Themenbereich: Schlafen

"Kind schläft schlechter nach Krankheit"

Anonym

Frage vom 28.06.2012

Liebe Hebammen,

zunächst einmal vielen Dank dafür, dass dieser Service hier angeboten wird. Ich lese Ihre kompetenten Antworten immer gerne und lerne viel Neues dazu. :-)

Nun zu meinem Problem:
Unser Sohn ist jetzt knapp 5 Monate (21 Wochen) alt. Ich stille ihn noch voll.
Mit 2 bis 3 1/2 Monaten hatte er einen sehr guten Tag-Nacht-Rhythmus, er ist immer sofort nach dem Stillen wieder eingeschlafen, was für mich so gut wie durchschlafen war. Eine zeitlang hat er nur 2mal pro Nacht getrunken. Er schläft bis zum ersten Stillen in seiner Wiege, den Rest bei uns im Bett. Irgendwann hat es angefangen, dass er alle 2-3 Stunden kam, was für mich auch noch in Ordnung war, weil er ja immer gleich wieder weitergeschlafen hat. Tagsüber hat er einen 3-4 Stunden-Rhythmus.

Vor 4 Wochen hatte er eine Mittlohrentzündung und musste ein Antibiotikum nehmen. In dieser Zeit hat er sich angewöhnt nachts stündlich an die Brust zu wollen. Das war schon sehr anstrengend für mich. Er hat nie richtig getrunken und teilweise die Milch seitlich wieder aus dem Mund laufen lassen. Nach einem Gespräch mit der Kinderärztin sagte sie, das bräuchte ich mir nicht mehr anzutun, jetzt wo er wieder gesund ist. Er nimmt übrigens weder Schnuller noch Finger oder Schmusetuch. Ich habe es auch schon mit einem von mir getragenen T-Shirt versucht.

Ich habe also vor zwei Wochen begonnen ihn einfach nur maximal alle drei Stunden zu stillen, da er ja tagsüber sogar oft 4 Stunden aushält und auch bei kürzeren Abständen nicht mal richtig trinkt. Die ersten Nächte hat es super geklappt. Ich hab ihn zu mir geholt, er hat 2-3 Minuten geweint und hat dann weiter geschlafen. Seit etwa einer Woche sind die Nächte katastrophal! Er hört einfach nicht auf zu weinen. Rumtragen will ich ihn nicht, weil ich weiß, dass er dann wacher wird. Wir haben auch schon versucht, ob es besser ist, wenn mein Mann ihn nimmt, damit er die Milch nicht riecht. Oft hilft nicht mal Stillen (bzw. hilft nur für die Stilldauer).
Wir waren nochmal bei der Ärztin, weil ich Angst hatte, dass es wieder die Ohren sind (wobei er eigentlich nicht leidend klingt). Sie konnte nichts feststellen. Sie meinte evtl. die Zähnchen, wobei das auch nur eine Vermutung wäre, es sah nicht danach aus. Osanit und Dentinox helfen auch nicht weiter.

Er scheint einfach mit dem Schlafen Probleme zu haben, denn tagsüber ist er super gelaunt und munter. Und auch das Schlafen tagsüber ist sehr mühsam geworden. Er schläft fast nur noch im Kinderwagen und nach langem Gejammer auf dem Arm. Er schläft seither tagsüber statt 4-5mal für eine halbe Stunde 3mal für 1 bis 1 1/2 Stunden.

Ich weiß mir nicht mehr zu helfen. Ich habe ihn nie alleine weinen gelassen und war immer liebevoll, weil er mir ja auch Leid tut.
Wie soll ich Ihrer Meinung nach weiter vor gehen? Ich habe wirklich keine Lust ständig als Nuckel herhalten zu müssen.

Vielen Dank schon im Voraus für Ihre Antwort!
Viele Grüße

Antwort vom 01.07.2012

Hallo!
Vielen Dank für Ihr feed-back,
Wie bei fast allen Kindern scheint auch bei Ihnen die erste richtige Erkrankung viel durcheinander gebracht zu haben und Sie als Mutter hatten eine mühevolle Zeit. Es sind immer die Nächte, die dann voller Unruhe und Veränderung sind und alle Kinder brauchen dann mehr Aufmerksamkeit. Dieses stündliche Aufwachen in der Nacht ist zu Zeiten der Krankheit sehr verständlich und wird dann häufig als Gewöhnung noch mit in die gesunde Zeit genommen. Möglicherweise hat auch die Antibiotikagabe sein Darmmilieu durcheinander gebracht und er leidet mehr unter Blähungen und Bauchweh besonders nachts, wo oft nur das wiederholte Saugen hilft. Da helfen Präparate, die die Darmflora wieder herstellen. Gleichzeit ist es oft so, dass die Kinder in Krankheitszeiten weniger essen, sprich nicht so gut zunehmen oder im Wachstum inne halten. Danach haben viele ein Aufholwachstum mit wieder mehr Hunger. Könnte es auch das sein? Ausserdem befindet sich Ihr Sohn in dem Entwicklungsstadium, dass er sowieso einen Schritt vorwärts macht mit Drehen, Greifen, Aufmerksamkeit. Wenn die Zähne zum gleichen Zeitpunkt kommen, verschiebt sich viel im Kiefer. Auch das spricht für ein grosses Saugbedürfnis und Unwohlsein im Kopfbereich, der insbesondere zu spüren ist, wenn man liegt. Manchmal hilft da die Osteopathie. Von der bisherigen Dauer Ihrer Mühe vermute ich einfach, dass Ihr Kind sich in einem wirklichen mühevollen Schub befindet und es noch eine Weile Ihre intensive Begleitung braucht. Entsprechend brauchen Sie Entlastung, um Ihren fehlenden Nachtschlaf wieder aufzuholen. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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