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"Mein Frühgeborenes soll mehr trinken"

Anonym

Frage vom 13.11.2013

Hallo,
Mein Sohn (Frühchen 5 Monate - korrigiert 9 Wochen) trinkt zu wenig.
Aus verschiedensten Gründen ist es mir nich möglich meinen Sohn zu stillen, daher weiss ich auch genau wie viel er täglich trinkt. Derzeit liegt seine Trinkmenge bei max. 600 ml und das ist dann schon ein guter Tag. Lt. den ärzten ist er Trinkfaul. Spätestens nach 100 ml hört er auf zu trinken, egal wie viel ich ihm anbiete. Aufgrung der Menge schläft er auch nur max. 4 Stunden und hat dann wieder Hunger. Aber auch wenn ich versuche ihn länger warten zu lassen, trinkt er nicht mehr. Von der Klinik aus bekommt er nun H0-Milch, damit er die nötigen Kalorien bekommt, er nimmt nämlich auch zu wenig zu.
Gibt es irgendeine Möglichkeit, wie ich ihn dazu bringen kann mehr zu trinken? Organisch ist wohl alles ok. Lt. Arzt ist es eine reine Kopfsache bei ihm. Wir warten jetzt noch auf einen Termin bei einem Osteopathen.

Danke


Antwort vom 15.11.2013

Hallo!

Wenn ich die von Ihnen erwähnte korrigierte Woche richtig verstehe, ist Ihr Sohn 11 Wochen zu früh auf die Welt gekommen und somit ein sehr früh Geborenes. Durch die Frühgeburt und die Maßnahmen in der Kinderklinik kann es insbesondere bei frühgeborenen Kindern zu Besonderheiten beim Trinken, Saugen, Schlucken, beim Essen insgesamt kommen. Im Prinzip sind die ambulanten Stationen, die für die Nachbetreuung von Frühgeborenen zuständig sind, auch die kompetenten Fachleute, die sich genau mit diesem Thema auskennen. Falls die Nachbetreuung schon abgeschlossen wurde (der Umfang ausgeschöpft), kommen oftmals Frühförderstellen oder Frühe Hilfen in Frage, Ihnen unter die Arme zu greifen. Die Frage ist also, ob Sie sich genau dort auch Rat holen oder ob Sie bei Aerzten in Betreuung sind, die diese Thematik nicht umfassend gewohnt sich. Dem Satz "es wäre reine Kopfsache beim Kind", wenn es nicht gut trinkt, kann ich nicht zustimmen und für mich zeugt er von Unkenntnis und Unverständnis. Die Definition von "Trinkfaulheit" lässt sich auch nochmals betrachten von anatomischer und sog. funktioneller Seite. Das heißt, daß ein Besuch bei einem Kinderosteopathen, der sich damit auskennt, sehr wohl hilfreich sein kann. Dasselbe gilt für sog. Logopäden, die auf Saugen und Schlucken besonderen Wert legen. Vielen Müttern von frühgeborenen Kindern ergeht es wie Ihnen. Sie machen sich Sorgen um die Gewichtszunahme und Trinkmenge ihrer Kinder, weil das Wachsen und Gedeihen von Anfang an so mühsam war. Damit wächst auch der Druck, dass Ihr Kind und damit auch Sie "funktionieren". Das ist eine schwierige Situation, wo auch die Eltern selber Unterstützung und Hilfe brauchen, um gut damit zurechtzukommen. Wenn Sie sich in dieser z.B. Essenssituation (oder insgesamt wegen der frühen Geburt Ihres Sohne) sehr gefordert oder überwältigt empfinden, empfehle ich Ihnen (und Ihrem Partner), selbst auch Unterstützung im Gespräch o.a. zu suchen. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme


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