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Themenbereich: Fehlgeburt

Wie lange dauert es, bis eine Fehlgeburt einsetzt?

Schattenbild Community-Mitglied ohne Profilfoto Anonym
Ich habe bei 6 + 3 erfahren, dass unser Zwerg bei 5 + 6 das Wachsen aufgehört hat und auch keine Herzaktion da ist. Weil ich bereits ein Baby im Haus habe, möchte ich keine AS. Wie lange dauert es maximal, bis der körper die Blutung einleitet und ist ein Brustspannen in der "Wartezeit" normal?
LG
Daniela

Frage vom 29.09.2012

Hallo, leider lässt sich die Frage nach der Dauer bis eine Fehlgeburt einsetzt nicht individuell beantworten, weil das von zu vielen Faktoren abhängt. Wenn die Schwangerschaft nicht mehr intakt ist, hört der Körper auf HCG zu bilden. Normalerweise setzt dann die FG ein, wenn der Wert des Schwangerschaftshormons deutlich absinkt, wobei es dafür keinen absoluten Wert gibt. Das Brustspannen könnte ein Hinweis darauf sein, dass noch relativ viel HCG im Blut ist. Häufig setzt die FG in dem Zeitraum ein, in dem auch die Periode zu erwarten gewesen wäre ohne Eintritt der Schwangerschaft.
Es ist ja sehr zufällig wie früh per US eine nicht intakte Schwangerschaft festgestellt wird. Ohne US wüsste man davon gar nichts und es gäbe kein "Warten", sondern irgendwann würde eine Blutung einsetzen. Mit früher Feststellung kann es auch schon mal vier Wochen dauern bis zu einer FG, ohne dass dies ein Zeichen wäre, dass etwas nicht in Ordnung ist oder dass es eine "verhaltene Fehlgeburt ist.
Sie schreiben leider nichts zur Abfolge der Untersuchungen, die zu der Diagnose geführt hat. Sollte bei 5+6 ein US durchgeführt worden sein, eine Woche später wieder und in der Zwischenzeit erfolgte kein Wachstum, dann ist die Diagnose relativ sicher. Sollte jedoch nur ein US bei rechnerisch 6+3 durchgeführt worden sein und die Entwicklung da entsprach der 5+6 Woche ohne sichtbaren Herzschlag, dann ist die Diagnose noch nicht sicher und ich würde eine weitere Untersuchung nach mindestens einer Woche empfehlen sowie die Bestimmung des HCG aus dem Blut, um feststellen zu können, ob der Wert absinkt.
Leider wird von vielen Kliniken und Ärzten nur die Möglichkeit der Ausschabung angeboten und wenig zum abwartenden Verfahren informiert und unterstützt.
Inzwischen ist belegt, dass auch das Abwarten eine gute Möglichkeit ist. Hierzu können Sie einen Artikel aus der "Zeit" lesen, der die Sachlage ganz gut darstellt:
http://www.zeit.de/2012/24/M-Fehlgeburten
Sie haben die Möglichkeit bei und nach einer Fehlgeburt Hebammenhilfe in Anspruch zu nehmen. Die größte Wahrscheinlichkeit eine Hebamme dafür zu finden besteht bei Hebammen, die auch Geburtshilfe anbieten (nicht alle Hebammen führen die Betreuung bei Fehlgeburt durch). Diese kann Ihnen jedenfalls Tipps geben und individuell etwas zur Unterstützung empfehlen.
Falls Sie in der nächsten Zeit noch Fragen haben oder berichten möchten wie es weiter gegangen ist (das ist immer sehr hilfreich für Frauen in ähnlicher Situation) können Sie die Kommentarfunktion nutzen, die zur frage angeboten wird.
Ich wünsche Ihnen alles Gute, Monika Selow

Antwort vom 29.09.2012


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Schattenbild Community-Mitglied ohne Profilfoto
Kommentar vom 29.09.2012 12:50
Antwort
Ich war bei 4 + 0 ( HCG 1200) im Kinderwunschzentrum (ist ein stimulierter Zyklus), da sah man nur die Fruchthülle, dann war ich bei 6 + 3 (HCG 2552) wieder beim gleichen Arzt, der sah nur die Hülle und embryonales Gewebe und riet sofort zur AS. bei 7 +0 war ich beim normalen Frauenarzt vor Ort, der hat ein besseres Gerät, sah den Embryo und hat gemessen, dass der Embryo bei 5 + 6 das Wachsen eingestellt hat, Er sah aber auch keinen Herzschlag und befürwortet meinen Wunsch auf Warten auf die Blutung. Das HCG war aber nicht wirklich sehr hoch, also woher dann dieses Brustspannen. Kurz zur Vorgeschichte: Ich habe das PCO, hatte 2000 eine Totgeburt in der 36. SSW, 2011 2 biochemische Schwangerschaften, vermutl. wegen falsch eingestellter Schilddrüsenunterfunktion, März 2012 Geburt meines gesunden Sohnes und dies ist jetzt der 1. Anlauf gewesen. Irgendwie hab ich ja trotz allem noch Hoffnung. Sonstige Anzeichen wie ÜBelkeit und Müdigkeit gingen zurück, aber das Brustspannen ist heute wieder seht sehr intensiv.
Kommentar vom 29.09.2012 14:09
Schwangerschaftsalter anhand der Größe des Embryos
Hallo,
als entscheidend sehe ich lediglich, dass überhaupt ein Wachstum stattgefunden hat, und dass nachdem schon zu einer Ausschabung geraten wurde. Ich verstehe nicht, wieso das Schwangerschaftsalter nach US "taggenau" angegeben wird, obwohl es da eine so große Bandbreite gibt, dass locker eine Woche Differenz drin ist, bei ganz normaler Schwangerschaft. Zur Verdeutlichung: Bei einer gemessenen Länge des Embryos von 2 Millimetern sind:
5% der Embryonen in weniger als 5+2
50% in 6+0 und
5% in mehr als 6+4
Wie kommt Ihr FA darauf, dass es genau in 5+6 war, wenn es von vorher gar keine Messung gibt?
Zwei Millimeter sind eine wirkliche Minigröße und es ist ein Ultraschallgerät und kein Mikroskop mit dem da gemessen wird. Selbst mit Feinauflösung und Vergrößerung ist das Herz in einem zwei Millimeter großen Embryo so klein, dass das Nichtsehen kein Beweis dafür ist, dass mit dem Embryo etwas nicht in Ordnung sein könnte. Erst bei einer Größe von ein bis zwei Zentimertern (das fünf bis zehnfacher der gemessenen Größe) sollte mit einem guten Gerät und einem guten Untersucher der Herzschlag zu sehen sein und nur bei mit deutlichem Abstand gemessenem Entwicklungsstillstand mit gleichem Gerät und gleichem Untersucher würde ich die Dagnose als sehr wahrscheinlich ansehen.
Auch wenn ich es bei Ihrer Vorgeschichte verständlich finde, dass Sie bedacht sind alles so genau wie möglich diagnostizieren zu lassen, würde ich Ihnen raten mindestens eine Woche (besser länger) gar nicht zu einem Arzt zu gehen wenn keine Beschwerden auftreten. Der erste US nach Mutterschaftsrichtlinien ist für die 9. SSW vorgesehen und das ist auch gut so, weil erst dann alles groß genug ist, um eine fundierte Aussage treffen zu können. Bis dahin reicht es aus medizinischer Sicht aus, wenn einmal geschaut wird, ob eine Schwangerschaft vorliegt und ob sie sich in der Gebärmutter (und nicht im Eileiter) angesiedelt hat. Beides ist bei Ihnen der Fall.
Eine Fehlgeburt kann leider immer mal vorkommen aber sie lässt sich durch häufige Kontrollen nicht verhindern. Eine frühzeitige "Entdeckung" mit nachfolgender Ausschabung bietet keinen Vorteil gegenüber Abwarten.
Alles Gute, Monika Selow
Schattenbild Community-Mitglied ohne Profilfoto
Kommentar vom 29.09.2012 16:36
Danke
Liebe Frau Selow,

vielen lieben Dank für Ihre lieben Zeilen.
Was Sie mir schreiben, sagt mir mein Bauchgefühl ja auch. Nur der HCG-Wert passt mir nicht ins Bild. Es heisst, er müsse ständig steigen. Am 10. Sept. war er bei 1200 und am 20. September nur bei 2552. Gibt es auch intakte Schwangerschaften, wo das HCG nicht der Norm entsprach?
Liebe Grüße
Daniela
Kommentar vom 29.09.2012 17:55
HCG-Anstieg
Hallo, es stimmt, dass der Wert nicht besonders viel angestiegen ist, aber eindeutig im Sinne eines Hinweises auf eine anstehende Fehlgeburt finde ich nur einen sinkenden HCG-Wert. "Der Norm" entspricht der HCG-Wert auch in einer letztendlich intakten Schwangerschaft häufig nicht, insbesondere ist der Anstieg nicht immer kontinuierlich gleich, sondern es besteht ebenso eine Bandbreite wie bei der Entwicklung des Kindes.
Derzeit gibt es aus meiner Sicht keinen Beweis dafür, dass es eine Fehlgeburt wird aber eben leider auch noch keine Garantie für eine intakte Schwangerschaft. Auch wenn die Zeit der Ungewissheit für Sie schwer ist, wäre meine Empfehlung daher abzuwarten ob sich eine intakte Schwangerschaft bestätigen lässt oder eine spontane Fehlgeburt einsetzt, die Sie dann selbst auch merken würden und wahrscheinlich besser verarbeiten/akzeptieren könnten, als wenn noch Zweifel bzw. berechtigte Hoffnung bestehen.
Liebe Grüße und Alles Gute, Monika Selow
Schattenbild Community-Mitglied ohne Profilfoto
Kommentar vom 01.12.2016 14:49
Wie ging es weiter?
Hallo,
Ich wollte mich erkundigen, wie es bei dir ausgegangen ist, da ich in einer ahnlichen Situation bin?

Lg
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