Themenbereich: Stillprobleme

"warum plötzliche wunde Brustwarzen nach guter Stillzeit"

Anonym

Frage vom 03.04.2014

Hallo,

Mein Sohn ist jetzt 9 1/2 Monate alt. Ich habe ihn 7 Monate lang voll gestillt und bis auf ein paar Anfangsschwierigkeiten (Risse in der Brustwarze, die dank Lasern wieder weg gingen) hat das Stillen insgesamt recht gut geklappt. Jetzt hatte er vor 2 Wochen eine Bronchitis, die jetzt wieder auskuriert ist. Seit er wieder gesund ist habe ich allerdings wieder tiefe Risse in den Brustwarzen. Mit cremen (weleda calendula Wundschutzcreme) ging die rechte Seite schnell wieder zu, auf der linken Seite sind aber immer mehr Risse entstanden und wollen sich einfach nicht mehr schließen. Obwohl ich mittlerweile nur noch morgens, abends und 1-2 mal in der Nacht anlege und die Brust tagsüber einige Zeit zur Regeneration hat, ist das Anlegen auf der linken Seite mittlerweile beinahe unerträglich.
Für die Laser-Termine habe ich wegen des beginnenden Semesters keine Zeit. Was kann ich noch tun, um die Schmerzen zu lindern und die Heilung zu fördern und woher können die Risse kommen, wo das Stillen doch jetzt über ein halbes Jahr lang gut funktioniert hat?

Vielen Dank für die Beratung,

Antwort vom 06.04.2014

Hallo!
Auch während einer langen Zeit des unkomplizierten Stillens kann es aus verschiedenen Gründen immer wieder dazu kommen, dass die Brustwarzen wund werden. Diese Wundheit nimmt ihren Verlauf durch die Verletzung der Haut als solches, der Entstehung von tieferen Rissen und durch das Eindringen von Keimen, so dass die Verletzungen nicht heilen können! Die Gründe für die vermehrte Beanspruchung und Verletzung könnten folgende sein: starke Beanspruchung in gehäuften Stillzeiten, veränderter Speichel des Kindes (mit Beginn der Beikostzeit, bei Medikamenteneinnahme, bei Pilzbefall der Mundschleimheit! etc.), Kneifen, Beißen, Zerren beim Stillen, eine erneute Schwangerschaft, Stress und ein angegriffenes Immunsystem und anderes. Ich vermute, dass Ihre Verletzungen auf insbesondere der linken Seite nicht heilen kann, weil die Wunde infiziert ist und mehr braucht, als nur Entlastung durch "weniger oft Stillen". In erster Linie braucht die Wunde eine gute Reinigung und das Vermindern von Keimen. Das erreicht man durch die Reinigung mit 0,9%iger Kochsalzlösung nach jeden Stillen, täglich 1-2 maliger Reinigung der Brüste mit ph-neutraler Waschlotion und vielleicht sogar täglich einmaligem Besprühen der Brustwarzen mit einem Hautdesinfektionsmittel. Nach der Reinigung reicht häufig das Auftragen von Wollwachs; diverse Cremes können eher das Gegenteil und eine vermehrte Reizung bewirken durch die unterschiedlichen Inhaltsstoffe. Manchmal sind antibiotische Cremes notwendig, wenn eine Fachperson eine echte Infektion festgestellt hat, weil auch die Gefahr besteht, dass die Keime nach innen wandern. Erfahrene Homöopathen können Sie dahingehend selbstverständlich auch mitbehandeln. Sie sollten ausserdem versuchen, die Brustwarzen von Druck und Enge zu entlasten und entweder sog. Brustwarzenschilder tragen oder die sog. "Wiener-Brust-Donuts" basteln (s. Internet). Das sorgt für ein luftiges, druckfreies Umfeld. Falls Sie einen Soor auf der Brustwarze haben, sind auf Dauer die obigen Massnahmen nicht ausreichend und Sie brauchen ausserdem den Rat Ihrer Hebamme, einer Stillberaterin oder dem Frauenarzt. Vielleicht treffen einige der obigen Gründe auf Sie zu und Sie können zurückkehren zu einer unkomplizierten Stillzeit. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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