Themenbereich: Schwangerschaft

"Schäden durch rauchen in der Frühschwangerschaft?"

Anonym

Frage vom 15.08.2015

Ich habe vor kurzem erfahren dass ich schwanger bin. bereits in der 10 ssw. leider habe ich noch ziemlich viel geraucht. sobald ich davon erfahren hatte habe ich reduziert und möchte bzw. werde auf 0 kommen! nun habe ich aber fürchterliche angst dass ich meinem baby schon zu sehr geschadet habe und es in der kritischen zeit zu missbildungen gekommen ist. Was kann bis jetzt passiert sein?

Vielen Dank

Antwort vom 16.08.2015

Hallo, zunächst einmal ist es sehr gut, das Sie sofort reduziert haben und mit dem Rauchn ganz aufhören wollen.
Es stimmt, dass einige Fehlbildungen häufiger bei Raucherinnen auftreten. Einige davon entstehen in der Frühschwangerschaft, einige erst im Verlauf der Entwicklung des Kindes. Eine Auflistung der Fehlbildungen, die bei Kindern gehäuft auftreten, deren Mütter geraucht haben, finden Sie unter folgendem Link:
https://de.wikipedia.org/wiki/Fetales_Tabaksyndrom
Bevor Sie sich in Fehlbildungsängste steigern, bedenken Sie bitte, dass es (anders als bei Alkohol in der Schwangerschaft) keine Zwangsläufigkeit von Rauchen und speziellen Fehlbildungen gibt. Das bedeutet: die meisten Kinder werden ohne Fehlbildungen geboren.
Wenn angegeben ist, dass eine Fehlbildung (zum Beispiel die vorzeitige Verknöcherung des Schädels-Kraniosynostose) "um 33% erhöht" ist, bedeutet dies, dass unter allen Schwangeren diese Fehlbildung mit einer Häufigkeit von 1mal auf 2000 Geburten auftritt, bei Raucherinnnen (um 33% erhöht) sind es 1,3mal auf 2000 Geburten, also immer noch ein sehr seltenes Ereignis, bei dem im Einzelfall niemand sagen könnte, ob das Rauchen die (alleinige) Ursache war.
Statt sich mit Ängsten zu grämen, bei denen nun leider keine Möglichkeit mehr besteht etwas zu ändern, würde ich Ihnen eher den Blick in die Zukunft empfehlen. Mit der Umsetzung des geplanten Rauchstopps tun Sie sich und Ihrem Kind viel Gutes, da die allermeisten Schäden durch Rauchen auch jetzt noch verhindert werden können (beispielsweise Frühgeburt, Mangelentwicklung und Störungen der Plazentafunktion).
Unterstützung und Informationen finden Sie durch Materialien der Bundeszenzentrale für gesundheitliche Aufklärung unter dem Link:
http://www.bzga.de/infomaterialien/foerderung-des-nichtrauchens/erwachsene/
Viel Erfolg beim Rauchstopp und alles Gute für die weitere Schwangerschaft, Monika Selow

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