Themenbereich: Stillprobleme

"Tandem-Stillen: die Große hat verlernt an der Brust zu trinken "

Anonym

Frage vom 30.11.2013

Hallo, ich stille meine 3,5 jährige Tochter und meinen 10 Monate alten Sohn. Problematisch ist es mit meiner Großen. Irgendwie scheint sie verlernt zu haben, wie man richtig trinkt. Ständig bringt sie ihre Zähne wieder so weit zusammen, dass es schmerzt und auch die Zahnabdrücke in der Brust zu sehen sind. Sie ist dann total verzweifelt und entschuldigt sich weinend so dass ich ihr wirklich keine Absciht unterstellen kann. Wie kann ich ihr denn richtig erklären wie es geht? Bisher sage ich ihr immer wieder sie möge sie Zähne wieder auseinander machen, sie nickt und weint und schließt sie wieder wie bei einem Strohhalm. Nur manchmal gelingt es ihr wieder so zu trinken wie früher, dann sag ich ihr, sie soll sich das so merken weil es so richtig ist und mir nicht weh tut. Trotzdem geht es beim nächsten Mal wieder schief. Wir sind echt verzweifelt und weinen oft beide deshalb, weil sie so gerne weitertrinken möchte zumal sie ja durch ihren Bruder auch immer daran erinnert wird. Vielen Dank! mfG

Antwort vom 02.12.2013

Hallo!
Sie und Ihre Große sind in einer Art Zwickmühle. Es ist überhaupt nicht ungewöhnlich, dass Kinder einfach verlernen, wie sie an der Brust stillen (ob mit oder ohne langer Pause dazwischen: manchmal funktioniert es von einem auf den anderen Tag nicht mehr). Da wir als Erwachsene dieses Saugen an der Brust auch nicht können (die allermeisten von uns können nur das "Strohhalmsaugen"), wird es Ihnen kaum möglich sein, Ihrer Tochter diesen Vorgang durch Erklärungen verständlich zu machen. Natürlich kann auch eine Veränderung im Mund Ihrer Tochter (ein neuer Zahn, eine wunde Stelle, Halsweh etc.) dazu führen, dass Ihr Kind die Muskulatur anders nutzt. Wenn diese Dinge ein kurzeitiges Hindernis sind, ist das "Nicht-Saugen-Können" vielleicht nur temporär. Ich lese insgesamt heraus, dass es Ihnen beiden leid und weh tut, dass Ihre ganz eigene Stillbeziehung (unabhängig von Ihrem zweiten Kind) in ungeplante Schwierigkeiten gekommen ist und vielleicht jetzt enden wird. Wenn Sie auch Ihrer Tochter nicht die "Technik" des Stillens erklären können, so können doch Sie für sich überlegen und "erspüren" an welchem Punkt des Wachsens und Miteinanders Sie selbst mit Ihrer Tochter stehen. Aus dem Bauch heraus wird Ihnen dann vielleicht aufgehen, wie der Übergang in Ihre "nächste" Beziehung gelingen kann und was genau Ihre Tochter zum jetzigen Augenblick brauchen kann, um über die Stilltrennung von Ihnen beiden hinweg zu kommen. Es ist richtig, dass Sie als Mutter deutlich machen (können), dass auch Sie traurig sind. Ebenso vermute ich aber, dass es ab einem Zeitpunkt hilfreicher und wichtiger ist, wieder den Weg zu weisen. Sie sind die Mutter und bringen eine ganz andere Verarbeitungskompetenz mit für Veränderungen. Da also sind Sie auch Vorbild und können Ihrem Kind zeigen, dass eine enge, auch körperliche Verbindung nicht vom Stillen abhängt. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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