Themenbereich: Abstillen

"möchte abstillen, Kindd isst aber nur sehr wenig Brei"

sabrina_12
Gelegenheitsclubber (0 Posts)

Frage vom 16.08.2014

Hallo liebes Hebammenteam,

mein Baby ist nun 8 Monate alt. Ich versuche schon seit mehreren Wochen Brei einzuführen und abzustillen. Leider ohne Erfolg. Ich habe schon alle möglichen Brei Varianten durch probiert. Julian isst wenn überhaupt 5 Löffelchen und dann ist Schluss. Er ist zu abgelenkt und hat keine Lust mehr weiter zu essen. selbst wenn wir ganz allein im Raum sind. Er ist dann aber auch noch nicht satt und wird sehr qungelig, wenn er dann nicht noch die Brust bekommt. Außerdem holt er sich die Muttermilch dann nachts.
Ich möchte nun langsam wirklich abstillen und nach und nach eine Milchmahlzeit ersetzen, doch habe noch keinen Weg gefunden.
Nachts und auch tagsüber möchte Julian alle 2,5 Stunden essen. Er hat mir auch schon mehrfach in die Brust gebissen.
Das einzige was ihn interessiert ist feste Nahrung.Nur die kann er nicht kauen und daher nur sehr wenig davon essen, so dass er keinesfalls satt wird.
Können sie mir bitte helfen.
Meine Hebamme hier vor Ort findet das ganz toll, dass mein Kind nur Muttermilch trinken möchte und hilft mir nicht weiter. Ich gehe mittlerweile aufgrund von Schlafmangel total auf dem Zahnfleisch. Meine Grenze ist definitv erreicht was stillen anbelangt.

Antwort vom 20.08.2014

Hallo!
Es ist sehr verständlich, dass Ihnen nach mehr als acht Monaten alleiniger Zuständigkeit für die Nahrungs- und Nährbedürfnisse Ihres Sohnes die Kräfte schwinden und die Ambition zum Stillen die Grenze erreicht hat. Das erste Lebensjahr ist in den meisten Fällen das anstrengendste Jahr, insbesondere mit der 24-stündigen Abrufbarkeit und dem Schlafmangel. Leider haben unsere Kinder nur sehr wenig Verständnis dafür, dass wir gerne eine Auszeit hätten. Das Wichtigste ist jetzt, dass es neben Ihnen noch andere enge Bezugspersonen gibt, bei denen es zum Beispiel selbstverständlicher ist, dass Ihr Sohn nicht die Brust verlangt, sondern neugierig auf feste Kost ist. Es braucht wirklich immer Unterstützung von aussen, um die Gelegenheit zu kriegen für einige Stunden alleine Kraft und Zuversicht für den Alltag zu sammeln. Insbesondere am Wochenende ist es in der Partnerschaft zu empfehlen sich abzusprechen, wer wann liegen bleiben darf; auch mit möglichen Stillunterbrechungen hat somit Ihr Partner die Chance, seinen Part zu übernehmen und macht das auch deutlich für seinen Sohn. Die Erwartungshaltung Ihres Sohnes zum Stillen ist "leider" ganz normal und auch seine zögerliche Annahme der Beikost ist nicht ungewöhnlich. Ich möchte Ihnen dahingehend empfehlen, ihn weiter das sog. finger-food ausprobieren und Stück für Stück gedünstetes Gemüse o.a. vom Familientisch mitessen zu lassen. Über den ganzen Tag verteilt könnten Sie kleine Portionen anbieten, am Besten erst einmal ohne die Erwartung, dass er davon wirklich satt wird. Aus der Erfahrung heraus nehme ich an, dass Sie damit sehr viel schneller dazu kommen werden, dass Ihr Sohn eine zunehmende Menge mit Genuss essen wird. Vermutlich ist er eins der Kinder, die selbst das Essen in die Hand nehmen wollen ohne den Umweg von Löffel und Brei. Wenn Ihr Sohn Sie beisst, hilft meistens eine konsequente, liebevolle, gleichbleibende Vorgehensweise. Die meisten Kinder beissen zum Ende der Mahlzeit, Sie können das mit etwas Beobachtung schnell erahnen, welche Zeichen Ihr Kind kurz vorher gibt. Nehmen Sie ihn dann zügig von der Brust, signalisieren mit einem deutlichen Nein und nur wenigen, selben Worten immer wieder, dass das nicht geht. Danach eine Weile verstreichen lassen, ehe Sie ihn wieder anlegen würden. Gleiche Vorgehensweise, gleiche Worte, gleicher Ausdruck. Schreien und Schimpfen nützt übrigens nichts. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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