Themenbereich: Fehlgeburt

"Wie soll ich mich bei drohender Fehlgeburt verhalten?"

Anonym

Frage vom 26.03.2013

Liebes Hebammenteam,
leider wurde bei mir vor vier Tagen ein verhaltener Abort festgestellt. Es handelt sich um meine erste Schwangerschaft und ich befinde mich in Woche 9+2. Das kleine Herzchen hat wohl leider schon in der siebten Woche aufgehört zu schlagen.
Mein Frauenarzt riet mir erst mal nachzudenken, ob ich auf einen natürlichen Abgang warten möchte oder eine Ausschabung vorziehe.
Da mein Frauenarzt nun im Urlaub ist und ich sehr verunsichert bin war ich gestern nochmal im Krankenhaus um mich beraten zu lassen. Am liebsten würde ich warten, dass alles seinen natürlichen Gang geht- aber ich habe auch Angst.
Im Krankenhaus wurde mir gesagt, dass mein Wunsch auf einen natürlichen Abgang unterstützt würde. Das Ultraschallbild zeigte ein Fruchtblase von etwa 2 cm und die Ärztin sagte, dass es so aussehe als kündige sich eine Blutung an. Zur Unterstützung hat sie mir Cytotec 200mg mitgegeben. Davon soll ich bei einsetzende Blutung drei Stück nehmen und nach drei Tagen wiederkommen.
Meine Fragen sind nun:
1. Kann ich auf eine Blutung warten, oder ist dies gefährlich? (Körperlich geht es mir gut. Jedoch hat heute schon zweimal mein Kreislauf verrückt gespielt: Schwindel und Schwitzen.)
2. Ist es wirklich notwendig diese Tabletten zu nehmen.
3. Was sind Zeichen dafür, dass ich sofort ins Krankenhaus muss?
Ich hoffe ihr könnt mir helfen. Danke, Bianca.

Antwort vom 28.03.2013

Hallo, zunächst einmal tut es mir leid, dass Ihre Schwangerschaft anscheinend nicht intakt ist. Dass nicht gleich eine Ausschabung gemacht wird, sondern Sie selbst entscheiden können, ob Sie eine spontane Fehlgeburt oder eine Ausschabung bevorzugen, halte ich für gut, da sich inzwischen in Studien gezeigt hat, dass beide Vorgehensweisen gleichwertig sind.
Hierzu gab es einen Artikel in der Zeit, der es ganz gut zusammen gefasst hat. Sie finden ihn unter:
www.zeit.de/2012/24/M-Fehlgeburten
Es besteht demnach keine erhöhte Gefahr, wenn Sie auch Blutungen warten. Sie haben auch bei und nach einer Fehlgeburt Anspruch auf Hebammenhilfe. Die Hebamme könnte Sie individuell und in der jeweiligen konkreten Situation besser beraten, als ich es übers Internet tun kann, wo nur allgemeine Informationen möglich sind. Fraglich ist jedoch, ob Sie so kurzfristig über Ostern noch eine finden.
Cytotec würde ich nicht empfehlen für die Einnahme zu Hause ohne jede Begleitung. Die meisten Fehlgeburten verlaufen komplikationslos und falls nicht, sollte in einer Klinik entschieden werden was zu tun oder zu nehmen ist, statt vorsorglich ein recht starkes Medikament ohne Aufklärung zu geben.
Eine Klinik sollten Sie aufsuchen, falls Sie Fieber bekommen oder falls es zu sehr starken Blutungen kommen sollte (deutlich mehr als Periodenstärke).
Als nebenwirkungsarmes pflanzliches blutstillendes Mittel kommt Hirtentäschelkraut in Frage, dass Sie in der Apotheke unter dem Handelsnamen Styptysat rezeptfrei kaufen können.
Es kann übrigens sein, dass es noch etwas dauert bis es tatsächlich zu einer Fehlgeburt kommt. Durch die frühzeitige Erkennung im Ultraschall besteht oft die Erwartung, dass jetzt auch bald mit der FG zu rechnen ist. Tatsächlich brauchen Körper und Seele aber eine Zeit bis es zur FG kommt. Häufig ist das zu dem Zeitpunkt an dem ohne Schwangerschaft die nächste Periode zu erwarten gewesen wäre.
Ich wünsche Ihnen alles Gute, Monika Selow, Hebamme


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Kommentare zu "Wie soll ich mich bei drohender Fehlgeburt verhalten?"
Glueksklee
Gelegenheitsclubber (0 Posts)
Kommentar vom 28.03.2013 10:53
Danke
Liebe Monika,
danke für ihre Antwort. Ich fühle mich nun etwas beruhigter und werde bis Montag einfach abwarten. Ab Montag ist mein Frauenarzt wieder da und dieser arbeitet mit einer Hebamme zusammen.
Lieber Gruß, Bianca.

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