Fehlgeburt wegen Antikörpern?
Fünf Prozent der Frauen mit bisher unerfülltem Kinderwunsch werden zwar leicht schwanger, erleiden dennoch innerhalb der ersten drei bis vier Monate eine Fehlgeburt. Schuld daran sollen körpereigene Antikörper, so genannte Antigene gegen die Oberflächeneigenschaften des menschlichen Mutterkuchens (Trophoblast) sein.
Die Studie der Wissenschaftler des Klinikums Großhadern der Universität München belegt diese Annahme. 194 Frauen, die zwei oder mehr Fehlgeburten erlitten hatten, sowie 110 Frauen mit reibungslosem Schwangerschaftsverlauf nahmen an der Studie teil. 17 Prozent der Frauen mit mindestens zwei Spontanaborten wiesen die Antikörper auf, bei Frauen mit drei oder mehr Fehlgeburten waren die Antikörper sogar in 34 Prozent der Fälle nachweisbar.
Der Throphoblast ist ein Gewebe, das sich aus der befruchteten Eizelle heraus entwickelt und an der Plazenta beteiligt ist. "Wir glauben, dass durch diese Antikörper das für die Schwangerschaft unerlässliche Mutterkuchen-Gewebe quasi als Fremdkörper abgestoßen wird, wodurch die Schwangerschaft dann keine Chance hat sich weiter zu entwickeln", so Dr. Nina Rogenhofer, Erstautorin der Studie.
Dennoch gibt es gute Nachrichten für die Betroffenen: "Wir konnten zeigen, dass Infusionen mit gepoolten Antikörpern gesunder Plasmaspender die pathologische Abstoßungsreaktion gegen Mutterkuchen-Antigene neutralisieren können", erklärt Dr. Nina Rogenhöfer. D.h. Die Antikörper lassen sich durch ein relativ gebräuchliches Medikament unterdrücken, so dass einem hoffentlich problemlosen Schwangerschaftsverlauf nichts im Wege steht.
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