Themenbereich: Stillen

"Noch eine Idee, um voll Stillen zu können?"

Anonym

Frage vom 11.03.2016

Liebes Hebammenteam,

unser Tochter ist 5 1/5 Wochen alt. Gleich nach der Geburt hat sie die Körpoertemperatur nicht gut regulieren können, und wurde schon im Krankenhaus aus diesem Grund zugefüttert. Zuvor war sie extrem unruhig und hat sehr viel geschrieen, und ich aus unerfahrenheit dachte, dass die immer Hunger hat, weil zu wenig Milch da ist. 3 Tage nach der Geburt be der U2 Untersuchung im Krankenhaus hat die Kinderärztin zu mir gesagt, ich soll anlegen und danach die Flasche geben und sie trinken lassen so viel sie möchte. Das haben wir gemacht.
Tage und Wochen danach hat unsere Hebamme uns unterstützt mit Tees, Kapseln, und abpumpen, und die Milch ist etwas gestiegen, aber die Milch wird immer noch nicht genug. In der Nacht nach ca 6 Stunden schlaf und wenn die Kleine nichts aus der Brust trinkt kann ich maximal 60 ml abpumpen, tagsüber 20-30 ml.

Ich weiss nicht genau, was das Problem ist, aber vielleicht gleich mehrere. Zu einem hat die Kleine nachts sehr lange Schlafphasen (wir müssen sie oft nach 6 Stunden zum Essen wecken), und es heisst ja, dass häufiges Anlegen in der Nacht effektiver ist zum Anregen. Zum Andren scheint sie etwas trinkfaul zu sein, schäft oft nach ein paar Schluck an der Brust ein, wacht dann nach einigen Minuten wieder auf, dann wieder paar Schluck, usw. Zum dritten kommt mir vor, dass sie nicht immer richtig trink: bei manchen Mahlzeiten, vor allem wenn sie ganz munter und hungrig ist, Merke ich, wie sie richtig Vakkuum erzeugt und Milch einzieht und bei jeder 2-3 Bewegung schluckt, aber manchmal nuckt sie 3-4-5 Mal and der Brustwatze ohne zu "ziehen", und schluckt dann, was gerade kommt, und wenn nichts kommt, schläft sie ein, und unsere Hebamme hat gemeint, dass die Zweite trinkweise nicht rightig anregen kann. Mann muss dazu sagen, dass sobald sie die Flasche kriegt ist sie dann sofort hellwach und trinkt gerne. Schliesslich hat unsere Hebamme aufgegeben, und hat gemeit, man kann nichts mehr machen, sie ist halt so.

Ich habe versucht, sie etwas hungriger zu halten, damit sie öfter und aktiver an die Brust kommt, aber da wird der Tag so stressig, dass man es nicht mehr aushält (es ist jetzt schon stressig genug mit Anlegen, Flasche und Pumpen bei jeder Malzeit). Wir haben auch die Calma-Sauger gekauft von Medela, der angeblich richtige Trinktechnik fördert, und am Anfang hatte ich den Eindruck, es ist besser geworden mit dem Saugen, aber der Sauger tropft seit einiger Zeit extrem, und die Kleine verschluckt sich oft, so dass wir es aufgegeben haben. Dann habe ich ein Mal versucht, sie durch einen Schlauch an der Brust zu füttern (Brusternährungsset von Medela), aber da trinkt sie gleich wie ohne Schlauch. Wir schlafen oft zusammen Tagsüber und in der Nacht immer, und ich versuche, so oft wie mögich anzulegen, aber es bringt alles scheinbar nicht viel.

Vielleicht haben Sie noch eine Idee, was wir tun könnten. Ich würde gerne vollstillen, aber schon langsam gebe ich das ganze auf, weil unsers Leben sehr stressig ist und wir haben durch Stillen-Flaschen-Pumpen wenig Zeit, um es eigentlich zu geniessen.

Vielen Dank im Voraus!
Natalia




Antwort vom 15.03.2016

Hallo!
Ich kann den Möglichkeiten und Tipps zur Vermehrung der Milch und der Verbesserung des Trinkverhaltens Ihrer Tochter nicht wirklich viel hinzufügen. Sie haben eine Bandbreite von Lösungen versucht und all Ihre Energie, Zeit und Kraft hingesetzt, um Ihr Kind mit Muttermilch zu versorgen. Jeder einzelne Tropfen davon zählt, so lang, wie es halt möglich ist. Ich kann Ihnen per mail nicht sagen, welcher Versuch sich noch lohnt, denn nur direkte Hilfe an Ihrem Wohnort kann wirklich effektiv sein. Ich empfehle Ihnen nachzuspüren, wie es Ihnen und Ihrer Tochter wirklich geht. Dazu schreiben Sie, dass Sie vor lauter Stress es kaum miteinander genießen können. Am Ende stellt sich immer wieder heraus, dass es am Wichtigsten ist, dass Sie beide in eine echte und hilfreiche Entspannung kommen und Sie von Herz zu Herz miteinander verbunden sind. Zuletzt hat jede Mutter eine ganz eigene Stillerfahrung, die in das Miteinander integriert und irgendwann auch gut abgeschlossen werden sollte. Genauso wichtig ist es anzunehmen, dass auch Ihre Tochter keine Schuld trifft, sondern sie ein Teil Ihrer beider Geschichte ist. Falls Sie sich also entschließen, das Brusternährungsset noch mehrmals auszuprobieren (denn es braucht Zeit bis es fließend funktioniert) oder zu Ihre/m Frauenaerzt/in gehen, um milchbildende Medikamente zu erhalten, empfehle ich Ihnen sich vorher genau zu fragen, ob das die Beziehung zu Ihrem Kind fördert oder eher hinderlich ist. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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