Themenbereich: Entwicklung des Ungeborenen

"Gibt es noch Hoffnung auf eine normale Entwicklung?"

Anonym

Frage vom 24.04.2015

Liebes Hebammenteam,
mein Freund und ich sind gerade sehr verunsichert. Ich (40) bin theoretisch jetzt SSW 8+5. Vor genau einer Woche war der erste Ultraschall, und es war zwar ein Embryo da, aber der war gerade mal 4mm, und ein Herzschlag war auch nicht zu sehen. Da der HCG-Wert schon 63.800 betrug, meinte der FA, dass man da schon mehr sehen müsste. Da ich bei (theoretisch) SSW 4+1 schon einen positiven Schwangerschaftstest (keinen Frühtest) hatte, kann es eigentlich auch nicht sehr viel jünger sein. Außerdem schwankte mein Zyklus in letzter Zeit zwischen nur 23 und 27 Tagen! 4 Tage nach dem ersten US war ich wieder da, der Embryo war nicht gewachsen. Allerdings habe ich das Gefühl, dass sein Ultraschall nicht das Beste ist und frage mich, wie man da überhaupt was erkennen oder Millimeter messen können soll… Nachdem ich schon fast zur Ausschabung gehen wollte, haben wir nun gestern erfahren, dass der HCG-Wert auf 93.800 gestiegen ist. Also wieder Ultraschall, was vielleicht blöd war - was sollte sich nach zwei Tagen groß verändert haben? Immerhin hat er 1,8 mm mehr gemessen, also 5,6 was er aber gleich runtergespielt hat. Auch meinte er, der höhere Wert könnte von den „nicht-kindlichen Anteilen“ kommen. Er will uns wohl keine falschen Hoffnungen machen, aber so ganz sicher scheint er sich auch nicht zu sein. Vielleicht gibt es ja doch Dinge, die er in seinen 20 Jahren Berufserfahrung noch nicht gesehen hat... In Internetforen wie diesem findet man ja auch Fälle, wo es so ähnlich war, Embryos sich langsamer entwickelt haben und am Ende doch gesunde Babys rauskamen. Was uns außerdem Hoffnungen macht, ist dass ich bisher überhaupt keine Schmerzen oder Blutungen hatte. Wir warten jetzt jedenfalls nochmal ab, mindestens eine Woche, bevor wir wieder ein US machen. Klammern wir uns an einen Strohhalm, oder gibt es noch Hoffnungen auf eine normale Entwicklung? Sollten wir vielleicht lieber einen anderen Arzt (mit einem besseren Ultraschall) zu Rate ziehen? Vielen Dank für Ihre Antwort!

Antwort vom 27.04.2015

Hallo, zunächst einmal ist es schwierig eine Entwicklung zu sehen und zu beurteilen, wenn die Untersuchungen in so kurzen Abständen erfolgen, insbesondere nach der ersten Untersuchung überhaupt.
Ich würde Ihnen raten abzuwarten. Es gibt keinen Anlass vorzeitig eine Ausschabung vornehmen zu lassen. Solange Zweifel bestehen, gibt es auch noch Hoffnung. Die steigenden HCG-Werte und die Zunahme des Wachstums sind jedenfalls positive Zeichen, vor allem jedoch, dass Sie selbst keine Anzeichen einer Fehlgeburt bemerken.
Eine Ausschabung wäre auch bei geisicherter Diagnose nicht zwingend. Es bestünde auch die Möglichkeit eine sponatne Fehlgeburt abzuwarten. Sie können näheres dazu in einem Artikel unter folgendem Link nachlesen:
http://www.zeit.de/2012/24/M-Fehlgeburten
Bevor Sie sich zu irgendendetwas entscheiden, sollten Sie auf jeden Fall eine "2. Meinung" einholen. Wenn schon Ultraschall, dann sollte es sich auch um ein gutes Gerät und einen gut qualifizierten Untersucher handeln. Ohne Notwendigkeit machen Abstände unter 1-2 Wochen wenig Sinn, weil die Konsequenz bei zu frühen und zu häufigen Ultraschalls nur Unsicherheit und weitere Kontrollen ist.
Ich wünsche Ihnen alles Gute, Monika Selow

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Kommentare zu "Gibt es noch Hoffnung auf eine normale Entwicklung?"
Anonym
Kommentar vom 28.04.2015 10:25
Negative Frauenärzte
Vielen Dank für diese motivierende Antwort. Sie hat mir wirklich geholfen, mich auf die zunehmenden (!) Schwangerschaftssymptome einzulassen und mir Mut gemacht, obwohl ich natürlich weiß, dass wir auch mit einem negativen Ausgang rechnen müssen. Leider hat sich die FÄ, die ich nun um eine 2. Meinung bitten wollte, als nicht sehr kooperativ erwiesen. Ihr US wäre bestimmt auch nicht besser und ich solle mir doch in der Gemeinschaftspraxis, wo ich bin, eine 2. Meinung holen. Als würden die etwas anderes als ihr Kollege sagen! Damit nicht genug, hat sie mich auch noch runtergezogen: die steigenden Werte müssten nichts zu sagen haben. Warum sind die FÄe so negativ? Man könnte meinen, sie legen es darauf an, dass das potenzielle Leben unter der ganzen negativen Energie verkümmert! Denen muss doch klar sein, dass das schädlich ist, wenn man von vornherein den Mut verliert! Jede Schwangere, zumal in meinem Alter, weiß doch sowieso, dass immer etwas schieflaufen kann. Warum machen die jedes letzte bisschen Hoffnung zunichte?

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