleibt sie sogar 5-6 Stunden am Stück satt. Ohne das abendliche-nächtliche Zufüttern wäre sie Nachts nach 2 Stunden wieder wach und würde wieder trinken wollen.

Außerdem trinkt sie schlecht nachts, nur ca. 5 Minuten effektiv und danach geht es in ein Nuckeln über. Ich wickle sie immer vorher damit sie auch vor dem Anlegen wach ist aber dies hilft nur kurz.

Was in den letzten Paar Woche hinzukam, ist dass sie trotz Stillen bis sie einnickt und Zufüttern bis sie einschläft, trotzdem nicht weiter schläft, sondern nach einer Weile wieder nach der Brust sucht. Dann aber will sie nur Nuckeln und das stundenlang. Ich lege sie dann mehrmals an und dies im Liegen. Dieses Verhalten trifft meist in den frühen Morgenstunden auf so dass die erholsame Nacht für uns dann um 3-4 Uhr morgens früh zu Ende ist. Außerdem regt es die Milchproduktion an, die aber zu Verhärtungen und Druck in den Brüsten führt, da die Milch wohl nicht weggetrunken wird. Hinzu kommen die wunden Brustwarzen. Ich lege sie dann tagsüber gut und häufig an, und die Verhärtungen verschwinden meist nach 3-4 Mal Stillen. Dann geht das Spiel wieder von Vorne los. Tagsüber sind wir beide müde (sie quängelt und kann ohne Brust/Flasche nicht einschlafen) bzw. im Kinderwagen schläft sie nach 15 min. Geschrei und Quängelei ein bis der Kinderwagen wieder stehen bleibt. Dann wacht sie meist auf.

Nachmittags lege ich sie ins Tragetuch sobald die schlechte Laune beginnt. Dort schläft sie, vor allem wenn sie bereits müde ist, sogar 3 Stunden am Stück. Das Einschlafen geschieht mithilfe von sanften wiegen, summen und über den Kopf und Rücken streicheln, meist vorher mit einigen Minuten Gestrampel und lauten Geschrei.

Mein Wunsch wäre, dass wir sie ohne viel Schreien umgewöhnen könnten auf zumindest einschlafen und weiterschlafen ohne Stillen im Babybay/Stubenwagen oder Kinderbett. Es wäre natürlich toll wenn sie tagsüber irgendwann auch ohne unsere Bemühungen alleine einschlafen könnte.

Ich führe seit ein Paar Wochen Protokoll über ihren Tagesablauf mit Wickeln, Still- und Spielzeiten sowie über die Schlafmenge, damit wir etwa schätzen können, ob sie überhaupt dabei ist einen Rhythmus zu entwickeln und wie viel Schlaf sie in 24 Stunden braucht. Bisher hat sich ein recht stabiler Schlaf zwischen 22 - 3 Uhr ergeben, mit guter Laune am Vormittag (9-10 Uhr) und schlechter Laune ab 14-15 Uhr. Dann kommt sie für ein Paar Stunden Beruhigung+Schlaf ins Tragetuch. Abends ist sie meist wieder 17-18 Uhr gut gelaunt und spielt, bis sie erneut wohl ihre Abschaltprobleme bekommt. Dann schreit sie mindestens eine halbe bis eine Stunde.

Sie schläft auf meiner Seite des Bettes im Babybay, manchmal lasse ich sie in der Mitte zwischen uns schlafen. Einen Schnuller zur Beruhigung nimmt sie nicht.

Was können wir noch tun?

Antwort vom 16.09.2011

Hallo!
Sie nennen die Mühe Ihrer Tochter selbst „Abschaltprobleme“. Wenn Sie beobachten, dass es Ihrem Kind schwer fällt abzuschalten, sollten Sie Ihr Schlafprotokoll sehr genau zu Rate ziehen und zwei Dinge versuchen herauszufinden: möglicherweise ist Ihr Kind immer ein bisschen länger auf als sie eigentlich verträgt. Möglicherweise ist es mühsamer, wenn sie innert des Tages nicht auf ihre nötige Schlafmenge kommt (auszurechnen an Ihrem Protokoll) und deshalb viel öfter und früher in den Schlaf geleitet werden muss (meisten nach 11/2 Stunden Wachsein). Und was, vermuten Sie, überreizt Ihr Kind, dass es nicht abzuschalten vermag? Evtl. gibt es etwas im Tagesablauf, was darauf Einfluss hat (unspezifisch gesehen kann das einiges sein: Radio/TV läuft ständig, Kaffeekonsum/ Nikotinkonsum/, ständig unterwegs etc..). Erhält Ihre Tochter nachts eine Flasche? Es wäre ganz normal, wenn sie nachts noch Hunger hat, aber ich vermute nicht, dass sie deshalb so häufig wach ist, sondern sie hat sich sicher an Ihre Nähe und an das Nuckeln an der Brust gewöhnt. Jetzt könnten Sie Ihren Partner gebrauchen, der einen Teil der Betreuung mit übernehmen sollte und anders beruhigen kann als Sie mit der Brust. Das braucht Geduld. Eine letzte Möglichkeit wäre folgende: haben Sie schon mal ausprobiert, ob Ihr Kind zum Einschlafen können vielleicht „allein“ sein muss, sprich nicht getragen, gewiegt, besungen? Auch das erlebe ich immer wieder. Das würde bedeuten, Ihrem Kind einen kleinen Zeitraum (evtl. bis ca. 5 min) die Möglichkeit zu geben sich in den Schlaf zu „meckern“. Ungewöhnlich ist der Tagesablaut Ihres Kindes nicht und viele Säuglinge in ihrem Alter brauchen noch diese enge Begleitung in den Schlaf. Allerdings würde ich auch als erstes versuchen, die anstrengenden Tuchtragezeiten zu verkürzen und Ihr Kind im tieferen Schlaf hinauszunehmen. Könnte es einen Grund geben, warum sie nicht auf dem Rücken schlafen mag? Manchmal haben die Osteopathen noch eine Idee. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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