Themenbereich: Vorsorgeuntersuchungen

"Schwanger kurz nach Fehlgeburt"

Anonym

Frage vom 20.01.2013

Hallo,

Am 28. November hatte ich eine Fehlgeburt ohne Ausschabung. Der Embryo hatte knapp zwei Wochen vorher mit der Entwickunlg aufgehört (etwa 6+2ssw).

Am 18. Dezember habe ich dann meine Monatsblutung bekommen. Jetzt bin ich laut Schwangerschaftstest wieder schwanger. Der HCG Wert wurde Anfang Januar kontrolliert, daran sollte es nicht liegen. Ich bin froh, dass es so schnell wieder geklappt hat. Gerade die natürliche Fehlgeburt hatte mir glaube ich sehr geholfen, das zu verarbeiten und zu akzeptieren. Gleichzeitig mache ich mir aber große Sorgen, dass es wieder passiert. Mein Arzt hatte mir geraten, noch einen Zyklus abzuwarten, da war es aber schon zu spät.

Habe ich jetzt ein höheres Risiko für eine Fehlgeburt? Kann ich etwas tun, um dem entgegenzuwirken?
Eigentlich möchte ich nicht gerne gleich zum Arzt. Daran hängen doch auch noch unangenehme Erinnerngen und eigentlich kann er ja auch noch nicht viel sagen oder machen, oder? Wäre es sicherheitshalber besser, mich untersuchen zu lassen? Momentan habe ich ab und zu relativ starke unterleibsschmerzen, zu vergleichen mit denen vor einer Regelblutung, aber mir scheinen sie stärker zu sein , als beim der letzten Schwangerschaft. Mit einer Wärmflasche geht es aber auch schnell besser. Lieber würde ich mich auf das positive konzentrieren, als zum Arzt zugehen, aber wenn es sicherer ist, wäre es auch keine große Überwindung.

Vielen Dank für ihre Antwort!

Antwort vom 21.01.2013

Hallo, zunächst einmal freut es mich für Sie, dass es so schnell wieder mit einer Schwangerschaft geklappt hat.
Es stimmt, dass lange gesagt wurde es wäre besser nach einer Fehlgeburt drei Monate bis zu einer erneuten Schwangerschaft zu warten. Dieser ratschlag wurde vor allem damit begründet, dass die Frau Zeit haben sollte die FG zu verarbeiten. Letztendlich ist die Zeit, die benötigt wird für die Verarbeitung individuell sehr unterschiedlich und anscheinend macht es auch einen Unterschied, ob eine natürliche FG abgewartet wurde oder die Frau sich vielleicht durch eine eilig durchgeführte Ausschabung überrumpelt gefühlt hat.
Inzwischen gibt es Untersuchungen, die belegen, dass nach einer FG kein Unterschied besteht im Ergebnis, ob eine Frau länger gewartet hat oder ob sie gleich wieder schwanger geworden ist. Es ist sogar so, dass die Frauen, die direkt wieder schwanger wurden öfter einen glücklichen Schwangerschaftsausgang hatten. Das kann aber auch daran liegen, dass eben der Körper sehr schnell wieder bereit war. Sie brauchen sich jedenfalls keine Sorgen darüber machen, dass es "zu früh" sein könnte. Das Risiko für eine FG ist nicht erhöht.
Direkt nach so einer Erfahrung ist es ganz normal, dass die Angst größer ist noch mal eine FG zu erleiden. Leider lässt sich weder vorbeugen, noch kann irgendetwas sinnvolles unternommen werden, was eine FG völlig ausschließt. Aus der Furcht heraus häufiger untersuchen zu lassen, verstärkt die Unsicherheit eher und verunsichert sobald etwas nicht zu 100% ist wie erwartet. Meistens handelt es sich dann aber doch um eine ganz normale Schwangerschaft. Wenn Sie Schmerzen jetzt stärker spüren als bei der letzten Schwangerschaft, kann das auch dadurch kommen, dass Sie aufmerksamer sind und schneller beunruhigt. Bei starken oder anhaltenden Schmerzen müssten Sie einmal den Arzt aufsuchen, wenn Sie das Gefühl haben dass es eher normale Dehnungsschmerzen sind, können Sie bis zur ersten Vorsorge auch noch warten. Der erste Ultraschall nach Mutterschaftsrichtlinien ist für die 9. /10, Woche vorgesehen (gerechnet ab dem ersten Tag der letzten Periode).
Sie haben auch die Möglichkeit Vorsorgeuntersuchungen durch eine Hebamme vornehmen zu lassen (außer Ultraschall). Im Gespräch lässt sich oft besser herausfinden was für Sie eine optimale Art der Betreuung wäre.
Ich wünsche Ihnen alles Gute, Monika Selow, Hebamme

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