Themenbereich: Abstillen

"Beikost-isst zu wenig"

Anonym

Frage vom 16.11.2014

Beikost - isst so wenig
Liebes Hebammen-Team,
ich habe eine Frage zur Beikost und zum Abstillen: meine zweite Tochter, 9 Monate alt, tut sich so schwer mti dem Brei essen. Ich füttere ihr morgens Mildbrei und mittags Gemüse, sie isst max. und mit viel Geduld 50-100ml. Ich möchte aber danach nicht zusätzlich stillen, damit sie lernt, das Essen als komplette Mahlzeit zu akzeptieren. nachmittags still sie idR schlecht, da ist alles andere interessanter. und abends kann sie nicht einschlafen, weil sie aus der brust nicht genug bekommt (meine Vermutung, denn dann habe ich seit 6 oder 7 Uhr morgens nur einmal ganz wenig am Nachmittag gestillt). Sie robbt ganz aktiv und hat sicherlich mehr Bedarf als die winzigen Mengen die sie tagsüber zu sich nimmt. Nachts stillt sie mindestens jede Stunde. Je mehr ich sie dazu brignen will, tagsüber zu essen, desto mehr still sie nachts.
ich bin inzwischen so weit, dass ich nicht weiter kann und will. der Kleinen geht es nicht gut, sie muss abends und nachts so unglaublich viel Weinen, was eigentlich nicht zu ihr passt, mir geht es überhaupt nicht gut einerseits wegen Schlafmangel (bin inzwischen so nervös, dass die große Schwester viel zu viel von mir geschimpft wird) und andererseits, weil ich diese totale körperliche Abhängigkeit nicht mehr will.
Meine Idee war, jetzt wieder abends einen Milchbrei einzuführen. (hatten wir schon mal gemacht, aber das hat sie so geärgert, dass sie dann gar nicht mehr einschlafen konnte. deshalb war meine Idee, dass sie sich erst mal tagsüber ans Brei-essen gewöhnt). Ich befürchte, dass es ähnlich sein wird.
was bleibt mir dann?
würden sie abends eine Flasche anbieten? (ich weiß nicht, ob sie die nehmen würde)
falls das auch nicht hilft, möchte ich sie komplett abstillen und somit zur Flasche "zwingen". ich kann den jetzigen Zustand nicht weiterführen. Aber wie mache ich das? ich will weder eine Brustentzündung riskieren durch zu plötzliches Abstillen, noch die Kleine zu sehr verwirren, durch den Wechsel von Brust und Flasche. Haben Sie da irgendwelche Erfahrungen, welches Vorgehen am ehesten akzeptiert wird?
ich hoffe auf hilfreiche tipps
vielen Dank und viele Grüße











































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Antwort vom 18.11.2014

Hallo!
In Ihrer Beschreibung begegnet mir ein gehöriges Durcheinander, unter dem Sie und Ihre Tochter "lesbar" zu leiden scheinen. Wenn ich es richtig verstehe, versuchen Sie unter Hochdruck von allen Seiten den Weg zum Abstillen zu finden für mehr Ruhe und Schlaf: tagsüber zwangsweise Brei und kein Stillen, nachts gezwungenermaßen Stillen, weil Hunger und Saugbedürfnis nicht ausreichend gestillt wurden. Gleichzeitig befürchten Sie, dass Ihr Kind verwirrt wird zwischen Brust und Flasche, das Sie eine Brustentzündung riskieren und Ihr Kind unglücklich ist. Ich rate Ihnen sich ganz genau für eine Vorgehensweise zu entscheiden, die dem Alter und den Fähigkeiten Ihres Kindes entspricht und auch realistisch ist. Aktuell versuchen Sie alles auf einmal zu erzwingen. Nach Ihrer Beschreibung haben Sie noch gar keine deutliche Entscheidung getroffen und das führt auch bei Ihrer Tochter zur Verwirrung. Neun Monate alte Säuglinge sind allzu oft überfordert, ihren täglichen Nahrungsbedarf nur über Brei zu decken. Sie brauchen noch entweder die Brust oder zusätzliche Milchmahlzeiten über die Flasche oder es kommt zu dem Kreislauf, wie Sie ihn beschreiben. Entsprechend sollten Sie sich trauen, Ihrer Tochter eine Flasche anzubieten oder tagsüber nach den Mahlzeiten zu stillen. Eine sog. Saugverwirrung ist in dem Alter nicht zu erwarten. Möglicherweise ist Ihre Tochter auch eins von den Kindern, die dem Brei nichts abgewinnen kann, aber viel lieber vom Teller der grossen Schwester bzw. bei Ihnen mitessen würde; nachfolgende Kinder geben sich häufig nicht mit der Breikost zufrieden, sondern wollen am Familientisch teilhaben. Wenn Sie eine stabile Richtung in den Tag gebracht haben und Ihre Tochter Stück für Stück! die Veränderungen zumuten, wird sie vermutlich wieder mit ausreichend Milch und/oder Brei versorgt sein und da werden sich voraussichtlich auch die Nächte ändern (wobei der neunte Lebensmonat sowieso eine sehr unruhige "Schlafentwicklungszeit" ist). Ihren Busen müssen Sie von Tag zu Tag neu betrachten auf Stauzeichen oder ähnliches und sich Brustmassage, Wärmen oder Kühlen zunutze machen, um entweder den verringerten Bedarf oder den erhöhte Bedarf gut begleiten zu können. Kontakten Sie erneut eine erfahrene Hebamme, um mit ihr zusammen Ihr Vorgehen zu entwirren. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme


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Kommentare zu "Beikost-isst zu wenig"
Anonym
Kommentar vom 18.11.2014 21:00
danke für Antwort - Rückfragen
Liebe Frau Hesse,
zunächst einmal vielen Dank für Ihre Antwort. Ich hatte mich wahrscheinlich nicht klar genug ausgedrückt.
ja, ich bin mir zur Zeit nicht darüber klar, wie das Vorgehen sein soll, deshalb schreibe ich Ihnen und bitte um Rat. Ich hatte vor 3 Monaten eine Entscheidung, zu der ich ganz fest gestanden hatte: langsam anfangen, es gibt keinen Zeitdruck, wenn sie mittags so viel essen kann, dass es bis zur nächsten Stillmahlzeit reicht, dann die abendmahlzeit ersetzen. auch da: erst wenn sie danach ohne Stillen auskommt bis zur nächsten normalen Stillmahlzeit in der Nacht, eine weitere Mahlzeit ersetzen. Ich wollte nicht gerne dauerhaft nach dem Brei-Füttern noch Stillen, sondern nur übergangsweise.
Leider war dies offensichtlich eine Idee, die für meine Tochter nicht passt. Nachdem es zwei Monate gut ging (einzige Änderung: ich hatte als zweite Mahlzeit nicht abends sondern mrogens Brei gefüttert, wenn wir mehr Ruhe hatten und sie nicht schon müde, sondern ausgeschlafen und neugierig war). aber seit etwa 3 Wochen wurden die Breimengen immer kleiner, das Stillen am Nachmittag immer mehr verweigert (das passt eigentlich nicht dazu, dass sie davor zwei Mahlzeiten fast ausgelassen hat, zeigt mir aber, wie durcheinander alles geraten ist) und Kind und ich wurden immer unglücklicher, die Abende immer unruhiger, es kamen Einschlafschwierigkeiten dazu, obwohl sie sonst immer alleine einschläft.
ich habe zunächst gedacht, es ist eine Phase, wir machen weiter wie bisher, wenn sie lieber weniger isst (und dafür nachts mehr stillt) ist das erst mal in Ordnung. Aber es hat sich leider so verschärft, dass wir bei 0 Brei angekommen sind und ich einsehen muss, dass es so nicht weitergeht.
Genau aus dieser Erfahrung heraus möchte ich jetzt nicht viele Möglichkeiten in ständigem Wechsel ausprobieren, sondern gerne eine gute Entscheidung treffen, der ich dann ein paar Tage lang die Chance gebe, vom Kind akzeptiert zu werden.
Meine betreuende Hebamme schlägt vor, die Breimahlzeiten ganz wegzulassen, Mitessen am Familientisch was gefällt, aber ohne die Erwartung, dass es satt macht und dazu Flasche anbieten, wann immer gewünscht, nachts stillen wann immer gewünscht. Problem: die Flasche wird bisher begeistert bekaut, aber sie scheint nicht zu wissen, dass man daraus trinken kann oder will das nicht.
Frage: haben Sie Erfahrung, wie lange es Sinn macht, die Flasche immer wieder anzubieten? Ich möchte einerseits der Kleinen eine gute Chance geben, die Flasche zu akzeptieren. Andererseits möchte ich nicht unnötig lange damit rummachen, wenn sie sie sowieso komplett verweigert. Dazu haben wir in der letzten Zeit einfach zu viel mitgemacht.
Gleichzeitig heißt das für mich, dass ich übergangsweise wieder voll stille, denn wenn sie tagsüber aus der Flasche nicht trinkt, will ich sie nicht hungern lassen.
Haben Sie dazu Erfahrungen, wie man die Flasche interessant und "schmackhaft" machen kann?
(ob Papa oder Mama füttern macht bisher keinen Unterschied)
Vielen Dank und viele Grüße

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