Fachautoren
Fieber
"Kinder natürlich heilen" von Birgit Laue
Das Symptom Fieber zeigt im Prinzip einen nützlichen, körpereigenen Heilungsvorgang an: Mit der Erhöhung der Körpertemperatur werden alle Stoffwechselvorgänge des Organismus auf Hochtouren gebracht. Das Immunsystem befindet sich in höchster Alarmbereitschaft und kann jetzt Krankheitserreger schnell bekämpfen. Auch unterstützt die hohe Temperatur die Abtötung von Bakterien, Viren und anderen Keinem, sie können sich nicht mehr so leicht vermehren.
Doch nicht nur im Krankheitsfall, auch bei starken seelischen Regungen tritt bei manchen Kindern aus heiterem Himmel Fieber auf: Einem außergewöhnlichen Ereignis fiebern sie im wahrsten Sinne des Wortes entgegen oder haben Lampenfieber. Dieses Fieber verschwindet meistens ebenso schnell wieder, wie es gekommen ist.
Körpertemperaturen
Unsere normale Körpertemperatur liegt zwischen 36,5° und 37°C. Bis 38°C spricht man von erhöhter Temperatur, über 38°C von Fieber. Temperaturen über 41°C sind lebensbedrohlich! Am zuverlässigsten messen Sie die Temperatur immer noch im Po, auch wenn das bei den kleinen Patienten nicht sehr beliebt ist. Bestreichen Sie die Spitze eines Digitalthermometers mit etwas Creme und messen Sie bei größeren Kindern 1-2 Minuten in Seitenlage mit leicht angezogenen Beinen, bei kleinen Kindern und Säuglingen in Rückenlage. Heben Sie hierbei mit einer Hand die Füßchen an den Sprunggelenken in die Höhe, mit der anderen Hand führen Sie das Thermometer in den After ein und stützen sich mit Ringfinger und kleinem Finger leicht am Po Ihres Kindes ab. Sollte sich Ihr Kind während des Messens abrupt bewegen, kann so das Thermometer nicht die Darmwand verletzen.
Fieber nicht mit Medikamenten unterdrücken
Die gemessene Höhe des Fiebers ist nicht gleichzusetzen mit der Schwere der Erkrankung. Kinder fiebern häufig und oft hoch, weil ihr Abwehsystem viele Umweltkeime erst noch kennen lernen muss. Im Vorschulalter sind deshalb sechs bis acht fieberhafte Entzündungserkrankungen im Jahr gar nicht selten. Seien Sie dann nicht beunruhigt: Das junge und noch unreife Immunsystem Ihres Kindes übt und stärkt sich durch die Auseinandersetzung mit den Infekten.
Unterdrücken Sie also das Fieber nicht bei den ersten Anzeichen mit einem Medikament! Allerdings ist es notwendig, den Verlauf genau zu beobachten und nach der Ursache zu forschen. In zwei Dritteln aller Fälle sind es Erkältungskrankheiten oder andere Infektionen wie z.B. Blasen-, Mandel- oder Mittelohrentzündungen. Oft ist das Fieber auch ein Vorbote einer anstehenden Kinderkrankheit.
Die meisten Kinder werden durch Körpertemperaturen ab 39°C stark belastet. Sie sind schlapp, möchten nichts trinken und essen oder haben sogar Schüttelfrost. Dann ist es hilfreich, auf sanfte Mittel zur Fiebersenkung zurückzugreifen.
Auch wenn Ihr Kind nicht „schlappmacht“, braucht es bei Fieber Schonung und Ruhe. Es sollte am besten im Bett bleiben und möglichst viel schlafen, weil es seine Kräfte ja zum Gesundwerden benötigt.
Viel Flüssigkeit
Relativ zum Erwachsenen haben Kinder eine viel größere Körperoberfläche, über die sie bei Fieber verstärkt Flüssigkeit ausscheiden. Sie müssen deshalb viel ungesüßten Tee, stilles Mineralwasser mit Zitrone oder verdünnten Fruchtsaft trinken, um den Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen. Die Getränke sollten kühl, aber nicht kalt sein!
Manche Kinder neigen bei Fieber zu Erbrechen. In diesem Fall süßen Sie den Tee leicht. Geben Sie keine Milch.
Leichte, gut verdauliche Kost, z.B. Gemüsebrühe, Reisgerichte, Joghurt und Obst, entlastet den Organismus in seiner Verdauungstätigkeit. Wenn Ihr Kind gar keinen Appetit hat, braucht es auch nichts zu essen.
Gehen Sie mit Ihrem Kind auf jeden Fall zum Arzt, wenn:
- sich sein Allgemeinzustand verschlechtert,
- Fieber über mehrere Tage andauert,
- Kopfschmerzen, Benommenheit oder ein steifer Nacken dazukommen,
- Ihr Kind einen Fieberkrampf hat,
- Ihr Kind über Bauchschmerzen klagt und der Unterschied zwischen der Temperatur im Darm und unter der Achsel über ein halbes Grad beträgt.
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