Themenbereich: Babyernährung

"ehemaliges Frühgeborenes mag keine Milchflasche mehr morgens"

Anonym

Frage vom 07.02.2015

Hallo,
Ich habe einen fast 9 Monate alten Sohn, der mir etwas Kummer bereitet. Er kam 6 Wochen zu früh per notkaiserschnitt zur Welt und war von Anfang an ein schlechter Esser! Leider konnte ich aus diversen Gründen nicht stillen (hätte es aber gerne gemacht). Also bekam er beba Pre Nahrung und die hat er gut vertragen. Seit er 6 Monate alt ist bekommt er beikost. Mittlerweile sieht sein essensplan so aus: gegen 8:30/9:00 Uhr 200ml Milch, gegen 11:30/12:00 220g Gemüsebrei mit oder ohne Fleisch, gegen 15:30/16:00 190g Obst mit oder ohne Getreide und abends gegen 19:15/19:30 Milchbrei von beba. Mal isst er gut mal isst er schlecht, kommt immer auf die Tagesform an. Seit zwei Wochen jedoch, will er morgens keine Milch mehr trinken. Mit Ach und Krach trinkt er vielleicht 65ml. Er muss zur Zeit betablocker nehmen, daher ist ein nicht zu spätes Frühstück unbedingt notwendig um es ihm zu geben. Wir haben alles versucht, Milch mit Obst mischen, Brei, Brei mit Obst, reisflocken mit babymilch.....das einzige was er mal aufgegessen hat war ein Obstglas (aber zweimal Obst am Tag kommt uns zu viel vor)
Wir überlegen nun ob wir ihm ein frucht&quark gläschen geben, haben aber Angst, dass er zu wenig Kalzium bekommt, wenn er gar keine Milch mehr trinkt. Reicht der Milchbrei abends aus um den milchbedarf zu decken? Wie gesagt er ist ein schlechter Esser und es ist eine Ausnahme wenn er mal alles isst. Was für Alternativen haben wir um die Flasche zu ersetzen ohne das es ihm an etwas fehlt?

Liebe Grüße


Antwort vom 09.02.2015

Hallo!
Der Tagesbedarf eines 4-12 Monate alten Säuglings an Kalcium liegt bei ca. 400mg. Milch ist nur eine Kalciumquelle, denn auch in Milchprodukten, Broccoli, Grünkohl, Lauch, Fenchel, Sesam und kalziumreichen Mineralwasser finden wir diesen Stoff. Ich empfehle Ihnen also grob zu rechnen, was von diesen Nahrungsmitteln und wie viel Ihr Kind davon isst. Wenn Sie schreiben, dass Ihr Kind immer schon ein schlechter Esser war, dann ist das leider nicht aussagekräftig genug, denn Essensmengen können unterschiedlich beurteilt werden. Nimmt Ihr Sohn nicht ausreichend und gleichmässig zu? Ist er schnell zu müde, schlapp oder häufig krank und wirklich appetitlos? Dann ist es wichtig, dass eine Kontrolle des Eisenspiegels gemacht wird, insbesondere, da Frühgeborene nicht mit einem ausreichenden Eisenvorrat geboren werden. Sie können nicht mehr Essen in Ihren Sohn hineinzwängen, aber ein Eisenmangel kann und muss behandelt werden und daraus kann ein grösserer Appetit und mehr Elan folgen. Ansonsten kann ich Ihnen nicht empfehlen Quark zu geben vor Ende des ersten Lebensjahres. Hier geht es um eine zu grosse Eiweissquelle, die die Nieren noch überfordern kann. Joghurtgaben sind möglich. Ansonsten spricht nichts dagegen, ihm auch ein zweites Obstgläschen mit Getreide anzubieten. Vitamine und Ballaststoffe vom Obst und pflanzliches Eiweiss, Eisen, und Mineralstoffe im Getreide sind eine gute Nahrungsquelle. Je nachdem, wie Ihr Sohn die Nahrung schon zerkleinert und kaut, empfehle ich Ihnen, ihn an der "angepassten" Familienkost teilhaben zu lassen. Schauen Sie, ob es sein Interesse erhöht und er mit mehr Neugierde sich das Essen selbst aussucht. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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