Themenbereich: Kaiserschnitt

"Welche Risiken nach 3 Kaiserschnitten?"

Anonym

Frage vom 15.09.2015

Liebes Hebammenteam,
ich hatte bereits 3 Sectios (2004,2008,2014), welche alle problemlos verlaufen sind. Nun ist es leider so, dass wir unsere Tochter im Alter von 14 Monaten, nach langer schwerer Krankheit verloren haben. Sie hat eine riesen Lücke hinterlassen. Wir fühlen uns einfach nicht komplett. Unser Wunsch, nach einem gesunden Baby ist größer als je zuvor.
Angst bereitet mit die Tatsache, dass ich bereits 3 Sectios hatte. Wie groß schätzen sie die Gefahr einer Ruptur ein? Besteht die Möglichkeit, die Narbe vorher kontrollieren zu lassen? Wäre es sinnvoll den Op Bericht anzufordern?
Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen und bedanke mich im Voraus...
LIebe Grüße Charlotte

Antwort vom 18.09.2015

Hallo Charlotte, zu Ihrem unvorstellbar schmerzhaften Verlust Ihrer Tochter mein tiefes Mitgefühl und Beileid. Es ist schön, dass Sie trotz der entstandenen riesigen Lücke wieder etwas in die Zukunft blicken können und sich ein weiteres Kind wünschen.
Zu Ihrer Vorgeschichte nach 3 Kaiserschnitten ist es so, dass das Risiko einer Ruptur der Gebärmutter in der Schwangerschaft trotzdem sehr selten auftritt – so selten, dass sich darüber keine Zahlen finden lassen. Das Risiko steigt jedoch stark an unter dem Einfluss von Geburtswehen, insbesondere z.B. nach Einleitung und/ oder künstlichen Wehenmitteln. Das bedeutet also, dass wieder ein geplanter Kaiserschnitt durchgeführt werden würde.
Aus der Dicke der Gebärmutterwand lassen sich alleine keine Rückschlüsse ziehen, aber eine sorgfältige Schwangerschaftsbetreuung ist natürlich trotzdem sehr wichtig.
Bei mehrfachen Kaiserschnitten steigt z.B. das Risiko von Vernarbungen/ Verwachsungen und damit auch das Problem, dass die Plazenta einen ungünstigen Sitz in der Nähe des Muttermundes einnimmt und diesen ganz oder teilweise bedeckt (Plazenta praevia). Dies kann zu Blutungen bereits in der Schwangerschaft führen.
Auch eine Störung der Plazentahaftung tritt nach mehreren Kaiserschnitten vermehrt auf, also dass die Plazenta mit der Gebärmuttermuskulatur verwachsen ist. Das kann zu starken Blutungen führen, sodass eventuell Konserven notwendig werden und in sehr schweren Fällen muss unter Umständen die Gebärmutter entfernt werden.
Eine Obergrenze für die Anzahl an Kaiserschnitten lässt sich nicht ableiten.
Am besten, Sie besprechen sich nochmal mit Ihrem Frauenarzt. Der OP Bericht kann auch manchmal Aufschluss geben, gerade wenn z.B. bei einem vorherigen Kaiserschnitt Komplikationen aufgetreten wären.
Für Ihre Entscheidungsfindung und Ihren weiteren Weg alles Gute, Olivia Heiss


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