Homöopathie für Kinder

Homöopathie richtig anwenden

Homöopathie Kinder
Homöopathische Arzneimittel stimulieren die Selbstheilungskräfte und stärken den gesamten Menschen nachhaltig. Es können sowohl körperliche als auch seelische Leiden behandelt werden. Aufgrund ihrer guten Verträglichkeit sind Homöopathika besonders für Schwangere, Babys und Kleinkinder geeignet.

Jeder Mensch hat eine eigene unverwechselbare geistige, seelische und körperliche Verfassung, die in der Homöopathie als Konstitution bezeichnet wird. Diese ist auch abhängig von seinem Umfeld, weshalb auch die Lebensumstände des Patienten bei der Auswahl des richtigen Medikaments berücksichtigt werden müssen, nicht nur das schmerzende Knie oder die laufende Nase. Denn wenn ein Bereich „gestört" ist, hat das immer auch Auswirkungen auf den restlichen Organismus oder sogar auf die Stimmung. Für einen Homöopathen macht es also wenig Sinn, sich nur auf ein Körperteil oder Symptom zu fixieren. Homöopathie kann auch – beispielsweise bei schwereren Erkrankungen – begleitend zu schulmedizinischen Maßnahmen eingesetzt werden und ist somit keine Alternative, sondern auch eine Erweiterung anderer Therapiemethoden.

Das homöopathische Wirkprinzip

Homöopathische Arzneimittel werden nach dem Grundprinzip "Similia similibus curentur - Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt werden" eingesetzt. Das bedeutet, dass eine Substanz, die bei einem gesunden Menschen bestimmte Symptome hervorruft, einen kranken Menschen mit gleichen oder ähnlichen Krankheitssymptomen heilen kann. Ein Beispiel: Die Wirkung von Allium cepa (Küchenzwiebel) kennt jeder: schneidet man sie klein, fangen die Augen an zu brennen und zu tränen und die Nase läuft. Nach den Gesetzen der Homöopathie muss nun homöopathisch verarbeitete Küchenzwiebel bei Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen helfen, wie sie beim Schneiden der Zwiebel auftreten. Daher werden Allium cepa Globuli beispielsweise bei wässrigem Fließschnupfen mit tränenden, brennenden Augen eingesetzt.

In homöopathischen Arzneimitteln werden pflanzliche, tierische, mineralische oder metallische Ausgangsstoffe eingesetzt, auch Gifte und Säuren. Durch die Potenzierung verlieren sie ihre Schädlichkeit und entfalten eine Heilwirkung. Die gängigsten sind Potenzierungen in Zehner- (D-Potenzen) oder Hunderter-Verdünnung (C-Potenzen). Potenzen bis zur D12 oder C12 (Tiefpotenzen) wirken vor allem auf alle rein körperlichen Symptome und sind daher gut für die Selbstmedikation geeignet.

Homöopathische Arzneimittel gibt es als Streukügelchen (Globuli), aber auch als Tropfen, Tabletten, Injektionslösungen und zur äußeren Anwendung.

Homöopathische Potenzen

Die Potenzierung ist ein wichtiges Grundprinzip der Homöopathie und ein von Samuel Hahnemann entwickeltes Verfahren der Arzneimittelherstellung. Homöopathische Arzneimittel tragen hinter ihrem Namen ein Kürzel wie D6 oder C30. Dies gibt die Anzahl der Potenzierungsschritte an. Bei der Potenzierung wird der Arzneigrundstoff (zum Beispiel eine Urtinktur aus der Küchenzwiebel) mit der Trägersubstanz (Alkohol und Wasser bzw. Milchzucker) verschüttelt bzw. verrieben und zwar so oft, bis der gewünschte Verdünnungsgrad erreicht wurde. Der Alkohol verfliegt während des weiteren Herstellungs- und Trocknungsvorgangs.

Homöopathie richtig einsetzen

In der Homöopathie wird nicht nur nach der Diagnose (zum Beispiel Husten) behandelt, sondern nach den jeweils individuellen Krankheitssymptomen. So gibt es nicht ein bestimmtes Arzneimittel gegen Husten, sondern einige, die, je nach Art des Hustens (trocken, bellend, eher Tags, eher Nachts, stärker bei kalter Luft, besser im Liegen usw.) eingesetzt werden können. Das heißt, diese Mittel können auch bei anderen Krankheiten helfen – wenn die Art der Symptome zum Mittel passt.

Für die richtige Wahl des Mittels muss der Zustand des Kindes also mit allen Symptomen und Auffälligkeiten sehr genau beobachtet und mit den jeweiligen Beschreibungen der homöopathischen Mittel verglichen werden. Verändert sich der Zustand – kommt beispielsweise Schnupfen zum Husten dazu – ist wieder ein anders Mittel zu suchen, welches zu den neuen Symptomen passt. Dabei gilt: Je genauer das richtige Mittel ausgewählt wurde, umso schneller stellt sich eine Besserung ein. Bleiben die Symptome bestehen oder sind die Beschwerden nicht klar definierbar, sollte nach 12 bis 24 Stunden ein Arzt aufgesucht werden.

Übrigens: Eine „falsch“ ausgewählte und verabreichte Gabe (so nennt man die Verabreichung von Globuli) bleibt wirkungslos. Also keine Angst, sie schadet dem Kind nicht. Je mehr Erfahrungen man sammelt, umso sicherer wird man im Umgang mit Homöopathie und umso leichter geht die Mittelauswahl von der Hand.

Hat man typischen Erkrankungen wie Hals- und Ohrenschmerzen, Bauchweh und Fieber erfolgreich mit Globuli behandelt, wird man nach einer Weile feststellen, welche Mittel sich beim kranken Kind besonders gut bewährt haben. So stellt sich nach und eine individuelle, homöopathische Hausapotheke zusammen, die als erste Hilfe bei plötzlich auftretenden Beschwerden jederzeit verfügbar und außerdem kostengünstig ist.

Homöopathie und Erstattung

Die Behandlung durch einen homöopathischen Arzt wird nicht von allen, aber von denjenigen Krankenkassen übernommen, die an den Selektivverträgen „Klassische Homöopathie“ teilnehmen. Oder man schließt eine private Zusatzversicherung ab, die diese Kosten übernehmen kann. Für Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr werden homöopathische Arzneimittel von der Krankenkasse bezahlt, wenn sie vom Arzt per Rezept verordnet wurden.

Der begründer Samuel Hahnemann

Die homöopathische Heilmethode beruht auf den Erkenntnissen und Forschungsarbeiten des deutschen Arztes und Chemikers Samuel Hahnemann (1755-1843). Unzufrieden mit den damals gängigen Behandlungsmethoden (wie beispielsweise Aderlass oder die Gabe giftiger Quecksilberpräparate) suche er nach einer nebenwirkungsarmen, aber wirksamen Alternative und fand sie in der Homöopathie.

Homöopathischen Arzt finden

Wer einen homöopathischen Arzt sucht, kann auf der Website des deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte fündig werden. Jetzt Homöopathischen Arzt finden

Auf der Website des deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte gibt es auch weiterführende Informationen über Homöopathie.

In Apotheken und Buchhandlungen gibt es zudem verständlich aufbereitete Literatur für die Selbstbehandlung, Homöopathie-Anfänger können so schnell in das Thema einsteigen.

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