Themenbereich: Entwicklung und Erziehung

"Kind fremdelt und will nicht alleine sein"

Anonym

Frage vom 18.09.2012

Hallo Hebammenteam mein Sohn ist 14,5 Monate alt, das Problem bei uns ist Faser sehr anhänglich ist und sehr Fremdelt.
Kann mein Haushalt nicht machen will immer mit mir spielen auch wenn er mal alleine spielt muss ich in dem gleichen Raum mit ihm sein, wenn ich kaum aus dem Zimmer bin läuft er hinter mir her oder er fängt an zu schreien. Manch mal ignoriere ich ihn aber es geht nicht immer wenn er schreit das geht mir dann manch mal auf die Nerven.
Mit dem Fremdel ist es auch so eine Sache wenn wir Besuch bekommen oder wenn wir irgend wo hin gehen schaut erst jeden sehr skeptisch wenn schon irgend jemand nur Hallo sagt fängt er an zu weinen, kann ihn dann nur sehr schwer beruhigen.
Ich bin manch mal an verzweifeln.

Können sie mir bitte einige tips geben wie ich vorangehen kann. Wie kann man denn Fremdeln reduzieren sogar weg machen??

Danke im Voraus für Ihre Hilfe.

Mit freundlichen Grüssen

Antwort vom 20.09.2012

Hallo,
das ist ohne Frage sehr anstrengend. Ihr Sohn verhält sich aber ganz normal. Alle Kinder seines Alters wollen in der Nähe ihrer Mutter sein und spielen nur sehr kurze Zeit in einem anderem Raum. Er kann das noch nicht besser. Noch einige Monate weiss er nicht, dass Sie wirklich zurückkommen, wenn Sie den Raum verlassen. Er weiss nicht, dass Sie nur ins Bad gehen, für ihn ist es genauso möglich, dass Sie nie wieder zurückkommen. Je häufiger Sie ihn also auch schreien lassen und nicht reagieren, desto mehr wird er klammern, weil Sie ihm nicht sicher erscheinen. Sicher müssen Sie alleine aufs Clo gehen dürfen, aber ansonsten würde ich ihn mitnehmen, oder ihm sagen, dass Sie in ein anderes Zimmer gehen und auch zu ihm gehen, wenn er nach Ihnen weinen sollte. Gehen Sie erst, wenn er sehr sehr laut brüllt, dann lernt er nur, dass er sehr sehr laut brüllen muss bis Sie kommen. Er wird dann bei der kleinsten Kleinigkeit losbrüllen, weil er gelernt hat, dass er mächtig laut werden muss, damit einer kommt.Lernt er, dass Sie zügig kommen oder zumindest antworten wenn er nach Ihnen weint, lernt er , dass er sich verlassen kann, dass Sie reagieren werden und dass Sie für ihn da sind. Auch das er sich Fremden gegenüber so verhält ist ganz normal. Er ist nicht an Fremden interessiert und die meisten Erwachsenen kommen Kindern viel zu schnell zu nah. Das macht Kindern Angst und sie weinen und verstecken sich. Versuchen Sie ihm Zeit zu geben , sich nicht genervt zu zeigen, auch wenn das nicht ganz leicht ist, weil das anstrengend ist. Aber wenn er merkt, dass er so sein darf wie er gerade ist und er keinen Druck verspürt, dann wird er mit Sicherheit sehr viel früher, als mit Druck und weinen lassen ,das von Ihnen gewünschte Verhalten zeigen. Er kann es , er kann es nur gerade noch nicht . Nehmen Sie seine Bedürfnisse ernst dann wird er auch mutiger, weil er sich sicher fühlt und von Ihnen verstanden und akzeptiert. LG Judith

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