Themenbereich: Babyernährung allgemein

"Nahrungsaufnahme der 11monate alten Tochter nur durch Ablenkung"

Anonym

Frage vom 20.04.2016

Hallo,
meine Tochter ist 11 Monate alt und wir haben große Probleme mit der Ernährung!
Sie isst sehr wenig, meldet sich eigentlich nie wegen Hunger und isst nur ganz fein püriert. Und nur wenn sie ein Spielzeug zur Ablenkung hat, kann ich sie füttern.

Hier ihr Speiseplan:
7 Uhr 100ml 1erMilch
12 Uhr 150g GKF-Brei (nur die Gläschen ab 4. Monat, die ganz fein püriert sind)
15 Uhr 100g GOB
18 Uhr 50g Milch-Getreide-Brei
23 Uhr 100 ml 1er Milch

Ich weiß, dass das sehr wenig ist. Leider hat sie laut Kinderarzt auch Untergewicht. Aber ich habe schon jetzt das Gefühl, dass ich sie zum Essen zwinge. Zum Brei füttern muss ich ihr immer was zum Spielen geben, damit sie sich darauf konzentriert. Ansonsten strampelt und zappelt sie, dreht sich weg, schlägt den Löffel weg,... Und wenn sie was zum Spielen hat, vergisst sie sich. Und dann schiebe ich ihr nebenher den Löffeln in den Mund. Das hört sich furchtbar an, ich (und sicherlich auch sie) leide sehr unter der Situation. Ich hab das Gefühl alles falsch zu machen!
Ich würde so gerne alles ändern, aber weiß nicht wie!
Ich habe versucht, sie nur noch zu füttern, wenn sie den Mund auf macht und ohne Spielzeug. Das Ergebnis war dann, dass sie 13 Stunden nichts gegessen hat.
Ich habe es mit stückiger Kost, Brotwürfeln, selbstgekocht,... probiert, alles vergebens, sie isst nur fein püriert.
Was soll ich tun? Ich möchte doch, dass sie Spaß am Essen entwickelt.



Antwort vom 24.04.2016

Hallo!
Ich verstehe Ihre Sorge gut. Essen darf und sollte kein Zwang sein. Dennoch macht sich jede Mutter Gedanken, wenn ihr Kind nicht ausreichend isst, im Wachstum nicht hinterherkommt und unklar bleibt, warum eigentlich. Dann wird Essen trotzdem unweigerlich ein zentrales Thema. Es ist primär gut und wichtig im Kontakt mit dem Kinderarzt zu sein und zu bleiben, damit dieser organische Ursachen ausschließt (u.a. Resorptionsstörungen, Eisenmangel, Magen-Darm-Unverträglichkeiten, Schluckstörungen etc.etc.). Gleichzeitig können Ess- bzw. Fütterprobleme auch einen ganz anderen Grund haben, z.B. passiert das häufiger bei Frühgeborenen, bei besonderen Problemen bei der Geburt oder auch nach einer Trennung von Mutter und Kind in den ersten Tagen und Wochen nach der Geburt. Darüber hinaus vermute ich, wird Ihnen eine Fachperson im Bereich der Frühförderung weiter helfen können. Sie erfragt die Geschichte von Ihnen und Ihrer Tochter und kann Sie beide gut beobachten, häufig auch über das Mitfilmen beim Miteinander von Ihnen beiden, sprich beim Spielen, Füttern, Beruhigen oder ähnlichem. Das gibt sehr häufig Aufschluss darüber, was bei Ihnen ganz wunderbar läuft und wo sich vielleicht Mühe und Hürden eingeschlichen haben, die Sie selbst gar nicht sehen können. Das Ablenken des Kindes beim Essen funktioniert zwar einigermaßen, fühlt sich aber auch für Sie nicht richtig an. Entsprechend lohnt es sich mit jemandem Kontakt aufzunehmen (z.B. durch Verweis des Kindesarztes), der sich mit den Entwicklungsschritten des Säuglings und Kleinkindes gut auskennt. Und vielleicht ist es im Endeffekt auch bei Ihnen so, dass häufig manche Säuglinge nur mehr Zeit brauchen, um sich mit dem Essen zu arrangieren. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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