Themenbereich: Stillen allgemein

"drei Wochen altes Stillkind-nachts durchschlafen lassen?"

Anonym

Frage vom 17.06.2015

Hallo liebes Team, meine Tochter ist 3,5 Wochen alt. Ich stille voll. Geburtsgewicht war 2990g, aktuell hat sie 3220g. Tagsüber trinkt sie ca alle 2,5-4 Stunden. Teils kommt sie von allein, teils wecke ich sie. Nur nachts haben wir das "Problem", dass sie nicht zu wecken ist. Unsere Hebamme meint, sie müsse nachts alle 5-6 h trinken. Jedoch schläft die kleine so tief, dass es nachts oft ganze 2h dauert, bis sie bereit ist, zu trinken. Für uns ist dieses Weckmanöver schon grenzwertig. Wir, mein Mann und ich, sind total kaputt und für die Kleine ist das auch totaler Stress, sie so aus dem Schlaf zu reißen. Manchmal hilft nach langem streicheln und herumzupfen( so hat man mir das in der Klinik gezeigt) usw. nur noch das Ausziehen bis auf die Windel. Eigentlich hätte ich sie schon fast schlafen lassen, allerdings hat sie mit ca. 2Wochen unter Tags einmal eine Art Sparmodus eingelegt und war total schlaff und recht schwierig erst nach ca 6h wieder zu wecken. Jetzt habe ich Angst, dass uns das gleiche nachts passiert. Wie ist ihre Meinung dazu? Dürfen wir Sie jetzt schon durchschlafen lassen oder müssen wir ein bestimmtest Alter oder Gewicht abwarten?Vielen Dank vorab für Ihre Antwort.

Antwort vom 22.06.2015

Hallo!
Ich kann gut verstehen, was für eine Schwierigkeit es ist, Ihre Tochter nachts wach zu bekommen. Entsprechend sehe ich auch eher die Möglichkeit, den Tag zu verändern und damit Einfluss auf die Nacht zu erhalten. Mit Blick auf die Gewichtsentwicklung Ihres Kindes wäre eine Nachtmahlzeit wichtig; es ist mehr als ungewöhnlich, wenn neugeborene Stillkinder früh durchschlafen. Zwei Nachtmahlzeiten sind die Norm und erweisen sich meistens als sinnvoll. Da Sie selbst beobachtet haben, dass Ihr Kind vormals wie eine Art "Sparmodus" eingelegt hat, vermute ich, dass evtl. der Blutzuckerspiegel Ihrer Tochter noch schwankend ist und/oder Ihr Kind in seiner Aktivität noch durch Medikamente beeinträchtigt ist, die Sie unter der Geburt erhalten haben. Ich empfehle Ihnen, Ihre Tochter zu jeder Gelegenheit an die Brust zu legen. Falls Sie Ihr einen Nuggi anbieten, ist es sinnvoll, den wegzulassen und Ihr Kind eher an der Brust zu beruhigen. Das stimuliert die Milchbildung, führt zu einer stabileren Gewichtsentwicklung und bietet dem Körper kleine, regelmässige Mahlzeiten und damit einen stabileren Blutzucker. Wenn Ihre Tochter sehr müde auch am Tag ist, ist es hilfreich etwas Milch auszustreichen oder abzupumpen und diese Milch mit einer Spritze oder einem Löffel zu verfüttern. Meistens werden die Kinder wacher und aktiver damit und trinken besser an der Brust. Auch eine etwas festere, stimulierende Massage vor der Stillmahlzeit aktiviert die Kinder. Ich würde eine Verbesserung erwarten innerhalb der nächsten 4-5 Tage, wenn Sie konsequent so vorgehen. Ein unbeeinträchtigter Säugling von vier Wochen trinkt 8-10-12 Mahlzeiten innerhalb von 24 Stunden. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme


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