Themenbereich: Beginn der Beikost

"Beikostbeginn mit vollendeten vier Monaten"

Anonym

Frage vom 24.09.2011

Hallo,

ich stille meinen Sohn, 4 Monate, ausschließlich.
Bisher hat er gut an Gewicht zugenommen, zur Zeit wird die wöchentliche Zunahme weniger.
Unsere Kinderärztin hat mir bei der U4 geraten bald mit der Beikost zu beginnen, sie sagte es gäbe neue Studien die belegen das ein Beikostbeginn mit vollendeten 4 Monaten ratsam wäre.
Mein Kleiner kaut auch bereits fleißig auf seinen Händchen und wenn ich esse auch "auf der Luft" herum.
Sollte ich tatsächlich schon anfangen?
Es ist momentan auch eher unruhig beim stillen.
Es isst am Tag alle 2 (bis max 3) Stunden (so ca 7 mal pro Tag) und schläft nachts zwischen 7 und 10 Stunden.

Vielen Dank

Antwort vom 27.09.2011

Hallo!
Es ist ganz normal, dass die Kurve zum Gewichtsverlauf flacher verläuft. Die durchschnittlichen Zunahme im Alter von vier bis sechs Monaten liegt zwischen 70-140g in der Woche. Wenn Ihr Kind eine derart lange Nachtpause hat, ist es ganz klar, dass er tagsüber so häufig gestillt werden möchte. Die Empfehlung Ihrer Kinderaerztin wird seit ca. 2 Jahren propagiert, allerdings nicht von allen Gesundheitsorganisationen. U.a. die WHO empfiehlt nach wie vor eine Stillzeit von sechs Monaten ohne Zufütterung. Die neuen Studien sprechen dafür, dass die einzelnen Nahrungsbestandteile in schnellerer Abfolge eingeführt werden können und auch glutenhaltiges Getreide schon zu einem früheren Zeitpunkt (nicht erst 8. Lebensmonat) gegeben werden darf (sprich, die Kinder dürfen ohne Probleme auch schon mal früher an einem Brot lutschen etc.). Für den Beikostbeginn empfiehlt es sich aber nach wie vor, die Entwicklung des Kindes genauer zu betrachten, unabhängig von dem Erreichen der vollendeten 16 Lebenswochen. Ihr Sohn sollte u.a. eine sehr gute Kopfkontrolle besitzen, fast ohne Hilfe selbständig sitzen können, Signale wie Hunger- und Sättigungszeichen gut zeigen können, den Zungenstreckreflex fast verloren haben und am besten kleine Stücke Essen selbständig in den Mund hinein transportieren und über die Lippen und Zunge nach hinten befördern können. Diese Entwicklungsschritte ermöglichen einem Kind eine adäquate Verdauung der festen Kost und ein genussreiches Essen. Ansonsten kann das Füttern der festen Kost auch schnell zum Zwang werden, wenn ein Säugling von der Motorik noch gar nicht bereit dazu ist, Eltern sich aber verpflichtet fühlen, dass der Brei gegessen werden muss. Sie können zur Beratung von Beikost und zum schrittweisen Abstillen immer noch eine erfahrene Hebamme zu Rate ziehen. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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