Künstliche Befruchtung
Ablauf einer IVF-Behandlung
Bei einer In-vitro-Fertilisation findet die Befruchtung der Eizelle außerhalb des Körpers statt. IVF kann nur dann angewandt werden, wenn im Ejakulat des Mannes genügend Spermien vorhanden sind. Diese Methode ist besonders gut geeignet für Frauen mit beschädigten Eileitern, bei schwerer Endometriose, bei ungeklärter Kinderlosigkeit und für ältere Frauen. 1. Hormonbehandlung
Zu Beginn werden die Eierstöcke der Frau durch eine Hormontherapie angeregt. Dies geschieht einige Tage nach Ende der Periodenblutung mit Hilfe von Medikamenten wie Clomifen oder HMG. Damit die körpereigenen Hormone die Behandlung nicht „stören“, wird vor und während der Therapie die eigene Hormonausschüttung gehemmt. Dadurch reifen in einem Zyklus mehrere Eizellen gleichzeitig heran und nicht sonst üblicherweise nur eine. Innerhalb der nächsten Wochen wird die Entwicklung der Eizellen durch Bluttests und Ultraschall genau beobachtet.
2. Entnahme der Eizellen
Zum Termin des Eisprungs werden die Eizellen mittels eines kleinen operativen Eingriffs aus dem Körper der Frau entnommen. Dies geschieht üblicherweise während eines Ultraschalls, dann wird eine Sonde in die Scheide eingeführt, die die herangereiften Follikel schonend absaugt. In seltenen Fällen geschieht die Entnahme auch durch eine Bauchspiegelung (Laparoskopie). Das Laparoskop ist ein ganz dünnes Teleskop, das durch einen kleinen Schnitt in die Bauchhöhle eingeführt wird. Eine Laparoskopie wird üblicherweise unter Vollnarkose durchgeführt.
3. Befruchtung im Reagenzglas
Am Tag der Eizellentnahme gibt auch der Mann seine Samenprobe ab (meist nach mehrtägiger Enthaltsamkeit, um die Konzentration der Spermien im Ejakulat zu erhöhen). Damit sich eins und eins ineinanderfügt, gibt man pro Eizelle etwa 250.000 Spermien in einem Reagenzglas zusammen. Dies erhöht nicht nur die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung, auch die natürliche Auslese bleibt erhalten, sprich: das fitteste und gesündeste Spermium schafft es bis ans Ziel. Im Brutschrank in einer Nährlösung verbinden sich nun im Idealfall Spermium und Eizelle, eine so genannte Zygote entsteht (Eizelle, die sich mehrfach geteilt hat). Ob eine Befruchtung stattgefunden hat, kann man etwa 20 Stunden später feststellen. Überschüssige Eizellen und Embryonen werden eingefroren und für spätere Versuche aufbewahrt.
4. Embryotransfer
Nach 1 bis 2 Tagen werden zwei bis drei der befruchteten Eizellen in die Gebärmutter eingesetzt. Gemäß dem in Deutschland geltenden Embryonen-Schutzgesetz dürfen nicht mehr als drei Embryonen eingepflanzt werden. Das Einsetzen der Eizellen erfolgt mit einem dünnen Katheder, dieser Eingriff dauert nur wenige Minuten und ist praktisch schmerzfrei. Nach dem Transfer sollte die Frau ein bis zwei Stunden ruhen. Um eine Einnistung des Embryos zu fördern, wird mit Hilfe einer erneuten Hormongabe dafür gesorgt, dass sich die Gebärmutterschleimhaut optimal aufbaut. Ob die Implantation erfolgreich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen das Alter der Frau, die Qualität der Embryos und die Aufnahmefähigkeit der Gebärmutter. Gewissheit über eine erfolgreiche Einnistung gibt es aber erst 14 Tage nach der Insemination, dann kann ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden.
Die Erfolgsquote dieses Verfahrens liegt bei etwa 30 Prozent. Gleichzeitig erhöht sich jedoch die Chance auf eine Zwillings- oder Mehrlingsschwangerschaft, falls sich nicht nur eine befruchtete Eizellen weiterentwickelt.
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