Themenbereich: Stillprobleme

"Soll ich es mit dem Stillen nun doch besser lassen?"

Anonym

Frage vom 26.01.2012

Hallo,
Ich habe eine Frage zum stillen, und hoffe Sie können mir weiter helfen.

Mein Sohn ist drei Wochen alt. Ich hatte nach der Geburt angefangen zu stillen, was dann auch relativ gut geklappt hat. Wegen eines sehr hohen Bilirubinwertes (23,7) musste mein Sohn aber nach einigen Tagen mit Fototherapie behandelt werden. In der Zeit habe ich abgepumpt und er wurde mit der Flasche gefüttert. Die darauffolgenden Stillversuche waren eher schlecht und da ich Angst hatte, dass der Wert wieder steigen könnte (bei Entlassung 14,8), habe ich mit dem abpumpen auch erstmal zuhause weiter gemacht. Nach kurzer Zeit hat er gut zugenommen und regelmäßig getrunken (und da ich mit dem abpumpen teilweise nicht mehr hinter her kam, habe ich pre Nahrung zugefüttert).
Ich würde ihn gerne wieder stillen, und versuche es auch schon (zwar mit Stillhütchen, weil er so gar nicht mehr an die Brust will). Es dauert ziemlich lange bis er überhaupt erstmal trinkt. Teilweise sitze ich bis zu drei Stunden, da er zwischen kurzen Trinkphasen ständig schreit. Irgendwann schläft er dann ein. Jetzt habe ich Angst, dass er wieder abnimmt, denn ich weiß ja nicht ob er satt geworden ist, oder müde vom schreien. Manchmal meldet er sich auch kurz nach dem stillen nochmal, und wenn ich dann schon lange probiert habe, füttere ich wieder mit der pre Nahrung (wobei er dann nicht mehr so viel trinkt).
Soll ich es mit dem stillen nun doch besser lassen und wieder abpumpen? Oder braucht er einfach noch mehr Zeit um sich daran zu gewöhnen? Ich möchte ihn ja nicht quälen, nur weil ich lieber stillen möchte.

Danke schonmal,
und liebe Grüße.

Antwort vom 31.01.2012

Hallo!
In erster Linie scheint Ihr Kind verwirrt zu sein zwischen dem Saugen an der Brust, dem Brusthütchen und der Flasche. Wenn Sie drei Stunden stillen und Ihr Kind ist immer noch unzufrieden, erhält er ziemlich sicher nicht genug und Sie beide werden auf die Dauer frustriert und unmotiviert. Ich emnpfehle Ihnen also dringend, eine Hebamme und/oder Stillberaterin zur Hilfe zu ziehen. Mit viel Geduld und Unterstützung (ja, Sie brauchen beide Zeit, wie Sie schreiben, um sich daran zu gewöhnen), schaffen es einige Kinder wieder zurück an die Brust zum vollen Stillen. Um ihn nur auf die Brust zu prägen, sollte er vorzugsweise nur noch Stillen direkt an der Brust, insbesondere auch ohne Hütchen (das Hütchen verhindert oft, dass Ihr Sohn genug stimuliert bzw. er damit auch nicht genug Milch erwischt und früh müde wird; insbesondere, wenn das Hütchen zu klein oder zu gross ist und nicht optimal aufgesetzt wird, funktioniert das System nicht). Damit er die Brustwarze wieder richtig greifen kann, brauchen Sie nochmals Hilfe, wie er optimal an der Brust angelegt und positioniert wird und wie Sie die Brust stützen und formen können. Gleichzeitig werden Sie, insbesondere am Anfang, weiter abpumpen müssen, insbesondere, um die Milchbildung zu optimieren. Es gibt verschiedene Hilfsmittel, wie Ihrem Sohn die abgepumpte Milch zugefüttert erhalten kann.

Falls Ihr Sohn und Sie auch darunter gelitten haben, dass Sie nach der Geburt getrennt wurden, zeigt die Erfahrung, dass es auch da wichtig ist, Sie emotional gut zu unterstützen. Häufig lösen sich dann viele „Blockaden“ und Sie fühlen sich in Ihrer Aufgabe nicht allein. Ich glaube immer, dass es sich lohnt, das Stillen an der Brust zu probieren, weil es so viel einfacher ist als das Pumpen der Muttermilch und dann Füttern mit der Flasche. Übrigens glaube ich nie, dass wir unsere Kinder „quälen“, wenn wir ihnen helfen an der Brust zu stillen. Es macht nur dann keinen Sinn, wenn Sie das Stillen nicht als Genuss und als befriedigend erfahren. Dann geht es auch Ihrem Kind nicht optimal damit. Ansonsten würde alle Säuglinge jede Hilfe annehmen, um bei Mama zu saugen.
Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme


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