Schutzimpfungen

Mumps

Mumps ist eine fieberhafte Viruserkrankung, die per Tröpfcheninfektion übertragen wird. Ca. zwei Wochen nach der Ansteckung treten grippeähnliche Symptome, wie Fieber, Husten und Kopfschmerzen auf. In seltenen Fällen kommt es in Folge einer Infektion zu einer Hirnhautentzündung.

Erkranken Jungen an Mumps, kann es zu einer Hoden- oder Nebenhodenentzündung kommen, die, je älter das Kind, umso schmerzhafter wird.

Was empfiehlt die STIKO gegen Mumps?

Die STIKO empfiehlt eine zweimalige Impfung gemeinsam mit dem Kombinationsimpfstoff gegen Masern und Röteln.

Zeitrahmen:

  • Erste Teilimpfung: Zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat
  • Zweite Teilimpfung: Frühestens vier Wochen nach der ersten Teilimpfung, spätestens gegen Ende des zweiten Lebensjahres, d.h. im 23. Lebensmonat

Was empfiehlt die Kinderärztin Dr. Michaela Glöckler?

„Die allgemeine Empfehlung der Impfung halten wir für verfehlt. Bei der gegenwärtigen Impfstrategie wird mit Sicherheit der früher hohe Immunisierungsgrad im Erwachsenenalter nicht mehr erreicht. Es ist wiederum ziemlich schwierig, das tatsächliche Risiko einer Hodenentzündung ohne und mit Impfung abzuschätzen. Abgesehen von Epidemieunterschieden in Schwere der Erkrankungen und Empfänglichkeit, müsste nach dem gegenwärtig Bekannten folgende Überlegung angestellt werden: Nehmen wir an, für ein eineinhalbjähriges Kind tritt die Frage der Mumpsimpfung auf. In den meisten Fällen durfte bis zur Einführung der Impfung mit einer Ansteckung in den Kindheitsjahren bis zum fünfzehnten Lebensjahr gerechnet werden. 70 – 90 Prozent der Erwachsenen haben Antikörper und waren vor der Impfära gefeit. Nehmen wir an, das Kind gehöre nicht zu diesen und würde seine Mumpsempfänglichkeit als Erwachsener beibehalten, so tritt wieder die Frage auf, ob dieser bei einer Wildvirusansteckung tatsächlich erkranken oder sich nur still feien würde. Im Erkrankungsfall würde in 10 – 14 Prozent mit einer einseitigen Hodenentzündung zu rechnen sein. Von diesen Hodenentzündungen würde dann wiederum etwa ein Drittel zur einseitigen Funktionslosigkeit führen. Genaueres kann auch der Mediziner gegenwärtig nicht sagen. Der Laie sollte dieses für die Impf-Entscheidung wissen, weil die einfache Aussage ‚Der Mumps kann eine Hodenentzündung mit bleibender Unfruchtbarkeit verursachen’ das tatsächliche Risiko nicht zutreffend charakterisiert.“*

*Quelle: Goebel, W. /Glöckler, M.: "Kinder SprechStunde. Ein medizinisch-pädagogischer Ratgeber." 15. Aufl.Urachhaus: Stuttgart, 2005. S. 242.

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