Themenbereich: Schwangerschaft

"Zu wenig zu sehen im Ultraschall?"

Anonym

Frage vom 02.02.2016

Hallo.
Ich habe ein paar Fragen:
Wir wünschen uns schon seit einigen Monaten ein Baby. Ich war im November schon mal schwanger, habe die kleine Blase aber am 4. Dezember verloren. Wie der Zufall es wollte, hat es beim nächsten Eisprung gleich wieder geklappt. Nachdem meine Regel ausgeblieben ist, habe ich am 5. Januar einen Frühtest gemacht, der schwach positiv war. Am 18. Januar hatte ich ohnehin meinen Termin zur Krebsvorsorge, habe meine Frauenärztin dabei mit über den positiven Test informiert. Beim Ultraschall war zu dem Zeitpunkt nur eine kleine Fruchtblase erkennbar. Daher bekam ich einen neuen Termin für gestern, 1. Februar.
Dabei war sowohl der Dottersack als auch ein kleiner Embryo sichtbar. Meine Ärztin teilte mir aber sehr besorgt mit, dass sie keinen Herzschlag erkennen könne. Zu diesem Zeitpunkt der Schwangerschaft müsse der unbedingt schon zu sehen sein...
Ich bekam einen Termin für eine Kontrolluntersuchung, drei Tage später, also 4. Februar. Wenn sie dann auch keinen Herzschlag erkennen könne, würde sie eine Ausschabung empfehlen. Es wäre doch sicher nicht in meinem Interesse, ein behindertes Kind zu bekommen. In meinem Alter wäre es eben nicht mehr so einfach ein gesundes Baby zu bekommen...
Nun muss ich erwähnen, dass die anfängliche Empfindlichkeit der Brust schon seit Tagen nicht mehr spürbar ist. Eine direkte "Morgen Übelkeit" hatte ich gar nicht, eher öfter ein flaues Gefühl im Bauch, das aber nach wie vor. Müde und abgeschlagen bin ich auch ständig.
Nun weiß ich nicht so recht, was ich davon halten soll.
Was würden Sie mir raten?
Nun noch eine zweite Frage: ich bin rh negativ, habe etwa 1993 nach der Entfernung einer Eileiter-Zyste und einer dabei mit vorgenommenen Ausschabung Anti-D-Imunglobulin gespritzt bekommen. Was mir nun gestern einfiel, nach der Entfernung einer Eileiter-Zyste 2011 habe ich so eine Spritze nicht bekommen. Ich weiß zwar, dass rh negative Frauen nach der ersten Geburt, bzw. Schwangerschaftsabbruch so eine Spritze bekommen. Aber wie verhält sich das bei solchen Eingriffen?

Über eine schnelle Antwort würde ich mich sehr freuen.

LG

Antwort vom 02.02.2016

Hallo,

die Aufregung Ihrer Frauenärzten kann ich nicht nachvollziehen und der Empfehlung einer Ausschabung nicht folgen.
Da die Schwangerschaft direkt nach einem Abgang erfolgt ist, lässt sich das Schwangerschaftsalter rechnerisch noch schlechter feststellen als bei einer Schwangerschaft nach ganz regelmäßigen Zyklen. Es ist daher gut möglich, dass die Schwangerschaft jünger ist, als von den reinen Daten her vermutet wird. Ziwschen der ersten und der zweiten Untersuchung hat eindeutig eine Entwicklung stattgefunden und wo Wachstum ist, da ist auch Leben. Den Herzschlag sehen zu können ist erst ab einer bestimmten Größe des Embryos möglich. Wenn er nicht zu sehen ist, bedeutet das nicht, dass irgendetwas nicht in Orndung ist. Der erste Ultraschall nach Mutterschaftsrichtlinien ist erst für die 9. bis 10. Schwangerschaftswoche vorgesehen, weil der Embryo dann groß genug ist, um ihn so vermessen zu können, dass aus der Größe das Schwangerschaftsalter bestimmt werden kann. Dann sollte auch der Herzschlag sichtbar sein. Vorher dient der US dazu die Schwangerschaft zu bestätigen und den Sitz in der Gebärmutter. Beides ist bei Ihnen der Fall, so dass überhaupt kein Anlass besteht für düstere Prognosen. Wenn sich im Verlauf der Schwangerschaft herausstellen sollte, dass ein Stillstand des Wachstums eingetreten ist (was bei Ihnen nicht der Fall ist) ist eine Ausschabung nicht die zwangsläufige Folge. Es besteht genausogut die Möglichkeit einen spontanen Abgang abzuwarten. Über diese Möglichkeit sollte Ihre Ärztin Sie eigentlich aufklären. Insbesondere in der frühen Schwangerschaft und wenn Embryo und Fruchthöhle noch sehr klein sind, sind alle Optionen möglich, so dass es der Frau überlassen bleiben sollte, ob sie einen spontanen Abgang abwarten möchte oder eine Ausschabung vornhemen lassen.
Nähere Informationen dazu finden Sie hier:
http://www.zeit.de/2012/24/M-Fehlgeburten

Der Abstand zwischen der letzten Untersuchung und der nächsten geplanten Kontrolle ist viel zu kurz. Er sollte eigentlich mindestens eine Woche betragen, um einen deutlichen Unterschied feststellen zu können. Außerdem wäre es angezeigt den HCG-Wert zwei mal in einem Abstand von 48 Stunden zu kontrollieren. Nur bei deutlich sinkenden Werten ist davon auszugehen, dass die Schwangerschaft nicht intakt ist. Bei Ihnen wäre das nicht nötig, ebenso wie die kurzfrostige Kontrolle eigentlich keinen Vorteil bringt. Ich würde Ihnen empfehlen die nächste Zeit "guter Hoffnung" zu bleiben.
Bei Nachfrage hierzu können Sie gerne die Kommentarfunktion benutzen.
Das Anti-D ist nur notwendig wenn bei einem Eingriff eine Schwangerschaft nach der 6. Schwangerschaftswoche vorliegt. Insofern scheint mir die erste Gabe "rein vorsorglich" gewesen zu sein. Wenn keine Schwangerschaft vorliegt, gibt es auch keinen Embryo, der eine RH- positive Blutgruppe (D+) haben könnte. Insofern erübrigt sich auch das Anti-D.

Ich wünsche Ihnen alles Gute für die weitere Schwangerschaft, Monika Selow

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Kommentare zu "Zu wenig zu sehen im Ultraschall?"
Mamutbaby
Gelegenheitsclubber (0 Posts)
Kommentar vom 08.02.2016 15:57
Rechnerisch 9+3, doch laut Größe erst 5. Woche?
Hallo,
ich hab mir heute zu meiner am 02.02. geschilderten Situation eine Zweitmeinung eingeholt. Beim US hat sie gesagt, dass ich laut Größe erst in der 5. Woche wäre. Rein rechnerisch aber bei 9+3. Einen Herzschlag könne auch sie nicht erkennen.
Ich soll am nächsten Montag nochmal zum Ultraschall kommen, dann müsse ein Herzschlag zu sehen sein. Sonst müssten wir weiterreden. Zu meiner geäußerten Meinung, dass ich dann aber abwarten wöllte, bis es von allein abgeht, sagte sie, dass das keine gute Idee sei, weil das Monate dauern könne und das nicht gut für mich wäre. Blut für den HCG- Wert hat auch sie nicht abgenommen.
Jetzt bin ich noch mehr verunsichert, als letzte Woche.
Meiner Meinung nach, hatte dieses US-Gerät eine geringere Auflösung als das Gerät bei der ersten Ärztin.
Ist es denn überhaupt möglich, dass ich erst in der 5. Woche bin?
Kommentar vom 08.02.2016 17:11
In welcher Woche ist die Schwangerschaft?
Hallo, gerade bei Ihrem Verlauf gibt es kein "rechnerisch" was irgendwie nützlich wäre.
Sie hatten einen schwach positiven Frühtest nur einen Monat nach einem Abgang. Es wäre auch denkbar, dass bei diesem noch vorhandenes Rest-HCG von dem Abgang gemessen wurde und keine erneute Schwangerschaft.
Es ist ohne weiteres möglich, dass der Eisprung erst viel später stattgefunden hat. Ohne eine Menstruation nach einem Abgang ist jeder Zeitpunkt danach für einen Eisprung möglich und das Alter der Schwangerschaft definitiv nicht exakt feststellbar. Selbst anhand einer US-Messung gibt es so früh nur Durchschnittswerte. Bei einem 2 mm großen Embryo befinden sich beispielsweise 50% der Frauen in der 6+0 Woche. 5% sind aber erst 5+2 und weitere 5% schon 6+4. Es ist alles noch so klein und wächst schnell und ungleichmäßig. Der US gaukelt eine Genauigkeit vor, die es einfach nicht gibt!
Ab wann der Herzschlag zu erkennen sein sollte, richtet sich nicht nach der Schwangerschaftswoche(die man ja gar nicht genau weiß), sondern nach der Größe des Embryos.Ein Herzschlag sollte sichbar sein, wenn der Embryo eine Länge von 7 mm hat. Auch wenn er dann noch nicht sichtbar ist, kann es sich immer noch um eine intakte Schwangerschaft handeln. 7mm haben die meisten Embryos zwischen der 6+1 und 7+2 SSW.
Fakt ist einfach, dass es derzeit keine Möglichkeit gibt das exakte Schwangerschaftsalter zu bestimmen und dementsprechend kann auch weder bestätigt werden, dass alles "normal" ist, noch ist es sicher belegt, dass die Schwangerschaft nicht intakt ist.
In dem Fall hilft nur Abwarten und ich versteh ehrlich gesagt nicht, was daran falsch sein könnte und wodurch dieser Zeitdruck gerechtfertigt sein könnte. "Weil das Monate dauern könnte" rechtfertigt doch keinen baldigen Eingriff. Das kann man sagen, wenn es nach der gesicherten Diagnose (noch nicht der Fall) tatsächlich schon 4 Wochen gedauert hat. "Was gut für Sie wäre" können Sie nur selbst entscheiden, wenn es um die Akzeptanz einer Wartezeit geht und akut ja nun mal gar keine Gefährdung vorliegt.
Mamutbaby
Gelegenheitsclubber (0 Posts)
Kommentar vom 08.02.2016 17:20
Welches weitere Vorgehen würden Sie mir raten
Was soll ich denn machen? Erstmal zu keinem weiteren US gehen? Wie lange sollte ich bis zur nächsten Untersuchung warten? Können/dürfen nur Gynäkologen die Ermittlung des HCG veranlassen, oder gibt es da noch andere Ansprechpartner?
Ich versuche positiv zu denken, aber die ganze Situation belastet mich doch ganz schön...
Kommentar vom 08.02.2016 18:03
Belastung durch unklare Situation
Hallo, Sie können sich auch von einer Hebamme betreuen lassen. Diese kann die HCG- Bestimmung veranlassen. Gut daran wäre, dass Sie auch noch mal in Ruhe alles besprechen können, was bis jetzt war und welche Möglichkeiten im weiteren Verlauf bestehen.
Ihr Hausarzt könnte ebenfalls das HCG bestimmen. Kann aber auch sein, dass er Sie damit wieder zum Gyn schickt, weil er sich nicht zustndig fühlt. Als letzte Möglichkeit geht noch zu einem Labor zu gehen und auf eigene Kosten in Auftrag zu geben.
Raten kann ich Ihnen nur das zu tun, mit dem Sie sich am wenigsten belastet fühlen. Derzeit gibt es keine vernünftige und sinnvolle Möglichkeit etwas zu tun, da keine sichere Diagnose möglich ist. Insofern sind die Kontrollen mit mehr Nachteilen (z.B. Unsicherheit, unklare Aussagen) verbunden, als mit Vorteilen (wenn es möglich wäre Sie zu "behandeln") .
Ich persönlich lasse nichts untersuchen, was nicht zu behandeln ist, was ich lieber gar nicht wissen will oder dessen Behandlung für mich nicht in Frage kommt, weil ich sie ablehne (zum Beispiel Alzheimer-Früherkennung, Kniegelenksspiegelung). Wenn Sie bei einer sicheren Diagnose einer Fehlgeburt lieber einen spontanen Abgang abwarten würden, dann können Sie auch ohne Diagnose erst mal abwarten. Diese ganzen Entscheidungen sind ja nicht in Stein gemeisselt. Eine Umentscheidung ist ja jederzeit möglich, wenn sich die Situation oder das eigene Empfinden ändern.
Das entscheidet aber jeder Mensch für sich persönlich und es ist genauso gut möglich (manchmal aus der eigenen Lebenssituation auch nötig) genau anders zu entscheiden.
Ein wichtiges Entscheidungskriterium neben den objektiven Befunden ist für mich bei der Beurteilung der Sinnhaftigkeit eines Arztbesuches immer wie ich die Beratungsqualität empfinde, ob ich mich mit meinen Wünschen und Lebenseinstellungen ernst genommen fühle usw.. Wenn das nicht der Fall ist, dann nützen mir auch die gute Diagnostik oder der neue, tolle Apparat nichts.
So ein Besuch wie der Ihre bei der Zweitmeinungsärztin wäre für mich nutzlos und ich würde drauf verzichten. Deutet sich ja schon an, dass keine Unterhaltung auf Augenhöhe mit echter Aufklärung zu den Vor- und Nachteilen von Abwarten versus Eingriff möglich wäre, wenn sich ergeben sollte dass die Schwangerschaft sich nicht weiter entwickeln sollte und genau für solche Situationen bräuchte man die Ärztin. Für "herzlichen Glückwunsch, es ist alles bestens" brauch ich überhaupt keinen und das zu vermitteln ist auch keine große Kunst.

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