Kindersprechstunde - Dr. med. Michaela Glöckler

Sanfte Hilfe bei Hautpilz

Pilzerkrankung
Hautpilz ist kein Zeichen von schlechter Hygiene, sondern deutet auf einen erhöhten Feuchtigkeitsgehalt der Haut hin. Im Allgemeinen ist damit zu rechnen, dass eine Hautpilz-Behandlung mit Geduld zum Erfolg führt. Das gilt z. B. auch für solche Pilzerkrankungen die, zuvor nur mit mäßigem Erfolg behandelt wurden.

Hautpilz im Mund

Das Prinzip ist einfach: Im Mund schleimhautstabilisierende Pinselungen mittels Watteträgern machen, die mit verdünntem Mundwasser getränkt sind. Damit streift man gleichzeitig einen Teil der Pilzbeläge heraus (z. B. Weleda Mundwasser, WALA flüssig Mundbalsam oder eine Ratania-Tinktur – für Säuglinge und Kleinkinder 1:100 verdünnt). Der Pilz verschwindet nicht so schnell, wie bei einem Antimykotikum, dafür sind Rückfälle seltener.

Hautpilz im Windelbereich

Für den Hautpilz im Windelbereich gilt: Hautpilz wächst, wo es feucht und schattig ist. Die einen mehr in der Wärme, die anderen mehr in der Kühle.

Da Hautpilze in Öl, besonders in ätherischem Öl, nicht wachsen können, empfiehlt sich normales Haushaltsöl für die Behandlung des Hautpilzes. Dafür die betroffenen Stellen zuerst mit Wasser reinigen, dann ein einfaches Sonnenblumenöl (Sonnenblumenöl ist in Mengen wesentlich billiger ist als Babyöl) auftragen. Anschließend die behandlung um ein  ätherisches Öl ergänzen, z.B.: 10%iges Lavendel- oder Calendulaöl. Letzendlich noch eine abdeckende Creme (z.B.: Mischung aus Schwefel, Kamillenblüten, Lebertran, Zinkoxid, Wollfett) auftragen.

Wichtig: Ätherische Öle, wie Thymianöl oder Eukalyptusöl reizen die Haut zu stark und sind deshalb hierfür nicht geeignet.

Hautpilz: gründlich abtrocknen und trocken halten

Um den Hautpilz tatsächlich in den Griff zu bekommen, ist häufiges und regelmäßiges Wickeln das A und O - auch Nachts. Denn die Feuchtigkeit des Urins und dessen Zersetzungsprodukte wirken allen Heilungsmaßnahmen entgegen. Mullwindeln saugen die Feuchtigkeit gut auf,  ebenso wie Windelhosen aus wenig vorbehandelter Schafswolle. Das Kind sollte in dieser Zeit nur gewaschen und kurz gebadet werden, damit die Haut nicht aufweicht und der Pilz tiefer eindringt.

Nach dem Waschen ist es wichtig die Haut sorgfältig zu trocknen, um sie ausreichend einzuölen. nach drei bis vier tagen sollten erste Besserungen sichtbar sein. Dennoch kann es sein, dass trotz Besserung neue Herde auftreten. Bis zur völligen Abheilung vergehen allerdings zwei bis drei Wochen.

Wenn keine Besserung eintritt, so muss die Diagnose noch einmal überprüft werden. Auf jeden Fall hilft schließlich die offene Behandlung:
Quer über die Mitte der Wiege wird ein kleiner Holzstab angebracht, dem Kind wird nur ein Oberteil angezogen. Der Po liegt auf einigen Windeln. Über den Stab legt man eine Decke, so dass sie vom Kind nicht weggezogen werden kann. Hierbei muss man darauf achten, dass der Raum schön warm bleibt, die Heizung muss höher gestellt werden.

Hebammenrat zum Thema "Hautpilz":

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