Themenbereich: Abstillen

"die Beziehung zum Kind leidet unter dem Stillen"

Anonym

Frage vom 25.08.2014

Mein Sohn ist 2,5 Jahre und ich stille ihn noch.Eigentlich fühle ich mich eher wie ein Schnullerersatz, denn er kommt ständig und will trinken. Jetzt stört es mich sehr und es belastet unsere Beziehung, denn es nervt mich.Die Leute machen sich auch teilweise darüber lustig. Ich denke, wir lösen das Problem nur noch indem ich mir etwas unangenehm schmeckendes auf die Brustwarzen schmiere , denn etwas anderes würde er nie akzeptieren. Er mag das trinken so gerne und ich will es ihm eigentlich auch nicht wegnehmen, aber ich kann nicht mehr und irgendwann muss es ja doch mal sein.Bitte helfen Sie mir!

Antwort vom 26.08.2014

Hallo!
Sie stecken in einem emotionalen Konflikt, der sich nicht logisch lösen lässt, aber mit ein paar Gedanken vielleicht klarer wird. Das Stillen hat sich für Sie beide schon längst verändert. Sie empfinden es als belastend für Ihre Beziehung zueinander. Die jetzige Stillbeziehung mit Ihrem Sohn scheint nichts nahes und inniges mehr zu haben, sondern sein "ständiges" Trinken nervt Sie und ist Ihnen unangenehm. Es ist einfach nicht mehr Ihr Bedürfnis, so im Kontakt mit Ihrem Kind zu sein. Gleichzeitig spüren Sie, dass Sie ihm etwas wegnehmen würden, was er sehr gerne hat. Dennoch scheint Ihr Sohn durch das "ständige" Trinken nie zufrieden zu sein; er sucht Ihre Nähe, aber diese können Sie auf diese Art einfach nicht mehr mit ihm geniessen und damit sein Bedürfnis nicht stillen; und da beisst sich die Katze sprichwörtlich in den Schwanz! Der Gedanke wäre also, was Ihnen beiden auf körperlicher und psychischer Ebene gut tut, um eine neue Beziehung aufbauen zu können. Als erstes sollten Sie selbst für sich und dann für Ihren Sohn in Worte fassen, was Sie wirklich möchten. Dazu gehören Regeln und Abmachungen; das könnte als erstes bedeuten: wo und wann und zu welcher Gelegenheit wird nur noch gestillt? Wann können Sie Ihrem Sohn zumuten!, auf dieses Stillen verzichten zu können (z.B. in der Öffentlichkeit?), wann spüren Sie, dass er es wirklich braucht und Sie ihn auch gerne gewähren lassen (z.B., wenn er sich weh getan hat, beim abendlichen Kuscheln o.ä.)? Finden Sie für sich raus, wann und warum das Stillen nervt und was genau Sie für sich ändern wollen. Die Klarheit, die Sie erreichen, kommt auch ganz sicher bei Ihrem Sohn an ohne, dass Sie Ihre Brustwarzen mit etwas Unangenehmen beschmieren müssen. Vielleicht würde sogar diese Vorgehensweise einer insgesamt schönen Zeit ein unschönes Ende bereiten. Ihr Sohn spürt Ihre Klarheit sicher für sich heraus, genau so, wie er Ihre Ablehnung auch spürt, die er aber nicht wird einordnen können. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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