Themenbereich: Beginn der Beikost

"zu frühe Beikost, Angst vor Übergewicht"

Anonym

Frage vom 21.02.2013

Liebes Hebammen-Team,
ich habe ein kleines Problem mit meiner Tochter:
Sie ist jetzt 4 Monate alt und wiegt bereits 9kg. Ich stille nur und nach Bedarf.
Nun wird sie am Tisch immer neugieriger und will mit essen.
Meine große Tochter habe ich mit "led weaning" großgezogen und damit mit 6,5 Monaten begonnen,
das hat auch super funktioniert.
Jetzt habe ich bei meiner kleinen Tochter einfach Angst das es zu früh ist wenn ich sie jetzt schon was essen lasse und am größten ist die Angst das ich einen hang zum Übergewicht unterstützte wenn ich sie jetzt schon essen lasse.
Aber sie will am Tisch schon richtig mit essen und verweigert dann auch die Brust wenn ich sie ihr anbiete.

Können sie mir sagen ob meine Bedenken unberechtigt sind und ich sie einfach machen lassen soll oder soll ich es wirklich lieber noch unterbinden?

Danke für ihre Hilfe!

Antwort vom 23.02.2013

Hallo!
Viele Säuglinge mit einem grösseren Geschwisterkind reagieren ähnlich wie Ihre Tochter. Oftmals sind sie einfach viel neugieriger auf die Beikost und all das, was der Familientisch so hergibt. Grund ist häufig die Tatsache, dass sie alles kopieren, es genauso haben wollen wie der Rest der Familie und sich damit auch nicht ausgeschlossen fühlen. Ihre Sorge zum Übergewicht möchte ich insofern entlasten, als das die Gabe Muttermilch an sich das Risiko für Übergewicht deutlich reduziert. Dieses Risiko wird mit zunehmender Länge der Stillzeit insgesamt geringer; entsprechend macht es natürlich sehr viel Sinn, weiterhin die Brust anzubieten (aus der Erfahrung heraus verweigert kein Säugling unter acht Monaten freiwillig die Brust). Das Risiko für Übergewicht allgemein begrenzt sich für jeden von uns durch die Wahl von gesunden, ausgewogenen, zucker- und fettreduzierten Nahrungsmitteln (und ausgewogener) körperlicher Bewegung. Ich denke, dass es allgemein wichtig bleibt darauf zu achten, was die Industrie Ihnen vorgibt „gesund und wichtig“ zu sein; ich zitiere immer gerne den „Stracciatella-Gute-Nacht-Brei“, der fern davon ist, „gut“ zu sein, sondern viel zu kalorienreich bzw. „energiereich“. Dazu gehören auch alle Folgemilchen, Breigläschen mit Zucker oder anderen Zusätzen. Hierin besteht die eigentliche Gefahr von frühzeitiger Fütterung. Die suessen Breie werden schnell, gut und reichlich genommen, sind aber gleichzeitig Kalorienbomben. Das heisst also: das was auf den Tisch kommt und gesund und gut verträglich sein sollte, bestimmen Sie, ob Ihr Kind wirklich schon Hunger darauf hat, zeigt Ihnen Ihre Tochter. Der Zeitpunkt der Einführung ist insgesamt stark vom Entwicklungsstand des Kindes abhängig. Aufrecht sitzen mit minimale Hilfe, gute Kopfkontrolle, gute Hand-zu-Mund-Bewegungen, auch, mit Hilfe der Lippen Essen vom Löffel nehmen sind Beispiele für die Reifefähigkeit des Kindes. Falls Ihr Kind so weit zu sein scheint, hätte ich weniger Bedenken. Wenn nicht, lohnt sich noch „ein bisschen durchhalten“, solange es mit dem Familienalltag verträglich ist. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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