Themenbereich: Entwicklung des Ungeborenen

"Wie nötig kann eine Ausschabung sein?"

Anonym

Frage vom 21.02.2014

Liebes Hebammen Team,

Ich bin während der Stillzeit meines ersten Babys schwanger geworden. (Mein Baby ist jetzt 7 Monate alt) Leider lässt sich nicht mehr genau nachvollziehen wann die Befruchtung stattfand. Mein Arzt schätzte heute das ich in der 7. Schwangerschaftswoche bin. Leider ist kein Herzschlag zu sehen, aber Embryonale Strukturen. Er meinte ich soll in einer knappen Woche vorbeikommen dann würde er entscheiden ob er eine Ausschabung vornimmt. Ist das nicht zu vorschnell da man nicht genau sagen kann in welcher Woche ich bin? Er hat aufgrund der Embryogröße geschätzt in welcher Woche ich sein müsste. Falls sich doch in 1-2 Wochen herausstellen sollte das es sich um eine nicht intakte Schwangerschaft handelt, ist eine Ausschabung nötig? Meine Regelblutung hat noch nicht eingesetzt da ich erst beim Abstillen bin. Ich fürchte das eine AS dann notwendig ist, bin mir aber nicht sicher.

Ich freue mich über Ihre Antwort.

Liebe Grüße
Melanie

Antwort vom 23.02.2014

Hallo,

Ihre Skepsis ist mehr als angebracht. Wo Wachstum ist, da ist auch Leben und wenn sich die Schwangerschaft bis jetzt entwickelt hat, wäre es ja schon sehr zufällig, wenn ausgerechnet kurz nach der Feststellung der Herzschlag aufhören sollte. Wahrscheinlicher ist, dass der Embryo noch etwas jünger ist und der Herzschlag eben NOCH nicht zu sehen. Der erste Ultraschall nach Mutterschaftsrichtlinien ist erst für die 9.-10. Woche vorgesehen, weil dann der Embryo groß genug ist, um daraus das Schwangerschaftsalter zu bestimmen (das ist dann recht genau, wenn richtig gemessen wird) und alles incl. Herzschlag zu sehen. Vorher dient der US dazu die Schwangerschaft zu bestätigen und dass sie sich in der Gebärmutter angesiedelt hat. Beides ist bei Ihnen der Fall, also alles bestens.
Ich würde Ihnen raten erst in zwei Wochen das nächste Mal schauen zu lassen und bis dahin von einer intakten Schwangerschaft auszugehen, solange Sie selbst nichts anderes merken (Blutungen, Schmerzen).
Dass bei Fehlgeburt immer eine Kürettage der beste Weg ist, ist eine veraltete Ansicht, Viele Frauen wollen lieber, dass es von alleine abgeht und in den meisten Fällen geht das in der Frühschwangerschaft auch ohne größere Probleme.
Ich kann Ihnen dazu folgenden Artikel empfehlen:
http://www.zeit.de/2012/24/M-Fehlgeburten
in dem die Studienlage ganz gut zusammengefasst ist.
Bis jetzt gibt es aber keinen Anlass von einer Fehlgeburt auszugehen.
In unserer Hebammensprechstunde finden Sie schon ganz viele Antworten zu diesem Thema und Sie können auch gerne Nachfragen über die Kommentarfunktion stellen.
Ich wünsche Ihnen trotz des ungeplanten Zustandekommens der Schwangerschaft alles Gute für die Schwangerschaft,

Monika Selow, Hebamme

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