Themenbereich: Stillen allgemein

"ist sein Stillverhalten normal?"

Anonym

Frage vom 27.03.2015

Guten Tag,
mein Sohn ist aktuell 15 Wochen alt, er wird vollgestillt, hat noch nie aus der Flasche getrunken und möchte alle 2 Stunden gestillt werden. Dabei trinkt er immer nur eine Brust für ca. 3-5 min. leer. Ich lege ihn abwechselnd an, d.h. wenn er jetzt die rechte Brust getrunken hat, lege ih ihn nach 2 Stunden an der linken Brust an. Er löst sich immer von selbst von der Brust ab und möchte nicht weiter trinken. Er ist dann für 2 h zufrieden. Wenn ich unterwegs bin und er deshalb evtl. nach 3-4 Stunden erst angelegt werden kann trinkt er trotzdem immer noch nur eine Brust. Lt. Gewichtskurven beim Kinderarzt nimmt er aber gut zu mit 12 Wochen wog er 5950g, seitdem habe ich ihn nicht mehr gewogen. Nachts trinkt er ebenso alle 2h...

meine Fragen zum Stillen:

- Ist sein Trinkverhalten normal?
- Wie kann ich ihm beibringen beide Brüste zu trinken und dafür vielleicht alle 3-4 Stunden?
- Muss er einen Stillrhythmus haben?

Herzlichen Dank im Voraus.
Viele Grüße


Antwort vom 29.03.2015

Hallo!
Wie oft und wie lang ein Säugling stillt über 24 Stunden hinweg, ist prinzipiell erst einmal sehr individuell, allerdings zeigen viele Kinder nach den ersten Wochen ähnliche Muster; z.B. stillen sie nachts meistens zwei Mal, haben eine erste längere Nachtphase, um dann gegen morgen öfter aufzuwachen und kürzere Schlafphasen einzuläuten. Je länger sie nachts schlafen, desto häufiger melden sie sich am Tag mit meist kürzeren Abständen und effizientem Saugen. Ab dem 4. Lebensmonat sind Babys leicht ablenkbar, vergessen das Stillen auch schon mal und müssen zum Stillen angeregt werden. Sie braucht nach wie vor viel Körperkontakt und holen sich diesen auch bei den Stillmahlzeiten. Ab diesem Zeitpunkt ändern sich häufig auch die Nächte und mehr Unruhe und Aufwachen kommen hinzu. Im Alter von ca. 4 Monaten haben die meisten Stillkindern ihr Geburtsgewicht verdoppelt, der Gewichtsverlauf sollte an der persönlichen Perzentile entlang laufen, so dass deutlich wird, dass kein Milchmangel besteht, sondern es sich um das individuelle Stillverhalten des Kindes handelt. Wenn der Verlauf stimmt, reagiert Ihr Sohn ganz normal und ja, wahrscheinlich hat er sich für seinen Bedarf auf nur eine Brustseite eingespielt. Nur eine Brustseite nehmen erfahrungsgemäß gerne die Kinder, die bei der Geburt eher auf der leichten Seite waren und manchmal mehr Mühe mit der Anpassung des Verdauungssystems hatten. Das zwei-stündliche Stillen in der Nacht ist sicherlich anstrengend für Sie, es ist wirklich nicht einfach, das wegzustecken und entsprechend brauchen Sie selbst tägliche Tagesschläfchen. Nach Ihrer Beschreibung rate ich Ihnen auf Ihren Milchspendereflex zu achten und auf das Schluckverhalten Ihres Kindes. Könnte es sein, dass Ihr Sohn die Brust nach fünf Minuten deshalb wieder loslässt, weil die Milch nicht mehr so schnell fliesst? Achten Sie bitte dennoch nochmals auf Ihren Spendereflex. Möglicherweise lohnt es sich, die Brust vor dem Stillen kurz zur wärmen, zu massieren und auch andere Entspannungsmassnahmen auszuprobieren. Der Milchspendereflex meldet sich meistens 2-3 Mal während einer Stillmahlzeit und kann reduziert sein bei Stress, Anspannung, Kältegefühl und Schmerz u.v.m. Auch Massage beim! Stillen, ein warmes Getränk nebenher sind mögliche Helfer. Vielleicht holt Ihr Sohn sich damit mehr Milch pro Mahlzeit und ist länger zufrieden. Und ansonsten: zum 5. Monat hin verändern viele Stillkinder ihr Verhalten erneut. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme


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