Themenbereich: Entwicklung des Ungeborenen

"HCG zu wenig gestiegen?"

Anonym

Frage vom 07.11.2014

Hallo!

Erstmal vielen Dank für die Beantwortung mener Frage. Und zwar bin ich aktuell 6+0SSW, müßte aber laut FA schon 7+0 sein. Ich habe das PCO-Syndrom und eine Schilddrüsenüberfunktion, die gut eingestellt ist. Ich bin nach 2 Zyklen durch Stimulation mit Gonal F schwanger geworden. Vorigen Montag war ich zur Kontrolle und Blutabnahme, man sah auch eine schön entwickelte Fruchthöhle. Mein HCg Wert war laut FA am Montag abend bei 1100 und Mittwoch früh bei 1300. Er ist somit nur minimal gestiegen und mein Arzt sagt, ich soll mir keine Hoffnungen mehr machen, dass die SS intakt ist. Aber das Baby ist doch gewachsen und ich hab auch alle Schwangerschaftsanzeichen. Heißhunger, leichte Übelkeit, Brust spannen und Ausfluss. Kann es einfach sein, dass die Befruchtung später stattgefunden hat, obwohl ich meinen Eisprung auslösen musste und dieser auch stattgefunden hat? Ich möchte mir auch keine falschen Hoffnungen machen, aber auch nicht vorzeitig eine Ausschabung vornehmen lassen. Ich bin total unsicher und habe Angst diesen Zwerg zu verlieren :-( Ich habe gelesen, dass der HCG Wert nicht immer unbedingt aussagenfähig ist, ob die SS noch intakt ist, da er bei jeder Frau anders steigt?

Liebe Grüße
Sandy

Antwort vom 07.11.2014

Hallo, Ihre Skepsis ist berechtigt. Es gibt keinen Grund nun so engmaschig zu kontrollieren und die Schwangerschaft dermaßen in Frage zu stellen. Die Schwangerschaft wurde bestätigt und sie hat sich in der Gebärmutter angesiedelt. Mehr braucht derzeit überhaupt nicht untersucht werden, da die einzige "Konsequenz" weitere Diagnostik ist. Es lässt sich weder etwas sicher bestätigen noch fördern oder verhindern. Die Berechnung des Schwangerschaftsalters beruht auf Durchschnittswerten. Eine Woche Differenz ist dabei drin, auch wenn alles in Ordnung ist. Eine Ausschabung sollten Sie auf keinen Fall vornehmen lassen, wenn es Zweifel an der Diagnose auf Ihrer Seite gibt.
Selbst wenn eine bevorstehende Fehlgeburt ganz sicher diagnostiziert ist (was bei Ihnen nicht der Fall ist) gibt es Alternativen zur Ausschabung. Sie könnten auch eine natürliche Fehlgeburt abwarten.
Der HCG-Wert lässt sagt derzeit nur aus, dass er steigt. Bei gesicherter Fehlgeburt sinkt er jedoch. Die Höhe des Anstiegs liegt individuell in einer gewissen Bandbreite. Die Studien, die es dazu gibt, haben keine besonders hohe Qualität, so dass die oft getroffene Aussage "sollte sich alle zwei Tage ungefähr verdoppeln" mehr als vage ist. Wichtig ist jedenfalls, dass es sich ziemlich genau um 48 Stunden handeln sollte, was bei Ihnen (einmal abends, einmal morgens) erheblich abweicht. Die meisten Frauen mit einem Anstieg um mehr als 63% innerhalb von exakt 48 Stunden haben eine intakte Schwangerschaft. Eine sichere Fehlgeburt liegt nur vor, wenn der Wert innerhalb von 48 Stunden deutlich gesunken ist. Ich halte nicht so viel davon diese Werte ohne besonderen Anlass überhaupt zu bestimmen und zu interpretieren, weil es viel zu wenig unterschiedliche Untersuchungen gibt, wie sich die Werte nun genau verhalten und einfach nur eine enorme Verunsicherung entsteht ohne dass "etwas getan" werden kann. Letztendlich bleibt für alle Frauen (mit und ohne Untersuchungen) die erste Zeit der Schwangerschaft nur "gute Hoffnung", jedoch keine absolute Gewissheit über den weiteren Fortgang der Schwangerschaft.

Ich würde Ihnen raten zwei Wochen gar keine Untersuchungen vornehmen zu lassen, wenn Sie nicht selbst etwas bemerken (zum Beispiel Blutungen).

Ich wünsche Ihnen alles Gute, Monika Selow, Hebamme


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