Themenbereich: Milchfluss & Milchbildung anregen

"Übergang Stillen und Berufstätigkeit"

Anonym

Frage vom 24.11.2012

Guten Tag.
Vor 1 1/2 Monaten haben wir begonnen bei meinem Sohn Beikost einzuführen. Da sein Interesse am Essen schon gross war hat er es auch gut angenommen. Mittlerweile isst er Mittags Gemüse und Nachmittags Früchtebrei. Bisher habe ich meist konsequent die Mahlzeiten die er nicht gestillt wurde Milch abgepumt, da ich vor ein paar Monaten mit zu wenig Milch zu kämpfen hatte und nun Angst hatte dann zuwenig zu haben wenn nun 2 Mahlzeiten weg fallen. Ausserdem begann ich Milch zu sammeln und einzufrieren da ich kommende Woche wieder zu arbeiten beginne und er wenn ich nicht da bin abgepumpte MM in der Flasche bekommt.
Vor 2 Tagen habe ich nun begonnen nachts weniger zu Stillen (er brauchte die Brust zum wieder einschlafen und das wollte ich ihm abgewöhnen - was eigentlich auch recht gut funktioniert hat) Zusätzlich habe ich die Mahlzeiten die er nichtmehr trinkt nun auch nichtmehr abgepumpt. (Da ich vom Milchvorrat auch mehr als genug habe.) Nun ist aber die gesamte Milchmenge stark zurück gegangen und die Mahlzeiten die er gestillt wird reichen ihm momentan nicht. Ich möchte aber noch unbedingt weiter stillen, vor allem jetzt wo wir so oft getrennt sein werden wenn ich arbeite. Was soll ich nun machen? Eigentlich sollte sich ja die Milchmenge automatisch so regulieren, dass auch wenn 2 Mahlzeiten wegfallen für die verbleibenden noch genügend vorhanden ist?! Ich weiss ausserdem nicht wie es bei meiner neuen Arbeitsstelle mit dem abpumpen funktionieren wird, was mir zusätzlich Sorgen macht (ich weiss man bekommt vom Arbeitgeber Zeit aber in manchen Bereichen/Berufen ist dies leider nur sehr schwer umsetzbar)
Hinzu kommt momentan noch, dass mein Sohn im Moment keinen Brei nehmen will.
Für einen Rat wäre ich sehr dankbar.
Herzlichst,

Antwort vom 26.11.2012

Hallo!
In erster Linie klingt doch Ihre Vorbereitung auf die Arbeitstätigkeit sehr gut. Sie haben Ihrem Sohn bzgl. Schlafen und Ernährung schon ganz viel Eigenständigkeit weitergegeben und ausserdem vorgesorgt-super. Aus der Erfahrung heraus erleben Sie gerade etwas sehr typisches: da insbesondere in der Nacht die Milchbildung immer wieder in die Höhe getrieben wird, fehlt die Stimulation, wenn die Nachtmahlzeiten wegfallen. Ausserdem hatten Sie zusätzlich gepumpt und lassen das jetzt auch weg. Damit haben Sie zwei mehr oder weniger plötzliche Einbrüche in der Milchbildung. Ausserdem vermute ich, dass Sie und Ihr Sohn nicht ganz unbeeinflusst sind durch die kommende neue Situation und Sie jetzt natürlich Sorge haben, wenn Ihr Sohn auf einmal keinen Brei mehr isst (regelt sich meistens wieder...). Viele Mütter erleben einen erneuten Anstieg der Milchmenge durch wieder häufiges Anlegen an der Brust über mehrere Tage hinweg. Bei berufstätigen Müttern melden sich entsprechend viele Säuglinge vermehrt zu den Zeiten, wo die Mutter wieder daheim ist: also insbesondere am Abend nach der Arbeit und/ oder in der Nacht. Sie holen damit nicht nur Milch, sondern auch Mami-Nähe nach. Manche Kinder brauchen das weniger und entsprechend verläuft somit automatisch ein langsames Abstillen. Für Sie könnte die Entwicklung, die Sie erleben, zwei Dinge bedeuten: evtl. müssten Sie zur Anregung Ihren Sohn häufiger stillen, wobei Sie ja bewusst gewisse Stillmahlzeiten, einschliesslich nächtliches Stillen, schon herausgenommen haben. Ein langer Arbeitstag (sprich über 6-8 Stunden) kommt meist nicht ohne Pumpen aus. Möglicherweise bedeutet es aber auch, dass Ihre gemeinsame Stillzeit schneller dem Ende zugeht als Sie geplant haben, einfach durch die Umstände heraus (wie Sie sagen: Arbeitsplatz ist nicht gleich Arbeitsplatz). Fast alle Mütter erwischt dann ein sehr zwiespältiges Gefühl und es ist nicht einfach, daraus seinen Weg zu finden. Es gibt also nicht „den richtigen“ Ratschlag für Sie. Eine Möglichkeit ist es auch, einfach in die neue Situation hinein durchzustarten. Es eröffnen sich vielleicht noch neue Möglichkeiten. Alles Gute und

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