Themenbereich: Schlafen

"Wie schläft mein Kind alleine ein?"

Anonym

Frage vom 27.07.2012

Guten Morgen, meine 13 monate alte Tochter schläft seit dem 7. Monat nur auf meinem Arm ein. Nun versuche ich gerade sie allein ins Bett zu bringen. Ist es richtig, dass man quasi nur "Gute Nacht" sagt und dann das Zimmer verlässt? Gestern abend hat sie zwei Stunden gebrüllt. Außerdem isst sie im Moment abends fast gar nichts mehr. Hängt das damit zusammen? Was kann ich tun? Danke für Ihre Hilfe!

Antwort vom

Hallo, wenn Ihr Kind angefangen hat die Abendmahlzeit zu verweigern, nachdem Sie das Einschlafritual geändert haben, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass beides zusammen hängt. Wenn es Ihre Tochter gewöhnt ist, dass sie bei Ihnen auf dem Arm einschläft, dann ist das was Sie jetzt probieren eine ziemlich drastische Umstellung, die sie nicht verstehen kann. Für Ihre Tochter ist es mit Sicherheit nicht "richtig" was Sie machen. Sie versteht es nicht, sie ist irritiert und sie fühlt sich dabei sehr unwohl und gestresst. Für sie ist es keine "gute Nacht", wenn sie mit zwei Stunden Schreien beginnt, auf das nicht (für sie spürbar) reagiert wird.
Kinder brauchen noch sehr lange (individuell verschieden) abends eine Zeit, in der sie mit dem Tag abschließen können und in der sie Unterstützung beim Einschlafen erhalten.
Das bedeutet nicht, dass sie nun ewig auf Ihrem Arm einschlafen muss. Dafür wird sie zu schwer. Was Sie tun können: Gewöhnen Sie Ihre Tochter langsam und schrittweise daran, dass sich das Einschlafritual ändert. Sie können zum Beispiel erst noch mit Ihr auf dem Arm kuscheln, dann zu Ihr sagen "jetzt wirst Du mir langsam zu schwer", sie noch wach hinlegen (evtl. mit Ihr zusammen hinlegen), bei Ihr bleiben, Ihr etwas vorsingen, die Hand halten und anfangs bei Ihr bleiben bis sie eingeschlafen ist. Wenn das gut klappt: nach dem Singen oder Vorlesen oder gemeinsamen Bilderbuch ansehen, das Licht ausmachen und rausgehen. Sollte sie anfangen zu schreien, zurück kommen, ruhig mit ihr reden, wieder Körperkontakt herstellen.
Es kann sein, dass Sie jetzt erst mal viel Geduld aufbringen müssen, um die ersten negativen Erfahrungen wieder auszugleichen. Solange sie abends so schlecht isst, ist es zu früh, um von ihr große Umstellungsleistungen zu erwarten. Sie laufen damit Gefahr, dass Ihre Tochter nicht nur schlecht einschläft, sondern überhaupt schlecht schläft, weil sie nachts wegen Hunger und Durst aufwacht, schlecht träumt usw.
Langfristig ist es auch für Sie entspannter abends z.B. eine Stunde fest einzukalkulieren, um ein sattes und zufriedenes Kind ins Bett zu bringen, das nachts dann auch gut schläft. Ich halte nichts von Empfehlungen, die für alle Kinder gleich sind, weil die Kinder ganz unterschiedlich sind. Das bedeutet, dass das was bei dem einen Kind gut funktioniert, bei dem anderen eben nicht der beste (und auch einfachste) Weg ist. Was gut für Sie beide ist, können Sie nur zusammen herausfinden. Versuchen Sie dabei aufmerksam zu sein für das was in Ihrem Kind vorgeht, was sie fühlt, und darauf angemessen zu reagieren.
Dabei können Sie ruhig etwas "ausprobieren".
Ich wünsche Ihnen beiden alles Gute, Monika Selow


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