Themenbereich: Geburt allgemein

"B-Streptokokken: Antibiose unter der Geburt?"

Anonym

Frage vom 18.07.2015

Hallo,

ich habe eine eilige Frage zum Thema Streptokokken, da ich bereits 3 Tage nach ET bin. Ich wurde in der 39. SSW positiv auf Streptokokken B getestet. Meine FÄ rät nun unbedingt zu einer Antibiotika-Gabe unter der Geburt und einer anschließenden Überwachung des Babys auf der Wachstation für mind. 24 Stunden.

Meine Hebamme hält davon jedoch gar nichts und meint, mit Antibiotika könnte man eine Infektion auch nicht 100% verhindern. Bzw. es sei möglich, so bereits sehr früh eine Antibiotika-Resistenz aufzubauen. Außerdem würde man den Kindern auch ohne Überwachung anmerken, ob sie gesund seien.

Ich wollte eigentlich eine Hausgeburt und bin nun sehr verunsichert. Ich möchte natürlich nichts falsch machen oder mit der Gesundheit des Kindes spielen. Allerdings ist mir eine prophylaktische Antibiose sehr unsympathisch und ich möchte mein Kind nach der Geburt bei mir haben und nicht abgeben. Ich bin eigentlich sehr von dem Thema Hausgeburt überzeugt, zumal die meisten Frauen ja den Test gar nicht machen lassen.

Was würden Sie mir raten? Wie häufig ist die Übertragung von Mutter zu Kind? Ist der Krankheitsverlauf wirklich so dramatisch, wie im Internet oft beschrieben? Ich habe das Gefühl, dass hier auch sehr viel dramatisiert wird ...

Herzlichen Dank

Antwort vom 23.07.2015

Es gibt verschiedene Streptokokken der Gruppe B, und nur wenige davon sind für die Ansteckung und ernstzunehmende Erkrankung des Neugeborenen verantwortlich. Leider gibt es bisher keine Möglichkeit, die „gefährlichen“ von den „weniger gefährlichen“ B-Streptokokken zu unterscheiden. Der positive Test bei Ihnen muss also nicht zwangsläufig eine Gefahr darstellen für Ihr Baby. Genauso wenig kann eine Antibiosetherapie Ihr Kind sicher vor einer Infektion schützen, wie Ihnen auch Ihre Hebammen gesagt hat.
Eine Infektion des Neugeborenen kann bei sorgfältiger Beobachtung zeitig erkannt werden, allerdings kann sich der Zustand des Kindes sehr rasch ändern - positiv wie negativ. Sie sollten also über die in der Leitlinie empfohlene Antibiose unter der Geburt ernsthaft nachdenken und sich bewusst für das Eine oder Andere entscheiden.
Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter! Alles Gute für Sie!

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