Themenbereich: Baby-Alltag

"Babyalltag im frühen Säuglingsalter"

Anonym

Frage vom 29.06.2016

Hallo, unsere Kleine ist nun 7 Wochen alt, ich stille sie voll und bin tagsüber alleine mit ihr, bis abends der Papa kommt und die "Abendschicht" übernimmt.
Das heißt, während ich mich um den Haushalt, Essen und dergleichen kümmere, passt er auf die Kleine auf, wickelt sie und spielt mit ihr oder fernseht mit ihr auf dem Arm. Nur wenn sie Hunger hat, bringt er mir sie.
Nun ist es aber so, dass sie am Abend immer sehr quengelig ist, viel schreit und er oft irrtümlicherweise denkt sie hat Hunger, weil sie so schreit. Wenn ich sie dann anlege und sie hatte doch keinen Hunger (wie in 80% der Fällen), wird sie an meiner Brust noch ärgerlicher und richtig sauer, was mich sehr stresst und auch irgendwie meine Milchproduktion beeinträchtigt. So fahre ich dann meinen Mann an, warum er sie mir bringt, wo sie doch wieder keinen Hunger hat. Und mein Mann fühlt sich auch nicht gut, wenn er schon wieder nicht die Zeichen des Babys lesen konnte bzw. auf seine Bedürfnisse eingehen konnte - sich aber oft auch nicht mehr zu helfen weiß.
Was könnten wir tun, dass die Abende entspannter für alle ablaufen? Könnte er vielleicht abends Fläschchen mit abgepumpter Milch geben? Ist es normal, dass die Kleinen abends so quengelig sind?
Vielen Dank

Antwort vom 05.07.2016

Hallo!
Es ist deshalb auf eine Art "spannend" was Sie beschreiben, weil es fast allen Eltern dieser Welt ähnlich ergeht wie Ihnen und sich damit der Alltag immer wieder in seiner Normalität bestätigt: Sie als stillende Mutter sind aktuell die erste und wichtigste Bezugsperson Ihres Kindes. Insbesondere durch das Stillen nach Bedarf ist es Ihnen möglich, die Bedürfnisse Ihrer Tochter auch in anderen Bereichen spontan, zuverlässig und relativ schnell zu beantworten. Wenn Sie allerdings nicht zuständig sind, klingt das Weinen des Kindes für andere Betreuungspersonen primär nach Hunger. Ihre Tochter, die abendlich unterschiedliche Bedürfniszeichen an den betreuenden Papa gegeben hat, fühlte sich damit nicht verstanden, wenn sie an die Brust gelegt wird und reagiert entsprechend ärgerlich und sauer, denn sie "erwartet" Ihre angepasste Reaktion. Und Sie merken selbst, dass es nicht seine Richtigkeit hatte und kommen auf den Vater zurück, der die Signale aber einfach noch nicht so gut lesen bzw. unterscheiden kann. Sie fühlen sich damit gestresst, aber eigentlich dürfen Sie sich sehr wohl bestätigt fühlen, allerdings empfehle ich Ihnen andere Rückschlüsse zu ziehen. Es ist immer noch überfordernd für Sie alle drei in dem aktuellen Alter Ihres Kindes, wenn der Vater eine komplette Abendschicht übernimmt. Insbesondere abends sind alle Säuglinge dieser Welt unruhig bzw. schwer zu beruhigen. Veränderungen im Alltag mit dem Wechsel der Bezugsperson werden sehr viel schlechter toleriert und missverstanden. Viel leichter ergeht es tagsüber den Vätern, wenn sie üben können, die Bedürfnisse ihres Kindes zu erfüllen und gemeinsame Zeiten zu geniessen. Ausserdem vermute ich, dass auch Ihre Tochter, wie viele Kinder, abends leichter überreizt werden kann, weniger Stimulation und mehr Beruhigung braucht. Sie als Eltern müssen sich entsprechend gut absprechen, was über den Tag bisher passiert ist, was Sie selbst erwarten und welche Unterstützung Ihr Partner noch beim Lesen und Üben mit seiner Tochter braucht. Das Abpumpen der Milch und die Gabe mit dem Fläschchen ist in Ihrer Situation nicht die Lösung, weil, wie beschrieben, es ja nicht der Hunger ist, der Ihre Tochter weinen lässt, sondern ein anderes verkanntes Bedürfnis. Entsprechend empfehle ich Ihnen die Gedanken an diese "normale" Alltagssituation in Ihr familiäres Miteinander einzubauen und für sich selbst Ausgleich zu suchen, damit Sie die Alleinversorgung während des Tages gut bewältigen können. Alles Gute, Inken Hesse, Hebamme

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