Themenbereich: Schlafen

"nächtliches Aufwachen nicht normal?"

Anonym

Frage vom 29.10.2014

Hallo, ich bin sehr verunsichert, was das Durchschlafen bzw. Stillen abends/nachts angeht.
Unser Sohn (fast 8 Monate,74 cm,über 11kg) ,der trotz Breieinführung seit Geburt einen 2-3-Stundenrhythmus hat,wird nach dem (milchfreien) Abendbrei ca. 1,5h später gestillt und schläft dann ein. Er schläft neben unserem Bett in seinem Bett bzw wenn er nachts aufwacht (manchmal einmal,beim Zahnen bis zu 4 mal) auch bei mir,da er dann nochmal gestillt wird. Durchgeschlafen hat er noch nie und nach dem Einschlafen gegen halb 8 wacht er auch spätestens um 22h nochmals auf. Eine bekannte meinte nun, das sei nicht normal und ich sollte ihn nachts nicht mehr nehmen und stillen,sondern ihn schreien lassen,notfalls im Wohnzimmer schlafen.So habe sie das mit ihren Kindern auch getan und nach einer Woche haben sie durchgeschlafen. Ich bin seitdem sehr traurig,denn das möchte ich eigentlich nicht tun und kann ich auch nicht. auf der anderen Seite ist es natürlich schon manchmal anstrengend und es wäre schön,mal wieder länger als 3-4h am Stück zu schlafen... Wie beurteilen Sie die Situation?
Danke und viele Grüße!
Julia

Antwort vom 02.11.2014

Hallo!
Glücklicherweise ist die Definition von "normal" sehr weit gefasst, so dass Sie sich keine Sorgen um Ihren Sohn und Ihr eigenes mütterliches Verhalten machen sollten. Durchschlafen ist keine erzieherische Kompetenz und hat auch nichts damit zu tun, dass ein Säugling zwölf Stunden ohne Regung und Geräusch schläft. Die Aussage Ihrer Bekannten in dieser radikalen Form vorzugehen, entspricht anscheinend weder Ihrem Gefühl noch Ihrem Bedürfnis und auch nicht meiner Empfehlung. Auch, wenn es nicht (immer) eindeutig ist, welches Bedürfnis Ihren Sohn (oder andere Säuglinge) aufwachen lässt (Hunger, Zahnbeschwerden mit Druck und Unwohlsein im Kiefer, Nähebedürfnis o.a.), so ist es keine Lösung, einen Säugling einfach schreien zu lassen bis er das Schreien aus Frust gänzlich lässt. Das Stillen ist nicht das Problem, dass zum Aufwachen führt, sondern die normalen Bedürfnisse eines Säuglings zu unterschiedlichen Entwicklungszeiten. Im zweiten Lebenshalbjahr mit Beginn des Krabbelns und dem Entfernen von der Mutter, dem Fremdeln, dem Zahnen und der Beikosteinführung erleben alle Kinder grosse Veränderungen, die auch die Nächte erschweren und alle Kinder gehäuft aufwachen lässt. Ob Sie jedes Mal Ihren Sohn wieder in den Schlaf stillen oder aber versuchen ihn anders zu beruhigen, ist Ihre Entscheidung. Häufig braucht es Hilfe vom Partner in der nächtlichen Betreuung, wann können Sie tagsüber nochmals schlafen, wer kann Sie im Haushalt etc. entlasten? Ich empfehle Ihnen ansonsten tagsüber Ihre Stillmahlzeiten zu beobachten. Gibt es Zeiten, wo Sie ihn an die Brust zum Stillen nehmen, bevor er wirklich Hungerzeichen zeigt? Vielleicht entdecken Sie noch genauere, kleine Signale, die Ihnen helfen, die Bedürfnisse anders zu beantworten. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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