Themenbereich: Schlafen

"völlig verschobene Nachtschlafphase mit fünf Monaten"

Anonym

Frage vom 03.01.2014

Hallo,

meine Tochter ist nun knapp fünf Monate alt. Sie hat uns von Anfang an mit recht langen Schlafphasen in der Nacht verwöhnt und war schon so weit, dass sie abends ab ca. 22 Uhr bis morgens etwa 7 Uhr durchgeschlafen hat (nicht mal zum Essen wurde sie wach, komplett geschlafen). Seit etwa vier Wochen ist das nun aber nicht mehr so. Quasi von jetzt auf gleich schlief sie abends sehr lange nciht ein, oft wurde es halb drei, ehe sie schlief. Dann aber wieder ihre gewohnte Zeitspanne, also bis etwa 11 Uhr oder länger. Zuerst dachte ich an einen Wachstumsschub, aber inzwischen läuft es seit vier Wochen so. Abendliche Rituale (Schlafanzug anziehen, vorlesen, gedämpftes Licht)sollen ihr signalisieren, dass es jetzt Zeit zum Schlafen ist (ich muss dazu sagen, vorher brauchten wir keine Rituale. Gegen 21 Uhr legte ich sie zum Stillen an und sie schlief darüber ein). Dennoch kommen wir auch jetzt selten vor 1 Uhr ans Schlafen. Ich überlege nun, sie morgens entsprechend früh zu wecken, da ich vermute, dass sie sich in ihrem Schlafrhythmus verschoben hat. Also wenn ich sie nicht mehr so lange schlafen lass, dass sie dann vielleicht abends eher müde wird und einschlafen kann. Oft scheint sie abends richtiggehend zu kämpfen, weint dann auch und reibt sich die Augen. Ist das sinnvoll oder bringe ich sie so eher noch mehr durcheinander?

Antwort vom 05.01.2014

Hallo!
Das Schlafverhalten der meisten Kinder ändert sich um den 4.-6. Lebensmonat herum und kommt in eine neue Phase. Viele Säuglinge wachen häufiger auf in der Nacht, schlafen unruhiger, haben vereinzelt Wachphasen. Ihre Tochter scheint eine komplette Verschiebung ihrer längsten Schlafphase (innert 24 Stunden) zu haben und hat einen Teil ihrer Nachtschlafzeit in den Tag verlegt, ein sozusagen andauernder Jetlag. Jeder einzelne Säugling hat seine eigene notwendige Anzahl an Schlafstunden, die er braucht, um ausgeglichen, entspannt und lernfähig am Tag zu sein. Insgesamt muss Ihr Kind also auf ihre "Schlafzeit" kommen, aber wieder in einem anderen Rhythmus. Ein Teil des nächtlichen Rhythmus hat seinen Anteil am Geschehen des Tages. Viele Eltern stellen fest, dass im Alter von 4-6 Monaten die letzte Schlafphase am Tag einen Abstand von mind. 2 bis 4 Stunden vorm schlafen gehen haben sollte, da ihre Kinder sonst nicht einschlafen können. Manche Kinder sind allerdings auch leicht überreizt am Abend wegen vieler Eindrücke und Erlebnisse am Tag und finden deshalb noch lange nicht in den Schlaf. Massagen und beruhigende ätherische Öle können einen Hilfe sein. Andere Kinder hatten dagegen tagsüber nicht genug Gelegenheit "ihre Kinderarbeit" zu erledigen, sprich im Alter von aktuell 5 Monaten: Drehen von Bauch- in Rückenlage und umgekehrt, Spielen mit Händen und Füßen, in Bauchlage den Unterarmstütz üben und das Greifen nach Spielzeug, Tasten, Schmecken, Riechen und vieles mehr. Fehlende Gelegenheit ist dann gegeben, wenn ein Kind zu viel und zu lange jeden Tag im Autositz, in einer Babywippe oder im Kinderwagen sitzt bzw. liegt. Ich empfehle Ihnen also nochmals Ihren gemeinsamen Tagesrhythmus zu betrachten, ob dort hilfreiche Veränderungen möglich sind. Gibt es vielleicht etwas "Neues" in den Abendstunden, was Ihre Tochter abhält vom Einschlafen? Wenn Ihre Tochter jetzt seit wirklich vier Wochen bis in die frühen Mittagsstunden hineinschläft, dann wird es wahrscheinlich genauso lange dauern, bis Sie zurück sind im alten Schlafrhythmus. Wie bei einem Jetlag kann ich mir vorstellen, dass es Sinn macht, den Schlaf Stück für Stück früher zu unterbrechen, um dem Tag-Nacht-Rhythmus näher zu kommen. Und insgesamt: nicht verzweifeln, das wird sich sicher wieder einrenken. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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