Themenbereich: Stillen

"will Abstillen, Säugling verweigert alle Massnahmen"

Anonym

Frage vom 21.01.2012

Hallo,
unser Sohn ist nun fast sechs Monate alt und wacht immernoch 3-5mal die Nacht auf und möchte an die Brust. Er hatte zwischendurch mal ein Schlafythmus wo er ein bis zweimal aufgewacht ist und trinken wollte. Da ich mittlerweile sehr erschöpft bin und gesundheitliche Probleme (Neurodermitis, starkes Abnehmen etc.) habe wurde mir von Ärzten und meiner Hebamme nahegelegt langsam abzustillen, auch in der Hoffnung, dass sich dadurch vielleicht auch die Nächte ruhiger gestalten. Leider nimmt unser Kleine keinen Brei (sowohl Mohre, Pastinake als auch Apfel wird ausgespuckt), auch keine Flasche (generell also sowohl mit Muttermilch, als auch mit Prenahrung), als auch keinen Schnuller oder ähnliches. Hierbei macht es keinen UNterschied wer versucht ihn zu füttern. Tagsüber finde ich es okay weiterzustillen, auch wenn es körperlich nicht mehr ewig so weitergehen kann, aber wie kann ich die Nächte ruhiger gestalten? Braucht unser Sohn nachts wirklich alle zwei Stunden Milch? Er wird immer erst ruhig wenn er die Brust bekommt und trinkt dann auch einige Minuten und schläft dann weiter. Sollte ich ihn mal schreien lassen? wie lange? wenn ich ihn wirklich schreien lassen würde, wie bei den Schlaftrainings beschrieben, darf ich ihn dann gar nicht mehr nachts stillen, oder versteht er, wenn ich z.b. nur jedes zweite Verlangen gestillt zu werden aussetze und das dann immer weiter reduziere? Oder gibt es irgendwelche anderen Tipps, wie die Nächte etwas ruhiger gestalten können?i Beruhigen ohne Brust endet innerhalb kürzester Zeit in Schreierei. Ich finde den Gedanken ihn einfach schreien zu lassen, nämlich nicht gut, bin aber wirklich so erschöpft, dass ich auch diese Option mittlerweile in Betracht ziehe...
Vielen Dank im Voraus!

Antwort vom 24.01.2012

Hallo!
In erster Linie vermute ich, dass Ihr Sohn einfach die Beruhigung an der Brust braucht. Gleichzeitig haben Säuglinge seines Alters auch wirklich noch Hunger in der Nacht. Manche Kinder verspüren mit Beginn des Zahnens einen enormen Druck des Kiefers, der insbesondere in der Nacht durch nichts anderes abgelenkt wird. Stillen und das Saugen beruhigt und lindert den Schmerz. Durch die Veränderung des Kiefers kann sich auch im Kopf-Nackenbereich derart etwas verschieben, dass Ihr Kind nicht mehr gut schläft, insbesondere nicht auf dem Rücken und z.B. ein Osteopath Abhilfe schaffen kann. Falls Ihr Kind erst kürzlich einen Infekt hatte im Nasen-Rachen-Hals-Bereich, kann sich manchmal noch eine Mittelohrentzündung einschleichen. Auch da hilft dem Kind das Saugen an der Brust, allerdings ist dieser Moment meistens mit sehr viel mehr Weinen, sprich auch Schmerzen verbunden. Viele Kinder haben meist ein gutes Gespür dafür, was sie vertragen bzw. worauf sie allergisch reagieren und verweigern dann häufig gewisse Lebensmittel (das hat natürlich nichts mit der Verweigerung der Flasche mit Muttermilch zu tun). Allerdings vermute ich eher noch, dass Ihr Sohn noch gar nicht parat ist für die Beikost. Ich empfehle Ihnen dahingehend, einfach das Anbieten von fester Kost immer mal wieder im Abstand von einer Woche zu probieren. Irgendwann wird er den Schritt machen (das allergische Potential der Möhre ist grösser als manch anderes Gemüse, ich würde also etwas anderes zuerst anbieten, z.B. Kürbis). Für das „Verstehen“ eines Planes zum Stillen ist Ihr Sohn noch zu jung. Regeln bzgl. Zeiten oder Häufigkeiten haben noch lange keine Bedeutung für ihn. Er beginnt wahrscheinlich jetzt gerade zwischen einem ja und nein zu unterscheiden. Wenn Sie sich darauf einlassen wollen, dann brauchen Sie eine andere Bezugsperson, die Ihr Kind in der Zeit betreut, wo Sie ihm das Stillen verweigern.

Ich halte auch nichts davon ihn schreien zu lassen. Es gibt nicht wirklich einen verlässlichen Tipp zu Ihren Sorgen. Das Verlässlichste, was Sie tun können, ist insgesamt gut für sich selbst zu sorgen, ausreichend zu Essen bzw. Hilfe zu suchen und anzunehmen, damit Sie einen Ausgleich an Schlaf und Nahrung finden.
Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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