Themenbereich: Nachsorge

"Überforderung nach der Geburt des zweiten Kindes"

Anonym

Frage vom 29.12.2012

Hallo zusammen,

Ich habe ein problem u weiß einfach nicht wie ich damit
umgehen soll. Und zwar bin ich im Oktober diesen Jahres zum
zweiten mal Mama geworden. Absolut traumhafte Hausgeburt u
ein kerngesundes Mädchen. Meine große Tochter ist vor zwei
Wochen 2 geworden. Ich war immer eine Unternehmungslustige
glückliche Mama. Jetzt würde ich mich am liebsten nur in
meinem schneckenhaus verkriechen. Zwei Stunden unter Menschen
und ich will weg. Ich fühle mich innerlich gefesselt. Aber
allein wegen meiner Kinder kann ich ja nicht nur zuhause
bleiben. Zudem habe ich das problem das meine große ein
absolutes action Kind ist u mein baby echt viel Ruhe braucht
u ich einfach nicht weiß wie ich das kombinieren soll. Ich
habe meine kleine unterwegs u bei Leuten nur im Tuch,
trotzdem merkt man ihr Abends extrem an das den Tag über was
passiert ist.
Sie schreit auch eigentlich total wenig, aber sobald Sie es
tut bin ich genervt. Wenn wir unterwegs sind u sie im Tuch
schreit bekomme ich sofort schweiß ausbrüche u bin genervt.
Mir tut es weh das ich nicht mehr so für meine große da sein
kann u gleichzeitig nicht so für mein baby wie ich es beim
ersten sein konnte. Ich hab auch das Gefühl das mir die
Muttergefühle für mein Baby fehlen. Wie gesagt bin schnell
genervt u wirklich süß finde ich sie leider auch nicht. Ich
habe hohe Anforderungen an mich (keine Flasche-also auch kein
abpumpen, kein Kinderwagen-nur Tragen u gerade für meinen
Säugling immer greifbar sein.)

 aber irgendwie das Gefühl es diesmal nicht so zu
schaffen, weiß aber das ich dann total enttäuscht von mir
wäre wenn ich es nicht tue. Ich weiß einfach nicht ob ich das
unter Anfangsschwiergkeiten verbuchen soll oder ob ich was
tun muss u wenn ja, dann was?! Zudem muss ich noch sagen das
ich keinerlei Hilfe habe, außer natürlich meinen Mann nach
der Arbeit. Aber ich habe keine Oma o.ä. in der Nähe. Ein
Kindergarten für meine große kommt für mich aus Überzeugung
vor 2014 nicht in frage.

Für einen Tip wie ich weitermachen soll wäre ich sehr
dankbar.

Antwort vom 31.12.2012

Hallo,
die von Ihnen geschilderte Problematik erfordert eigentlich ein persönliches Gespräch, um heraus zu finden was der beste Weg ist damit Sie sich wieder besser fühlen. Einiges was Sie schreiben deutet darauf hin, dass Sie sich erschöpft und überfordert fühlen, weil Sie den hohen Ansprüchen, die vor allem Sie selbst sich stellen, nicht zu 100% gerecht werden können und z.B. familiäre Unterstützung nur schwer möglich ist. Natürlich möchten Sie für beide Kinder das beste, nur leider können Sie es beiden Kindern nicht zu 100% recht machen, wenn diese ganz verschieden sind. Grundsätzlich bedeutet es für größere Geschwisterkinder zwar Einschränkungen, wenn ein weiteres Kind dazu kommt, auf der anderen Seite aber auch einen großen Gewinn. Hier könnte noch mal ein Abwägungsprozess stattfinden, in dem Sie heraus finden, ob es Ihnen helfen könnte etwas von Ihren Überzeugungen abzuweichen, wenn das Ziel ist, dass alle damit zufriedener sind.
Manchmal hilft es auch, wenn Frauen für eine Weile zu den Großeltern gehen, damit Sie die familiäre Unterstützung bekommen, die früher mindestens zwei Monate üblich war, wenn Frauen Kinder bekommen haben. Allerdings war es früher auch üblich, dass die Großeltern im Haus oder nahe bei gewohnt haben und nicht alle Großeltern sind eine wirkliche Unterstützung. Ob das für Sie eine Möglichkeit ist, können Sie nur selbst beurteilen, evtl. auch in einem Gespräch mit Ihrem Partner.
So wie Sie es beschreiben, gibt es leider aber auch die Möglichkeit, dass Sie bereits in eine nachgeburtliche Depression geraten sind, bei der Sie dringend medizinisch/therapeutische Unterstützung bräuchten.
Es wäre sinnvoll und erforderlich möglichst bald heraus zu finden, ob das der Fall ist. Sie können sich wieder an Ihre Hausgeburts- Hebamme wenden, die Ihnen sicher sagen kann welche Möglichkeiten es bei Ihnen vor Ort dazu gibt.
Im Internet finden Sie Informationen und Anlaufstellen unter:
http://www.schatten-und-licht.de/joomla/
Unter anderem gibt es dort auch einen Fragebogen zur Selbsteinschätzung, der einen Hinweis darauf gibt, ob eine postpartale Depression vorliegen könnte. Den Fragebogen finden Sie hier:
http://www.schatten-und-licht.de/joomla/static_content/Dokumente/fragebogenselbsteinschaetzung.pdf

Auf jeden Fall handelt es sich bei Ihnen um ein Problem, das ganz viele Frauen haben, zu dem es aber Lösungen gibt. Sehr gut ist schon mal, dass Sie sich des Problems bewusst sind und sich aktiv Unterstützung suchen.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie alles Gute fürs Neue Jahr,
Monika Selow







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