Themenbereich: Stillen allgemein

"nuckelt an der Brust die ganze Nacht"

Anonym

Frage vom 29.08.2013

Hallo,

mein Sohn ist jetzt fast 7 Monate alt und ich stille nach wie vor voll und genieße das größtenteils auch. Das Problem ist, dass er von Anfang an meine Brust als Schnulli benutzt hat. Das bedeutet er nuckelt sehr viel an der Brust. Besonders nachts ist er so gut wie permanent an meiner Brust. Meine Hebamme meinte zu Beginn, dass es ihm nicht schaden würde und ich das ruhig machen kann, wenn es für mich ok wäre. Jetzt nach 7 Monaten ist es für mich allerdings nicht mehr ok. Ich komme kaum zum Schlafen, Kuscheln mit meinem Mann ist gar nicht mehr möglich, was uns beiden fehlt und ich wünsch mir nichts sehnlicher als dass mein Kleiner einen Schnulli nimmt und nur zu den Mahlzeiten an meine Brust kommt. Dass ich ihn zur Beruhigung wenn er sich weh getan hat oder zum Einschlafen anlege ist ja noch ok, aber dieses Dauernuckeln nachts eben nicht! Mich macht es wahnsinnig! Wenn ich ihm versuche den Schnulli zu geben würgt er und spuckt ihn sofort aus oder kaut nur darauf herum. Abpumpen war auch immer überflüssig, da er die Muttermilch aus der Flasche auch nicht will. Babybrei spuckt er aus. Wenn ich ihm die Brust verweigere tobt er. Sprich er brüllt und zornt bis er entweder vor Übermüdung einschläft oder eben wieder an die Brust darf. Ich bin mit meinem Latein am Ende und hoffe Sie haben mir eine Lösung!
Ebenfalls mach ich mir Sorgen wegen seinem Gewicht. Auf knappe 70cm wiegt er schon 9200gramm. Kinderarzt und Hebamme meinen beide, dass man ein Stillkind nicht überfüttern kann, aber ich mache mir dennoch Sorgen, dass durch das nächtliche Dauernuckeln er eben doch überfüttert wird. Was meinen Sie dazu?

Danke im Voraus für Ihre Mühe und Antwort!

Antwort vom 01.09.2013

Hallo!
Es ist wirklich nicht einfach aus dieser Gewöhnung und damit Selbstverständlichkeit, in dem Sie und Ihr Sohn sich befinden, wieder herauszukommen. In den ersten Monaten ist diese ständige Nähe durch das Nuckeln auch gar kein Problem, aber irgendwann wird es den meisten Müttern zu viel. Mit logischen Argumenten können Sie Ihrem Sohn jetzt leider nicht kommen. Auch können Sie von ihm kein "Verständnis" erwarten, dass Sie unter dieser nächtlichen Situation wirklich leiden. Um aus diesem Kreislauf herauszukommen, braucht es Ihre feste Entscheidung, Durchhaltevermögen und Unterstützung vom Partner. Das Bedürfnis, welches Ihr Sohn in der Nacht durch das Nuckeln befriedigt, braucht einen Ersatz durch etwas anderes bzw. eine andere Vorgehensweise. Meistens fällt es leichter, die Dinge am Tag zu verändern, so dass sie dann auch auf die Nacht anwendbar werden. In den Schlaf zu Stillen ist eigentlich eine hilfreiche und für die Kinder schöne Vorgehensweise, aber es kann sein, dass Sie das als erstes tagsüber verändern müssen. Das Ziel wäre, dass Ihr Sohn die Kompetenz erreicht, auch alleine wieder in den Schlaf zu finden. Gleichzeitig wird auch der Partner neue Möglichkeiten der Beruhigung für sein Kind finden müssen. Oftmals werden wir Mütter gleich in den Einsatz gerufen, wenn es dem Partner nicht schnell und zügig gelingt, das eigene Kind zu beruhigen. Stillen wirkt ja fast immer, aber mit zunehmendem Alter des Kindes gibt es immer mehr Möglichkeiten bei Trost, Verletzung oder auch Frust Begleitung zu schenken durch Singen, Streicheleinheiten, Halten etc.. Väter müssen sich einfach zunehmend getrauen! Ab dem Alter von ca. 6 Monaten kennen Säuglinge den Unterschied zwischen einem ja und nein. Diese Fähigkeit brauchen Sie, damit Sie Ihrem Kind signalisieren können, welche Haltung Sie zu welchem Vorgehen auch wirklich einnehmen. Meistens braucht es eine Weile, bis Ihr Sohn spürt, dass Sie Ihre Stillbegleitung durch eine ebenso liebevolle andere Art ersetzen. Sprechen Sie sich mit Ihrem Mann ab, um rauszufinden, was zu Ihnen und Ihrem Sohn passt. Nehmen Sie sich erst mal eine! Veränderung vor und versuchen Sie, diese umzusetzen. Um das Gewicht würde ich mir bei Muttermilch auch keine Gedanken machen, auch wenn es richtig ist, dass Kinder dann wirklich dauernd etwas Nahrung erhalten. Wenn die Milch dauerhaft im Mund die Zähne umspült!, könnte das ein gewisses erhöhtes Risiko für Karies nach sich ziehen (nicht oder bedeutend weniger so beim nächtlichen effektiven Trinken, wo die Milch gleich nach hinten in den Rachen befördert wird). Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme


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