Themenbereich: Fehlgeburt

"Operation oder Abwarten bei Fehlgeburt"

Anonym

Frage vom 09.05.2013

Hallo,

ich habe am Dienstag leider erfahren, dass das Herz unseres Krümelchen im Lauf der letzten Woche aufgehört hat zu schlagen. Laut Arzt wäre ich am Dienstag in SSW 8+1 gewesen, also scheint die missed abortion schon in der 8. SSW stattgefunden zu haben. Im Krankenhaus hat mir die Ärztin gesagt, dass ich unbedingt eine AS vornehmen lassen soll, da sie es noch nie erlebt hätte, dass eine von allein einsetzende Blutung ausreichend sei, wenn schon mal das Herz geschlagen habe. Ich weiß aber von Freunden und Bekannten, dass es auch durchaus in dieser SSW zu einem natürlichen Abgang kommen kann und auch meine FÄ hat gesagt, ich könne erstmal abwarten. Auch wenn ich weiß, dass dies mehr Blut und Schmerzen bedeutet und ggf. eine Notausschabung notwendig werden kann, würde ich einen natürlichen Abgang bevorzugen. Ich habe mir beide Optionen gestern lange durch den Kopf gehen lassen, aber mein Bauchgefühl sagt, ich solle abwarten. Daher würde ich gerne den bereits für morgen angesetzten OP-Termin absagen. Auch habe ich mir vorgenommen morgen eine Hebamme in der Umgebung anzurufen und mich beraten zu lassen, da ich gehört habe, dass ich auch nach einer FG Anrecht auf eine Hebamme habe.
Meinen Sie, dass ich durchaus auf einen natürlichen Abgang abwarten kann oder wäre es in Ihren Augen leichtsinnig die OP nicht machen zu lassen? Wie lange kann ich denn abwarten, ohne dass ich mir Sorgen machen muss? Und eine ganz wichtige Frage habe ich noch...ich habe gelesen, dass man mit Tee den Beginn einer Blutung bzw. das Weichmachen des Muttermundes unterstützen kann (ich habe bislang nur leichtes Ziehen und Schmerzen im Rücken auf Nierenhöhe und noch keine Blutungen). Stimmt das und wenn ja, welcher Tee wäre das....Himbeerblätter, Frauenmantel, Nestreinigung? Wäre es gut so etwas zu trinken und wenn ja, wie viel oder sollte ich besser die Finger davon lassen?

Ich bedanke mich schon jetzt ganz herzlich für Ihre Hilfe.

Viele Grüße
Sabine

Antwort vom 09.05.2013

Hallo,
eine Ausschabung sollten Sie erst dann vornehmen lassen, wenn Sie wirklich davon überzeugt sind das richtige zu tun. Für viele Frauen ist eine natürliche Fehlgeburt leichter zu verarbeiten und zu akzeptieren. Oft braucht es eine Weile den ersten Schock nach der Diagnose zu verarbeiten.
Zu den Vor- und Nachteilen einer Ausschabung gegenüber einer OP kann ich Ihnen die Lektüre eines Artikels empfehlen, den Sie hier finden:
www.zeit.de/2012/24/M-Fehlgeburten
Wie lange es dauern kann, bis die Fehlgeburt einsetzt lässt sich leider schwer vorhersagen. Das hängt unter anderem davon ab wie lange das Herz schon aufgehört hat zu schlagen. Normalerweise sinkt der HCG-Wert, wenn der Embryo abgestorben ist. nach einem gewissen Abfall setzt die FG ein.
Ohne den Ultraschall hätten Sie ja noch gar nicht gemerkt, dass die Schwangerschaft nicht mehr intakt ist, sondern erst, wenn die natürliche FG einsetzt. Bei so einer kurzen Zeit nach der Feststellung würde ich noch nicht von einer "missed abortion" (verhaltenen Fehlgeburt) sprechen.
Die Erfahrung der Klinikärztin, dass eine alleine einsetzende Blutung nicht ausreichen würde, wenn schon mal das Herz geschlagen hätte, kann ich nicht bestätigen und halte die Aussage auch für falsch. Vielleicht hat sie diese Erfahrung gemacht, weil sie nie oder selten überhaupt gewartet hat.
Meiner Erfahrung nach verlaufen die allermeisten Fehlgeburten vor der 12. ssw völlig komplikationslos. Es ist auch eher selten sinnvoll oder nötig mit pflanzlichen Mitteln zu unterstützen. Gegen zu starke Blutungen empfehle ich Hirtentäscheltinktur (z.B. Styptysat- Tropfen), andere Kräuter und homöopathische Mittel jedoch nur individuell, weil es ehr unterschiedlich ist was passt. Es ist sicher eine gute Idee, wenn Sie sich dazu von einer Hebamme individuell beraten lassen.
ich wünsche Ihnen alles Gute, Monika Selow, Hebamme

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