Themenbereich: Fehlgeburt

"Unklare Untersuchungsergebnisse bei Verdacht auf Fehlgeburt"

Anonym

Frage vom 06.06.2013

Hallo liebes Hebammenteam,
um euch mein(e) Problem(e) besser erklären zu können, muss ich ein bisschen weiter ausholen!
Am 27.03. bestätigte mir meine FÄ eine SS. Allerdings sein es noch sehr klein. also sollte ich am 03.04. nochmal kommen (FS 22mm,SSL 8mm~ 6-7Woche?!). Da sagte sie mir, ich solle nochmal in einer Woche kommen. Und da das Kleine innerhalb dieser Woche nicht gewachsen sei(eine weitere Ärztin schallte noch mal und verglich einfach nur die Werte von letzter mit dieser Woche. Wenn sie den Vergleich nicht gehabt hätte, hätte sie noch gewartet!) sollte ich gleich am nächsten Tag zur AS kommen! Ich wollte aber auf einen natürlichen Abort warten, was ja möglich ist! Da sich aber nichts tat, sollte ichnun am 8. zur Ausschabung, und weil ich mich immer noch weigerte, nun am 16.04. Ich versuchte mir überall einen zweiten Rat einzuholen (zwei FÄ sagten, ich soll ruhig meiner Ärztin vertrauen und auch meine Hebamme war der Meinung, dass es hier mit rechten Dingen zugeht!)
Mir ging es aber die ganze Zeit lang gut. okay ein paar SB, aber alles altes Blut!!!
Also ging ich am 16. ins KH! Ich dachte ja, die machen sowieso noch einmal nen US.
Habe, egal wo, meine Ängste und Bedenken geäußert, an der Anmeldung, in der Aufnahme des abulanten OP, vor dem OP, und auch zuletzt im OP! Ich wollte vorher noch einen US! Jeder verwies mich zum nächsten!!! Der Arzt im OP versuchte mich zu beruhigen, er meinte auch alles geht seinen rechten Gang, wollte aber angeblich meinem Wunsch entsprechen, und ließ mir ne Beruhigungsspritze verabreichen! Das nächste, woran ich mich erinnern kann, ist, dass ich in einer Unmenge von Blut im Aufwachraum lag! Ich habe geheult wie noch nie! Der Arzt aus dem OP kam, meinte nur "es war ja noch sehr klein" und ging mit der Aussage, er komme später noch mal und gibt mir die Papiere!
Aber nichts, keiner kam und laut den Schwestern war keiner mehr für mich zuständig!!!
Nach vier Stunden kam meine FÄ (Sie operiert auch dort), fragte nur wie es mir geht, meinte die starken Blutungen seien normal und entließ mich!
Die Blutungen hielten sehr lange an, fast 14 Tage! Eigentlich sollte ich ja noch zur Nachuntersuchung, was ich aber psychisch nicht schaffte! In den Unterlagen stand nämlich, dass es eine Abortkürettage bei verhaltenen Abort in der 9.!!!! Woche gewesen sei!!!
Wie kann das sein? Mein Gefühl hat mich also doch nicht getäuscht, es war bis dahin eine intakte SS, oder wieso war das Kleine dann doch so groß?
Naja, wir versuchten uns abzulenken, achten nicht auf eine erneute SS und neg. Test vier tage vor Pfingsten und siehe da Pfingsten ein pos. Test! gleich noch zwei weitere im Abstand von zwei Tage. Allesamt positiv! ich konnte es nicht glauben!
Meine verhaltene Freude hielt leider nicht sehr lange an! Montag vor acht Tage hatte ich meines Erachtens eine Fehlgeburt; starke UL-Schmerzen und sehr viel blutigen Auswurf mit großen Klumpen! Da ich aber unterwegs war und es mir nach den Blutungen wieder gut ging, wollte ich erst zuhause überprüfen lassen, ob auch alles raus ist! SS-Test neg.!
Bin dann, weil meine Ärztin Urlaub hat, in die ZNA (waren die Vertretung), der Arzt schallte, sah eine gut durchblutete Schleimhaut und einen FS von 7mm (~6.Woche), ließ den HCG-Wert überprüfen, der lag aber nur noch bei 12,48 (~1.SSw). Ich solle mich wieder bei meiner Ärztin vorstellen, um den Wert zu überprüfen und bei Blutungen (Frisch, nicht bräunlich?) wieder in der ZNA vorstellen. Er deutete aber eine MA an! Was ja meinem Empfinden entsprach! Jetzt habe ich allerdings erst nächste Woche Mittwoch einen Labortermin! Und obwohl ich leicht bräunliche SB habe, testete ich gestern nachmittag positiv!!! Ich konnte es einfach nicht verstehen, nachdem, was abgegangen war, was hat der Arzt da gesehen??? Und warum ist der Test jetzt wieder positiv??? Bei den niedrigen Werten vor einer Woche dürfte er doch gar nichts mehr anzeigen, oder??? Oder heißt das nur, dass eben noch nicht alles raus ist, was ja meine Vermutung war weshalb ich auch ins KH ging! Aber was hat der Arzt dann gesehen???
Ihr seht Fragen über Fragen und ich kann einfach nicht mehr bis nächste Woche warten! Mein Gefühl sagt mir, dass da noch etwas drin ist, was nicht mehr dort hingehört! In diese verschmutzte Wohnung kann ja kein weiterer rein und es sich gemütlich machen und wir wollen unbedingt ein Baby!
Bitte helft mir, nehmt mir meine Ungewissheit/Ratlosigkeit, zerstreut meine Zweifel oder gebt mir einen Rat, wie ich weiter verfahren sollte!!!
Vielen Dank für alles!!!

Antwort vom 08.06.2013


Hallo,
es tut mir leid, dass die Antwort etwas auf sich warten lassen hat. Um Ihre Situation einigermaßen beurteilen zu können und Ihnen eine gute Empfehlung geben zu können, wären eigentlich Untersuchungen notwendig und Nachfragen. Meine Antwort ist deshalb jetzt teilweise im Bereich der Spekulation.
Zunächst zu dieser Schwangerschaft: Der gemessene niedrige HCG-Wert passt überhaupt nicht ins Bild. Der sehr niedrige Wert macht zusammen mit dem Gesamtbild eine Fehlgeburt sehr wahrscheinlich. Wenn der HCG-Wert nach einer Fehlgeburt nicht abfällt, ist dies ein recht sicheres Zeichen, dass noch Reste in der Gebärmutter vorhanden sind. Normalerweise steigt der Wert aber nicht wieder an und mit so einem niedrigen Wert erklärt sich das positive Testergebnis jetzt nicht. Ihre ganzen Überlegungen dazu sind also richtig.

Wenn Ihr Gefühl stimmt, dass es eine Fehlgeburt war, die aber nicht komplett ist, dann könnten Sie jetzt entweder eine erneute Ausschabung vornehmen lassen oder sich mit Ihrer Hebamme in Verbindung setzen und sie bitten Ihnen unterstützende Mittel zu empfehlen, damit auch die Rest noch abgehen. Damit Sie eine Entscheidung treffen könne, die Sie nicht hinterher wieder in Zweifeln zurück lässt, wäre jedoch eine Untersuchung per Ultraschall und eine erneute HCG- Bestimmung wohl notwendig, inklusive einer Beratung, die wirklich alle offenen Fragen klärt.
Durch den jetzt positiven Test gäbe es ja uach noch die vage Möglichkeit, dass die Schwangerschaft noch intakt ist.
Gibt es vielleicht eine andere Klinik, in der Sie sich noch mal vorstellen könnten?
Zu Ihrer letzten Schwangerschaft: der Befund nach der Ausschabung mit Angabe der 9. Woche bezog sich nicht auf die Größe des Kindes. Normalerweise wird die rechnerische SSW im Befund angegeben und der Embryo wird hinterher nicht vermessen. Es lässt sich also ohne Ultraschall vorher hinterher nicht beurteilen, ob das Kind noch gewachsen ist oder nicht.

Das ganze Vorgehen in der Klinik ist sehr schlecht. Es gehört einfach dazu vorher noch mal zu schallen und vor und nach einer Ausschabung die Ergebnisse genau zu besprechen.
Eine Ausschabung sollte nur gemacht werden wenn jegliche Zweifel, insbesondere der Frau, ausgeräumt sind. Ich halte es für einen Kunstfehler vorher keinen aktuellen Ultraschall zu machen, weil dadurch unötige psychische Probleme hinterher auftreten können. Die Verarbeitung einer Fehlgeburt wird wesentlich erschwert, wenn so viele Fragen offen sind wie bei Ihnen. Hier steht das Ende eines Trauerprozesses für Sie nach meinem Empfinden noch aus und ich würde Ihnen raten dafür professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Besonders ungünstig ist nun, dass die schlechte Erfahrung der letzten Schwangerschaft nun in der erneuten Schwangerschaft wieder eine Rolle spielt. Sie stehen unter einem gewissen Zeitdruck, weil sie berechtigterweise für die derzeitige Schwangerschaft Klarheit haben möchten und gleichzeitig kommen die Zweifel aus der letzten Schwangerschaft wieder hoch. Es besteht einfach ein Widerspruch zwischen Ihrem Gefühl, dem was auf der körperlichen Ebene passiert und dem was Sie an Aussagen durch das Gesundheitssystem erhalten bzw. nicht erhalten.
Um diese Widersprüche aufzulösen bzw. einen Umgang für die Zukunft damit zu finden und um mit der letzten Schwangerschaft abzuschließen, könnte es auch gut sein eine externe Beratungsstelle aufzusuchen.

Eventuell reicht es aber fürs erste auch aus, wenn Sie noch mal in einer anderen Klinik vorstellig werden.
Eigentlich müsste es dort möglich sein, im Rahmen der erneuten Untersuchung alle offenen Fragen zu besprechen.

Ich hoffe Sie können mit der Antwort etwas anfangen, auch wenn ich Ihnen leider nicht die Gewissheit geben kann, die Sie sich wünschen.
Ich wünsche Ihnen alles Gute, Monika Selow, Hebamme

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