Themenbereich: Fehlgeburt

"Was ist bei einer natürlichen Fehlgeburt zu erwarten"

Anonym

Frage vom 05.01.2016

Liebes Hebammenteam,
ich habe am 15.12 die Diagnose missed abortion in der rechnerischen Woche 9+3 erhalten (Kindsgröße 1,9mm, 8+4), meine FÄ gab mir die Möglichkeit auf einen natürlichen Abgang zu warten, was ich auch für richtig empfinde. Nun hat sie mir gestern einen Termin im KH für heute morgen gemacht, da noch kein Voranschreiten zu sehen war. Im KH konnte der Arzt allerdings das Ablösen der Schleimhaut und eine leichte Blutung erkennen neben einer Fruchthöhle von ca. 5cm sowie einen 1,7cm großen Embryo. Er gab mir zwar die Option zu warten, meinte allerdings, dass jetzt in der 13. ssw ohnehin Reste zurückbleiben werden, die eine Absaugung erfordern werden. Vielleicht würde ich auch heute Nacht noch ein Notfall werden, dann würde die Absaugung dann gemacht. Eigentlich fühle ich mich stark genug einen natürlichen Abgang durchzustehen, da ich bereits zwei Geburten ohne Schmerzmittel geschafft habe. Nun hat er mir mit einer möglichen Infektion etwas Angst gemacht. Kann ich alles seinen natürlichen Verlauf gehen lassen, oder wird am Ende die Absaugung sicher sein bzw. der Blutverlust sehr hoch, dass ich ein Notfall werde. In welchem Zeitraum nach Beginn der Blutungen tritt eine Infektion auf?
LG emmi01

Antwort vom 05.01.2016

Hallo, die Aufklärung über mögliche Gefahren gehört bei der Besprechung des Vorgehens bei einer Fehlgeburt dazu. Leider werden dadurch auch Ängste ausgelöst. Die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion ist recht gering, insbesondere solange die Fruchtblase noch intakt ist und die Fehlgeburt noch nicht begonnen hat. Sie besteht hauptsächlich, wenn über längere Zeit noch Reste in der Gebärmutter verbleiben. Und das Risiko ist bei der Ausschabung statistisch höher, als beim Abwarten. Näheres dazu können Sie auch unter folgendem Link nachlesen:
http://www.zeit.de/2012/24/M-Fehlgeburten
Es besteht ein wesentlichen Unterschied, ob eine Fehlgeburt in späteren Schwangerschafstwochen nach normaler Entwicklung eintritt oder ob die Entwicklung einer frühen Schwangerschaftswoche entspricht, die jedoch erst später abgeht. "Reste" sind umso seltener, desto kleiner Embryo und Fruchtblase sind.
Gegen zu starke Blutungen kann ich Ihnen Hirtentäschel als Tinktur oder Tee empfehlen. Besser wäre, wenn Sie sich von einer Hebamme begleiten lassen. Der Anspruch besteht vor, während und noch einige Wochen nach einer Fehlgeburt. Die persönliche Betreuung ist der Internetberatung deutlich überlegen.
Als Alternative zur Ausschabung gibt es noch die Möglichkeit der medikamentösen Unterstützung, die Sie in der Klinik oder bei Ihrer Ärztin besprechen können, falls die Fehlgeburt nicht in den nächsten Tagen beginnen sollten.
Nach Beginn der Fehlgeburt können Sie regelmäßig Ihre Temperatur kontrollieren. Solange kein Fieber auftritt können Sie davon ausgehen, dass auch keine Infektion vorliegt.
Ich wünsche Ihnen alles Gute, Monika Selow

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